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Arnika

Barbara Studer, CC (Wikipedia Commons) – Habitus
Barbara Studer, CC (Wikipedia Commons) – Habitus“

Arnika Montana

Weitere Bezeichnungen: Berg-Arnika, Wohlverleih, Berg-Wohlverleih, Bergwurz, Christwurz, Donnerwurz, Johannisblume, Johanniswurz, Kraftwurz, Wolfsbann, Wundkraut

Überblick
StandortSonnig bis absonnig, in frischem bis feuchtem, mäßig nahrhaftem, saurem Boden
Wuchshöhe20 – 40 cm
BlütezeitJuni – August
WinterhartJa
MehrjährigJa
VermehrungAussaat, Wurzelteilung
VerwendungMedizin, Brauchtum

Beschreibung

Henry Brisse, GNU (Wikipedia Commons) – Blattrosetten
Henry Brisse, GNU (Wikipedia Commons) – Blattrosetten

Arnika wächst aus dem Rhizom zu einer grundständigen Halbrosette behaarter, ganzrandiger, eiförmig-lanzettlicher Blätter, bevor sie den beinahe kahlen, jedoch behaarten, zumeist nicht verzweigten Blütenstängel bildet. In dessen unterem Drittel oder auf der Hälfte seiner Höhe erscheint ein gegenständiges Blätterpaar, selten entwickelt die Art mehr Laub. Ab Juni wächst eine Blütenknospe pro Stängel. Die schmalen Blütenblätter sind goldgelb und wirken zerzaust, das Körbchen (Zungenblüten) ist orange-gelb. Reife Früchte werden von August bis Oktober durch Wind, Regen, Tier und Mensch verbreitet.

Arnica montana ist in Ost-, West- und Mitteleuropa heimisch, ihr Verbreitungsgebiet reicht nördlich bis nach Skandinavien, östlich bis zum Baltikum und bis zum Balkan. In Ebenen ist sie kaum zu finden, in Höhenlagen sind ihre Bestände häufiger anzutreffen, namentlich in den Alpen und in den Pyrenäen. Die Art gedeiht in saurem, magerem bis mäßig nahrhaftem Boden: auf Wiesen, Heiden, in lichten Wäldern und Torfmooren. Ihre natürlichen Bestände sind verstreut, die umfangreichsten geschlossenen Vorkommen gibt es Frankreich. In Deutschland steht die als gefährdet eingestufte Art unter Schutz.

Systematik
OrdnungAsternartige (Asterales)
FamilieKorbblütler (Asteraceae)
UnterfamilieAsteroideae
GattungArnika (Arnica)
ArtenArnika (Arnica montana)

Bedeutung und Verwendung

 Johann Jaritz, GNU (Wikipedia Commons) – Blüte
Johann Jaritz, GNU (Wikipedia Commons) – Blüte

Bedeutung

Arnika ist zwar eines der bekanntesten heimischen Wildkräuter, als Heilpflanze wird sie aber wahrscheinlich erst seit der Neuzeit geschätzt, bezüglich des Mittelalters ist die Quellenlage unklar. Nachdem Sebastian Kneipp einen regelrechten Arnika-Boom auslöste, wurden die Blüten gegen Blessuren, Venenleiden und rheumatische Beschwerden eingesetzt. Es gab noch weitere Anwendungsgebiete, beispielsweise wussten Kräuterfrauen, dass sich Arnika für Abtreibungen eignet. Die Pflanze enthält mehrere giftige Inhaltsstoffe, weshalb das Kraut heute nur noch selten innerlich angewendet wird, während sich die äußerlichen Anwendungen erhalten haben.

Bedeutend war Arnika seit langer Zeit im Brauchtum, sie galt bereits den Germanen als magisches Kraut. In christlichen Bräuchen sind einige heidnische Riten übernommen worden, insbesondere alle mit der Sonnenwende und dem Johannistag in Verbindung stehenden Arnika-Bräuche sind heidnischen Ursprungs. Außerdem wird angenommen, dass die Rolle der Arnika in der Marienverehrung auf vorchristlichen Mutterkulten beruht.

Verwendung

Die innerliche Anwendung ist in Deutschland verboten, weil Arnika Magen- und Darmblutungen sowie Herzrhythmusstörungen verursachen kann. Selbst bei äußerlicher Anwendung sind Gegenanzeigen bekannt, vor allem Allergien. Wenn sie vertragen wird, leistet Arnika allerdings gute Dienste bei Venenleiden, bei Ischias beziehungsweise Hexenschuss und bei rheumatischen Schmerzen, denn sie fördert die Durchblutung. Der Grat zwischen Hautreizung und Durchblutungsförderung ist freilich schmal – bei eindeutigen Hautreaktionen sollte die Behandlung abgebrochen und auf Schleimhäute oder offene Wunden dürfen weder Salbe noch Tee oder Tinktur aufgetragen werden.

Gartentipps

 Henry Brisse, GNU (Wikipedia Commons) – Fruchtstand
Henry Brisse, GNU (Wikipedia Commons) – Fruchtstand

Anbau

Der Samen wird dünn in feuchten, sauren Sand im Töpfchen eingeschlagen, der Keimling nicht pikiert. Im Mai kommt die Pflanze ins Freiland, wo sie einen sauber gejäteten, humosen Platz zum Anwachsen braucht. Einfacher ist es, Exemplare aus Wurzelteilung zu pflanzen, die allerdings Seltenheitswert haben.

Pflege

• Wichtig ist vor allem, dass der Boden locker, durchlässig, sauer und kalkfrei ist. Er muss für angewachsene Exemplare nicht ganz mager und sollte nicht völlig trocken sein.
• Arnika reagiert auf Phosphat und Nitrat empfindlich, sodass wenig Dünger im Zweifel besser ist.
• Zum Gießen ausschließlich Regenwasser verwenden, zwischen April und Juli monatlich Acker-Schachtelhalm-Jauche dazu geben.
• Bei während der Wachstumsphase welkendem Laub sparsam mit Eisen düngen.
• Die Blühfreude der Arnika lässt sich, wie bei anderen Astern, durch Wurzelteilung und Umsetzen fördern, am besten nach drei, spätestens nach fünf Jahren.

Ernte

Nur aus dem Garten – die Art ist in Deutschland geschützt!
• Blüten: Juli und August ab dem zweiten Jahr
• Wurzel: ab dem dritten Jahr nach dem Aussamen, wenn die Pflanze ohnehin geteilt wird

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