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Berufskraut

H. Zell, GNU (Wikipedia Commons) – Habitus
H. Zell, GNU (Wikipedia Commons) – Habitus“

Conyza canadensis (syn.: Erigeron canadensis)

Weitere Bezeichnungen: Berufkraut, Kanadisches Berufskraut, Kanadische Dürrwurz, Kanadisches Greiskraut, Kanadischer Katzenschweif

Überblick
StandortSonnig, in jedem Boden
Wuchshöhe25 – 110 cm
BlütezeitJuni – Oktober
WinterhartJa
MehrjährigNein
VermehrungAussaat
VerwendungKüche, Medizin

Beschreibung

H. Zell, GNU (Wikipedia Commons) – Blüten
H. Zell, GNU (Wikipedia Commons) – Blüten

Berufskraut wächst ein- oder zweijährig aus einer tief reichenden Wurzel aufrecht und nicht verzweigt zu Wuchshöhen bis zu etwa einem Meter heran. An schlechten Standorten werden die Pflanzen 20 bis 30 Zentimeter hoch, in geeignetem Boden werden sie mitunter größer als 100 Zentimeter. Die gegenständig am Stängel sitzenden Blätter sind lanzettlich geformt und zumeist ganzrandig. Im oberen Fünftel bis Viertel – je nach Standort auch bis zur Hälfte – verzweigt sich der Stängel, um endständige Korbblüten zu entwickeln, die ab Juni blühen. Die Blüte wird selten größer als fünf Millimeter im Durchmesser, ihre Blütenblätter sind weiß, das Körbchen gelb. Das äußerst fruchtbare und anspruchslose, ein- bis zweijährige Kraut bildet erhebliche Samenmengen, die durch den Wind als Schirmchenflieger verbreitet werden – der Fruchtstand ähnelt dem von Löwenzahn („Pusteblume“), wird allerdings nicht größer als 12 Millimeter im Durchmesser. Wenn die Pflanze fruchtet, ähnelt sie dem einheimischen Greiskraut, das jedoch kleiner bleibt. Einheimische Berufkräuter, das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus) beispielsweise, ähneln der nordamerikanischen Verwandten ebenfalls, sind aber stärker spezialisiert und oft von zierlicherer Gestalt.

Das Kanadische Berufskraut kam zwischen dem 17. und dem 18. Jahrhundert durch den Menschen nach Europa, wo es sich rasant verbreitete; mittlerweile ist es weltweit verwildert anzutreffen. Da es mäßige Wärme liebt, sind in den Polargebieten sowie in den Tropen kaum Bestände vorhanden, in mildem Klima nehmen die Vorkommen hingegen zu. Bevorzugte Standorte sind sandige, stickstoffhaltige Böden in voller Sonne. Auf Ruderalflächen und Schuttplätzen gehört die Art zu den Pionieren. Sie gedeiht auch dort, wo andere Arten nicht greifen, weil sie sich mit ihrer langen Wurzel in trockenen Böden Wasser in bis zu einem Meter Tiefe erschließt.

Systematik
OrdnungAsternartige (Asterales)
FamilieKorbblütler (Asteraceae)
UnterfamilieAsteroideae/Astereae
GattungBerufkräuter (Conyza syn. Erigeron)
ArtenKanadisches Berufkraut (Conyza canadensis)

Bedeutung und Verwendung

 H. Zell, GNU (Wikipedia Commons) – Fruchtstand
H. Zell, GNU (Wikipedia Commons) – Fruchtstand

Bedeutung

Berufskraut wirkt harntreibend, blutstillend und adstringierend, ist jedoch als in Europa neue Pflanze kaum als Heilkraut bekannt, zumal ihre Wirksamkeit diejenige einheimischer Kräuter nicht übertrifft. In Nordamerika wird sie insbesondere gegen Durchfall eingesetzt, daneben als harntreibendes Mittel und äußerlich gegen Blutungen sowie gegen Entzündungen der Schleimhäute. Der Name der Gattung stammt aus dem Volksglauben, wonach Beruf- oder Berufskräuter Flüche (Berufungen) und böse Mächte von der Wiege fernhielten.

Verwendung

Das während der Blüte gesammelte Kraut enthält unter anderem ätherische Öle, die Salaten einen duftigen Reiz verleihen. Da Berufskraut neben Citronellal auch Linalool enthält, ist für Duftsensible Vorsicht ratsam. Das Kraut eignet sich wegen seines Beta-Sitosterol-Gehalts in einer Teemischung zur begleitenden Behandlung bei hormonell bedingten Wechseljahresbeschwerden. Zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen wird der Mund mit dem Tee gespült. Bei kleinen blutigen Verletzungen wird ein angestoßenes Blatt auf die Wunde gelegt.

Gartentipps

 Rasbak, GNU (Wikipedia Commons) – Frühjahrsaustrieb
Rasbak, GNU (Wikipedia Commons) – Frühjahrsaustrieb

Anbau

Eine einzige Pflanze kann 25000 Samen bilden, an günstigen Standorten ist die zehnfache Menge möglich. Diese enorme Fruchtbarkeit führt dazu, dass die Art in der Schweiz mittlerweile aktiv bekämpft wird. Ob sie anderen Arten den Lebensraum streitig macht, ist bisher unklar. Dennoch ist es im ökologischen Sinne angebracht, der ohnehin höchst effizienten Verbreitung des Berufskrauts nicht durch absichtlichen Anbau Vorschub zu leisten.

Pflege

Wenn sich Berufskraut im Garten zur Plage entwickelt, ist es am besten, es vor der Blüte zu jäten. Dazu werden die Exemplare per Hand aus dem Boden gezogen. Vor der Blüte gejätetes Berufskraut darf auf den Kompost. Solltest du das Kraut erst während der Blüte entfernen, dann verbrenne es; blühend gejätete Exemplare gelangen mitunter noch zur Fruchtreife. Den Blütenstand abzuschneiden, provoziert die Bildung neuer Blütenstände, weshalb davon abzuraten ist.

Ernte

– Küche: das Laub vor der Blüte
– Heilkraut: knospendes oder frisch erblühtes Kraut zum Trocknen

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