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Acker-Schachtelhalm

H. Zell, GNU (Wikipedia Commons)
H. Zell, GNU (Wikipedia Commons)“

Equisetum arvense

Weitere Bezeichnungen: Zinnkraut, Scheuerkraut , Acker-Zinnkraut, Schaftheu , Katzenwedel, Pferdeschwanz, Pfannenputzer

Überblick
StandortLehmig, feucht bis nass
Wuchshöhe10 – 50 cm
BlütezeitSporen: März – Mai
WinterhartJa
MehrjährigJa
VermehrungSporen, unterirdische Ausläufer
VerwendungMedizin, Kosmetik, Küche, biologischer Garten- und Landbau, Zeigerpflanze

Beschreibung

Petr Filippov, CC (Wikipedia Commons) – Sporentrieb des Sumpf-Schachtelhalms
Petr Filippov, CC (Wikipedia Commons) – Sporentrieb des Sumpf-Schachtelhalms

Der Acker-Schachtelhalm ist nicht an eine Klimazone gebunden, sondern auf der gesamten Nordhalbkugel heimisch und wurde auf der Südhalbkugel eingeschleppt, wo er ebenfalls Fuß fassen konnte. Er wächst bevorzugt auf feuchten, lehmigen Feldern sowie an Böschungen und Wegrändern, auf nassen Wiesen und in Gräben.

Das zu den Farnen gehörende Kraut bildet einerseits unterirdische Speicherorgane, deren Knollen Stärke enthalten, andererseits schickt es Ausläufer in bis zu zwei Meter Tiefe, von wo aus sie bis zu einem Meter in die Breite kriechen können, bevor ein neuer Spross an der Oberfläche sichtbar wird. Seine zweite Vermehrungsstrategie setzt der Acker-Schachtelhalm durch Sporangien um: Er treibt im Frühjahr kurze fertile Triebe, deren einzige Aufgabe darin besteht, Sporen auszustreuen. Diese farblosen oder blass-bräunlichen, meist nicht höher als 20 Zentimeter werdenden Sprosse sterben ab, sobald ihre Aufgabe erfüllt ist. Sie werden im Mai von den grünen, zehn bis 50 Zentimeter hohen, quirlig belaubten Trieben abgelöst, deren Aufgabe die Photosynthese ist.

Systematik
OrdnungSchachtelhalmartige (Equisetales)
FamilieSchachtelhalmgewächse (Equisetaceae)
GattungSchachtelhalme (Equisetum)
ArtenAcker-Schachtelhalm (Equisetum arvense)

Bedeutung und Verwendung

 C. A. M. Lindman (Scan: Farbenfreunde), Wikipedia Commons
C. A. M. Lindman (Scan: Farbenfreunde), Wikipedia Commons

Bedeutung

Acker-Schachtelhalm wurde bereits in der Antike große Bedeutung als Heilkraut zuerkannt, während man ihn im Mittelalter und bis in die Neuzeit hinein bevorzugt zum Putzen von Metallgerätschaften brauchte. Heute wird das Kraut sowohl in der alternativen Heilkunde als auch von der Pharmakologie genutzt: Wegen seiner lösenden und ausschwemmenden Wirkung kommt es bei Husten, Rheuma und Gicht sowie bei Entzündungen der Harnwege oder der Nieren und bei Harngries zum Einsatz, außerdem wird es bei Arthrose gegeben sowie zum Ausschwemmen von Ödemen und zur Blutreinigung. Acker-Schachtelhalm fördert Verdauung und Durchblutung, stimuliert das Immunsystem, wirkt sowohl blutstillend als auch das Bindegewebe stärkend, ohne Nebenwirkungen zu verursachen. Getrocknet besitzt er fast kein Aroma, in Japan nutzt man die frische Pflanze jedoch gerne als Wildgemüse, das wegen der hohen Kieselsäurekonzentration etwas beim Kauen knirscht.

Im naturnahen Garten sowie im ökologischen Landbau ist Acker-Schachtelhalm ebenfalls wertvoll: Er zeigt Staunässe und auf dem Acker mangelhafte Bodenbewirtschaftung an, namentlich auf durch den Einsatz schwerer Maschinen verdichteten Böden. Die Bedeutung der kieselsäurehaltigen Jauche oder des dem Gießwasser beigemengten Tees ist nicht hoch genug einzuschätzen.

Verwendung

Für die gärtnerische Nutzung wird das Kraut gesammelt und entweder als Tee getrocknet oder frisch für Jauche in Regenwasser angesetzt. Acker-Schachtelhalmtee wird aus den getrockneten Laubquirlen gewonnen. Gegen die Selbstmedikation mit Equiseti herba, eine Anwendung als Frühjahrskur oder die kosmetische Anwendung zur Straffung des Bindegewebes spricht nichts. Allerdings sollte das Kraut nur sammeln, wer es ganz genau kennt, denn der alkaloidhaltige Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre) sieht seinem Verwandten recht ähnlich. Zu unterscheiden sind beide Arten vor allem anhand der fertilen Triebe: Während der Acker-Schachtelhalm vorzeitig kahle, blasse Sporentriebe bildet, erscheinen diejenigen des Sumpf-Schachtelhalms gleichzeitig mit den sterilen Trieben, die beide gleichermaßen grasgrün belaubt sind und Höhen von bis zu 60 Zentimetern erreichen, gelegentlich auch mehr. Übrigens rauchte man in Notzeiten früher Acker-Schachtelhalm als Tabakersatz – Nikotin enthält allerdings nur der Sumpf-Schachtelhalm.
Für die Küche eignen sich die Sporentriebe des Acker-Schachtelhalms (Zubereitung wie Spargel), die runden Speicherknollen sowie im späten Frühjahr die ersten Laubtriebe als Beigabe zu gekochten Mischgemüsen.

Gartentipps

Anbau

Vom absichtlichen Anbau des Acker-Schachtelhalms ist dringend abzuraten: Das Kraut ist dermaßen vital, dass es beinahe unmöglich ist, seine Ausbreitung zu verhindern. Die einzige Ausnahme ist der arme, kalkhaltige oder sandige Garten, falls die Pflanze in einem eigenen Kübel mit Untersetzer (!) gehalten wird. Allerdings ist es in solch einem Fall ausgesprochen empfehlenswert, die Sporentriebe zu Gemüse zu verarbeiten, bevor sie ausstäuben können.

Pflege

Acker-Schachtelhalm braucht viel Feuchtigkeit sowie lehmigen Boden, je nasser und dichter, desto besser.
Wenn du ihn bekämpfen möchtest, vermeide Staunässe, lockere den Boden, versorge ihn mit Humus, siedle Regenwürmer an und streue regelmäßig den von der Pflanze verabscheuten Kalk. In sehr dichtem, lehmigem Boden ist die Durchmischung mit Sand angebracht.

Ernte

Tee: Ernte die oberen zwei Drittel der sterilen Triebe ab Mai den Sommer über und trockne das zerkleinerte Kraut.
Wildgemüse: Schneide im März die Sporentriebe bodennah; im Mai und Juni erntest du die zartesten Teile des Laubs; die unterirdischen Knöllchen können in frostfreiem Boden ganzjährig geerntet werden.

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