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Bilsenkraut, Schwarzes

Anneli Salo, CC (Wikipedia Commons) – Habitus, Schwarzes Bilsenkraut in Finnland
Anneli Salo, CC (Wikipedia Commons) – Habitus, Schwarzes Bilsenkraut in Finnland“

Hyoscyamus niger

Weitere Bezeichnungen: Tollkraut, Zigeunerkraut, Dullwurz, Schlafwurz, Teufelswurz, Hexenkraut

Überblick
StandortSonnig, in frischem, nahrhaftem Boden
Wuchshöhe30 – 80 cm
BlütezeitMai – Oktober
WinterhartJa
MehrjährigNein
VermehrungAussaat
VerwendungMedizin, Ziergarten

Beschreibung

Imartin6, GNU (Wikipedia Commons) – Blüte und Laub, Schwarzes Bilsenkraut in der Mongolei
Imartin6, GNU (Wikipedia Commons) – Blüte und Laub, Schwarzes Bilsenkraut in der Mongolei

Schwarzes Bilsenkraut wächst aus einer hellen, mit zahlreichen Nebenwurzeln besetzten Pfahlwurzel ein- oder zweijährig zu variabler Größe heran; gelegentlich wird das Kraut höher als 150 Zentimeter. Die gesamte Pflanze ist klebrig behaart, vor allem Stängel und Kelchblätter. Das Laub ist groß, oval, spitz zulaufend und buchtig-grob gezähnt. Frühestens im Mai erscheinen in den Blattachseln die großen fünfzähligen Blüten, deren Blütenblätter teilweise miteinander verwachsen sind. Die Farbe ist gelblich-elfenbein, Schlund und Adern sind deutlich purpurn oder violett, beinahe schwarz gezeichnet. Ab August erscheinen Fruchtkapseln, die bis zu 200 Samenkörner enthalten.

Schwarzes Bilsenkraut ist in ganz Europa, in Zentral- bis nach Ost- und Südasien sowie in Nordafrika verbreitet. Die Bestände sind vereinzelt, in Europa ist die Art eher selten. Geeignete Standorte sind frische, durchlässige, nahrhafte Böden in voller Sonne, gerne an geschützten Stellen, bevorzugt vor Mauern und am Wegrand aber auch auf Brachen.

Systematik
OrdnungNachtschattenartige (Solanales)
FamilieNachtschattengewächse (Solanaceae)
GattungBilsenkräuter (Hyoscyamus)
ArtenSchwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)

Bedeutung und Verwendung

 Aktron, CC (Wikipedia Commons) – Blütenstand, Schwarzes Bilsenkraut in Tschechien
Aktron, CC (Wikipedia Commons) – Blütenstand, Schwarzes Bilsenkraut in Tschechien

Bedeutung

Seit dem Altertum wurde Bilsenkraut zur Behandlung von Schmerzen verwendet, ob in Babylon, Ägypten oder Persien. Dioskur kennt zehn verschiedene Namen für die Art und erwähnt, dass sie bereits Pythagoras bekannt gewesen sei. Man verwendete innerlich die Samen und äußerlich die frischen Blätter zur Schmerzlinderung, außerdem diente Bilsenkraut als Narkotikum bei chirurgischen Eingriffen. Die halluzinogene Wirkung war in der Wahrsagerei willkommen. Man war sich der Giftigkeit des Krauts durchaus bewusst, viele Morde wurden mit Bilsenkraut verübt. Ab dem Mittelalter fand man Bilsenkraut nicht nur beim Menschen als Halluzinogen nützlich, sondern auch beim Fangen von Fischen und Vögeln. Außerdem gehörte das Schwarze Bilsenkraut zu den Zutaten, die das Bier „wirksamer“ machten. Medizinisch ist Bilsenkraut heute kaum von Bedeutung, weil sein Wirkstoffgehalt extrem schwankt. Die Homöopathie bedient sich des Bilsenkrauts vorrangig bei Ängsten und Unruhe.

Verwendung

Von Selbstversuchen mit Schwarzem Bilsenkraut ist dringend abzuraten: Die höchsten Giftkonzentrationen finden sich in der Wurzel sowie in den Samen. Da ihr Alkaloidgehalt von Standort zu Standort und von Jahr zu Jahr ungleichmäßig ist, lässt sich die Wirkung nicht vorhersehen. Überdosierung kann zum Tod durch Atemlähmung führen. In Gärten, die nicht von Kindern und Tieren aufgesucht werden, ist das Schwarze Bilsenkraut eine aparte Zierpflanze.

Gartentipps

 Anneli Salo, CC (Wikipedia Commons) – Reifer Fruchtstand
Anneli Salo, CC (Wikipedia Commons) – Reifer Fruchtstand

Anbau

Säe Schwarzes Bilsenkraut in stickstoffhaltigen, nicht zu trockenen Boden, möglichst etwas geschützt vor einer Hauswand oder einem Gehölz, jedoch in voller Sonne. Wenn du bereits im Herbst aussäst, wird die Pflanze zweijährig, wobei sie im ersten Jahr nur eine Blattrosette bildet und im zweiten besonders prächtig blüht. In diesem Fall lohnt es sich, einige Hornspäne in den Boden einzuarbeiten.

Pflege

Wenn du die Pflanze zweijährig ziehst, gib ihr im Frühjahr etwas Kompost, pflege sie ansonsten wie deine Stauden.

Ernte

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