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Adlerfarn

Rasbak, CC (Wikipedia Commons) – Habitus
Rasbak, CC (Wikipedia Commons) – Habitus“

Pteridium aquilina (syn. veraltet: Pteris aquilina)

Weitere Bezeichnungen: Großer Waldfarn, Flohfarn, Wanzenfarn

Überblick
StandortHalbschattig, frisch, locker, gerne sauer (Waldboden)
Wuchshöhe20 – 200 cm
BlütezeitSporen: Juli – September
WinterhartJa
MehrjährigJa
VermehrungUnterirdische Ausläufer, Sporen
VerwendungZiergarten, biologischer Pflanzenschutz, Brauchtum

Beschreibung

Kropsoq, CC (Wikipedia Commons) – Frühjahrstrieb
Kropsoq, CC (Wikipedia Commons) – Frühjahrstrieb

Adlerfarn wächst im Frühjahr aus seinem im Boden kriechenden Rhizom. Dieses weiterverzweigte und umfangreiche Wurzelsystem kann älter als 1000 Jahre werden und bis zu 50 Meter Länge erreichen. Die zusammengerollten Frühjahrstriebe sind zart, saftig, hellgrün und manchmal rötlich überhaucht. Im Laufe des Frühlings entrollen sie sich, färben sich dunkler und bilden die typischen, leicht überhängenden Wedel, deren Länge 50 bis 200 Zentimeter betragen kann. Seine Sporen bildet der Adlerfarn zwischen Juli und September, ab Oktober werden sie durch den Wind ausgestreut. Danach beginnt die Welke: Das Kraut scheint zu vertrocknen, bevor es im Frost völlig einzieht und den Winter im Rhizom überdauert.

Der weltweit vorkommende Adlerfarn ist allgemein verbreitet, ausgenommen die Polarregionen. Seine bevorzugten Verbreitungsgebiete sind lichte Laub- und Nadelwälder, aber er besiedelt auch Äcker, Weiden und Brachen, wo er wegen des Rhizoms schwer zu bekämpfen ist.

Systematik
OrdnungTüpfelfarnartige (Polypodiales)
FamilieAdlerfarngewächse (Dennstaedtiaceae)
GattungAdlerfarne (Pteridium)
ArtenAdlerfarn (Pteridium aquilinum)

Bedeutung und Verwendung

 Johan N, CC (Wikipedia Commons) – Sporen an der Blattunterseite
Johan N, CC (Wikipedia Commons) – Sporen an der Blattunterseite

Bedeutung

In Japan und Teilen der USA bereitet man Adlerfarn als Wildgemüse zu, wovon allerdings dringend abzuraten ist, denn die gesamte Pflanze ist giftig und steht im Verdacht, bei Verzehr Krebserkrankungen zu verursachen. Die höchsten Konzentrationen giftiger Stoffe finden sich im jungen Frühjahrslaub – und ausgerechnet das wird verzehrt. Eine andere Variante ist der spanische Brauch, die im Herbst gesammelten Wurzeln zu mahlen, um sie zu Brot zu verarbeiten. Die getrockneten Wurzeln enthalten die geringste Giftkonzentration.

Flöhe, Wanzen und anderes Ungeziefer meiden den Adlerfarn, weshalb man seine Wedel früher gerne in Matratzen einnähte. Dieselbe Eigenschaft macht sich der Bio-Gärtner zunutze, wenn er seine Beete mit Farnkraut mulcht, um Schädlinge von seinen Kulturen fernzuhalten. Hauptwirkstoffe sind Blausäureglycoside und im Sommer vor allem Thiaminase, die auch beim Kochen erhalten bleibt.

Verwendung

Die jungen oder entrollten Wedel werden abgeschnitten und locker in den Beeten verteilt. Für den Haushalt sind getrocknete Wedel ebenfalls geeignet, denn die Inhaltstoffe bleiben beim Trocknen erhalten. Vieh ist von Adlerfarn fernzuhalten, der auch nicht ins Heu gelangen darf, weil er für fast alle Tiere giftig ist. Milch von Kühen, die Adlerfarn gefressen haben, sollte nicht verzehrt werden, denn sie ist ebenfalls (potenziell) giftig.

Gartentipps

 David Monniaux, CC (Wikipedia Commons) - Wedel
David Monniaux, CC (Wikipedia Commons) – Wedel

Anbau

Wegen seines hartnäckigen Rhizoms ist es etwas heikel, Adlerfarn im Garten anzusiedeln. Findet er günstige Bedingungen, breitet er sich über den Garten aus. Dennoch – wenn in einer schattigen Ecke sonst nichts gedeiht, ist der Adlerfarn eine durchsetzungsfähige Variante der Begrünung. Da er nicht geschützt ist, kannst du ihn einfach (in mäßigen Mengen!) im Wald ausgraben. Pflanze ihn in den Schatten und gieße ihn an, den Rest sollte er alleine schaffen.

Pflege

– Pflege braucht Adlerfarn nicht, höchstens ein paar Wassergüsse in sehr trockenen Jahren.
– Bekämpfung: Die Art verträgt keinen Kalk, also sind Kalkgaben das Mittel der Wahl, wenn du nicht das ganze Rhizom ausgraben kannst.

Ernte

Für Garten und Haushalt: Frühjahrs- und Sommerwedel bis Juli (vor der Sporenbildung); in kühleren Regionen, in denen der Adlerfarn keine Sporen bildet, kannst du bis September sammeln.

Ein Kommentar

  1. Ich habe gehört, dass es verboten ist, Adlerfarn zu sammeln.
    Ich möchte gern wissen, weshalb es verboten ist.

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