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Bild Bio-Gemüse

Biokost – Selbstversorgung mit dem eigenen Garten

Selbst aus einem kleinen Garten können Obst und Gemüse den Speiseplan bereichern. Bei einer intensiven Bewirtschaftung in Mischkultur, unter Berücksichtigung der Fruchtfolge und der Pflanzenfamilien, können bis zu fünf Kilogramm Gemüse pro Quadratmeter geerntet werden. Das Besondere an Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten ist die Möglichkeit, ausschließlich nur das anzupflanzen, was im Haushalt auch gegessen wird. Gerade neue und wiederentdeckte Gemüsesorten und -züchtungen können so ausprobiert werden. Neue Obstsorten sollten vor der Pflanzung erst einmal gekostet werden. Obstbäume bringen meistens erst ab dem dritten Standjahr, Beeren bereits ab dem zweiten Standjahr gute Erträge. Zur Abrundung aller Gerichte sollten auch die Kräuter, wie Schnittlauch, Borretsch, Thymian oder Minze aus dem eigenen Garten stammen.

Bild rote BeeteGemüse aus dem Garten

Gemüse wird selbst aus Samen gezogen oder als Setzling gekauft. Die Kultivierung im Garten unterscheidet sich je nach Gemüseart. Bei vielen Gemüsearten empfiehlt es sich, in Etappen zu säen und zu setzen, damit kontinuierlich frisches Gemüse zur Verfügung steht. Dabei sollten die unterschiedlichen Anbauzeiten der einzelnen Sorten beachtet werden. Bei allen Setzlingen, die mit einem Pflanzholz gesetzt werden, müssen die Wurzeln senkrecht nach unten stehen, sonst verkümmert die Pflanze.

  • Kopfsalat kann acht bis zehn Wochen nach der Saat geerntet werden. Saatbeginn ist März (im Frühbeet). Wintersalat wird Anfang September gesät und Ende April geerntet.
  • Eisbergsalat benötigt gut 12 Wochen bis zur Ernte.
  • Sommer-Endivien-Kochsalat kann monatlich ab März gesät werden und schmeckt besonders gut mit Erbsen.
  • Die Aussaat für den bitteren Endiviensalat beginnt im Juni. Bei gutem Wetter werden die Blätter (zum Bleichen) zusammengebunden.
  • Der schnell keimende Pflück- oder Schnittsalat kann mit Möhren zusammen gesät werden. Wird dieser Salat nicht zu tief geschnitten, treibt er wieder aus und kann bis zu viermal geerntet sowie dreimal im 2-Wochen-Takt angesetzt werden. Die erste Ernte erfolgt nach fünf bis sechs Wochen.
  • Feldsalat ist recht anspruchslos und wird bis September in Reihen oder als Breitwurf gesät. Die Ernte kann auch noch an schneefreien Wintertagen erfolgen.
  • Chinakohl (roh und gegart genießbar) wird im Juli gesät. Die Ernte, meist Massenerträge, reicht bis zum Frost.

Kohl, wie Brokkoli, Spitz-, Rot- oder Rosenkohl, darf nicht mit frischem Stallmist gedüngt werden, das fördert die Kohlfliege.

 

  • Blumenkohl wird schön weiß, wenn ein großes Blatt über den Kopf gelegt wird. Große Hitze und Trockenheit verträgt Blumenkohl aber nicht.
  • Weißkohl (Früh- und Spätsorten) mit sehr festem Kopf lässt sich besonders gut einlagern.
  • Wirsing kann dreimal im Jahr geerntet werden, wenn im März, Mai und Juni gesät wird.
  • Kohlrabi kann ab April einmal pro Monat gesät werden. Die Spätsorten werden größer, die Frühsorten reifen schneller. Kohlrabi braucht viel Wasser, damit er saftig und knackig wird.
  • Grünkohl wird Anfang Juli gesät und kann auch im Winter im Garten bleiben.

 

  • Karotten haben eine lange Kulturdauer von bis zu 16 Wochen, Petersilienwurzeln sogar bis sechs Monate. Möhren werden nach Bedarf und zum Einlagern vor dem ersten Frost geerntet.
  • Radieschen können alle vier Wochen gesät (hierfür reichen ein bis zwei Quadratmeter) und geerntet werden.
  • Knollensellerie sollte immer als Setzling gekauft werden (Keimdauer sechs Wochen). Der Grünansatz muss über der Erde sein. Vor dem Einlagern werden alle großen Blätter entfernt.
  • Rote Beete benötigt etwa 12 Wochen bis zur Ernte und kann ab Juni gesät werden.
  • Schwarzwurzeln brauchen einen sehr tiefgründigen Boden. Zu dünne Wurzeln verbleiben über dem Winter im Boden. Vorsicht beim Ernten, damit die Wurzeln nicht abbrechen.
  • Meerrettich wird als „Fechser“ (Seitenwurzeltrieb) waagerecht in einen Erdhügel gesetzt und muss zweimal von den Seitenwurzeltrieben befreit werden.
  • Erbsen bringen keine große Ausbeute. Ab dem zeitigen Frühjahr kann alle drei bis vier Wochen bis in den Juni gesät werden. Erbsen benötigen eine Rankhilfe und werden alle drei Tage geerntet.
  • Besonders Stangenbohnen (Rankhilfe notwendig) sind sehr ertragreich und können über einen langen Zeitraum geerntet werden.
  • Buschbohnen können im dreiwöchigen Abstand nach den Eisheiligen bis Juli gesät und pro Pflanze bis zu fünfmal gepflückt werden.

Zwiebeln, Schalotten, Perlzwiebeln und Knoblauch lassen sich gut aus Steckzwiebeln ziehen. Diese müssen einige Zeit nach der Ernte trocknen. Porree/Lauch ist in verschiedenen Sorten für unterschiedliche Pflanzzeiten erhältlich.

Kartoffeln benötigen einen leichten bis mittelschweren Boden, gedeihen aber auch auf Sandböden und können nur alle vier bis fünf Jahre auf der gleichen Stelle im Garten gelegt werden. Die vorgetriebenen Pflanzkartoffeln, dafür werden die Kartoffeln an einem hellen Ort gestellt, werden bei einer Bodentemperatur über fünf Grad Celsius zehn Zentimeter tief in den Boden gebracht. Kartoffeln müssen angehäufelt werden. Es empfehlen sich Frühkartoffeln, diese können nach Bedarf ab Juni geerntet werden.

Tomaten, Paprika und Auberginen brauchen einen sonnigen Standort. Das Laub darf beim Gießen nicht nass werden. Tomaten sollten nach den Eisheiligen schräg gegen einen Pflanzstab gepflanzt und angebunden werden. Im September werden die letzten grünen Tomaten zum Nachreifen geerntet und an einem hellen Ort mit reifem Obst gelagert. Eine Paprikapflanze bringt etwa acht bis zwölf Früchte hervor.

  • Spinat wird im August gesät und kann auch an schneefreien Wintertagen geerntet werden.
  • Mangold kann im Garten überwintern. Mangold ist ein sehr schmackhaftes Gemüse, von dem Stiele und Blätter (je nach Sorte) verwendet werden können.
  • Speisemais kann ab Ende April gesät und muss bei 40 Zentimeter Pflanzhöhe angehäufelt werden. Geerntet wird, wenn sich die weißen Staubfäden bräunlich verfärben.

 

  • Kürbis (rankend, starkwüchsig, zwei Pflanzen sind ausreichend) und Zucchini (nicht rankend, fünf Pflanzen genügen) sind pflegeleichte Gemüse.
  • Melonen brauchen einen sehr warmen, sonnigen Standort. Eine Pflanze trägt etwa vier Melonen.
  • Gurken sind begierig nach Dünger und die Triebe von Landgurken müssen regelmäßig eingekürzt werden.
  • Einlegegurken erklimmen auch Rankgitter und werden regelmäßig bei maximal zehn Zentimeter Länge bis in den Herbst geerntet.

Spargel braucht eine intensive Pflege und Düngung und kann erst ab dem dritten Standjahr geerntet werden, dazu wird der Spargel angehäufelt. Erntezeit ist von April bis Mitte Juni. Dafür ist Spargel sehr ausdauernd und kann über 20 Jahre im Garten stehen. Auch Artischocken werden erst im zweiten Jahr geerntet und müssen den Winter samt Wurzel im Keller verbringen.

Für regelmäßige Rhabarberernten sind drei bis vier Pflanzen notwendig. Rhabarber benötigt einen 70 Zentimeter tief aufbereiteten Boden und viel Wasser, ab dem zweiten Standjahr kann mehrmals die Woche geerntet werden.

Gemüse einlagern

Einige Gemüse lassen sich in einem frostfreien, kühlen und belüfteten Keller einlagern. Hierfür werden Sand und geeignete Kisten benötigt. Chinakohl, Endivien, Kohl und Sellerie werden samt Wurzel ausgegraben und in einer 20 Zentimeter dicken Sandschicht gelagert. Der Sand muss stets feucht gehalten werden, ohne dass das Gemüse dabei nass wird. Wurzelgemüse wird in einer Kiste abwechselnd mit feuchtem Sand geschichtet. Boden und Decke sind aus Sand. Das Gemüse muss nun wöchentlich kontrolliert werden. Verdorbenes Gemüse wird entsorgt. Wenn der Keller „aufgegessen“ ist, wird dieser ausgeschwefelt.

Obstvielfalt im Garten

  • Erdbeeren sind die anspruchsvollsten Beeren, sowohl in der Pflege als auch im Nährstoffbedarf. Eine Mulchlage aus Stroh bewahrt die Bodenfeuchtigkeit und verhindert, dass die Früchte direkt auf der Erde liegen. Erdbeeren sollten nach dem dritten Standjahr ausgetauscht werden.
  • Himbeeren wachsen auf einem schweren, feuchten Boden auch an einem schattigen Ort und reifen von Juni bis September.
  • Die dunklen Früchte der Brombeere reifen zwischen Juli und September.
  • Johannisbeeren gibt es mit schwarzen, weißen, roten und rosafarbenen Beeren als Busch oder Hochstamm. Kreuzungen aus schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere sind Josta- und Jochelbeeren. Johannisbeeren bilden an alten Trieben das tragende Fruchtholz.
  • Rote, grüne und gelbe Stachelbeeren mit und ohne Stacheln vom Busch oder Stamm sind nur ausgereift zum Frischverzehr geeignet. Für das Einwecken können auch unreife Stachelbeeren geerntet werden.
  • Preiselbeeren sind typische Waldbewohner, die sich auf sauren, schweren Böden wohlfühlen. Im Garten muss der Boden im Frühjahr entwässert und im Herbst stark gewässert werden. Die reifen Früchte (August/September) sind sehr hart und nur gekocht essbar.
  • Heidelbeeren benötigen einen sauren, stets feuchten Boden. Die Beeren reifen ab Juli, geerntet werden immer nur die Beeren, die sich leicht vom Stängel lösen.

 

  • Vom Holunder können sowohl die Blüten für Tee als auch die Beeren ab August für Gelee oder Saft verwendet werden.
  • Essbare Hagebutten (Ernte August/September) sind aufwendig in der Zubereitung. Blüten, Stiele und die kleinen behaarten Kerne müssen entfernt werden, bevor sie zu Konfitüre oder Likör verarbeitet werden können.
  • Quitten werden nach dem ersten Frost im November geerntet und dürfen nicht roh verzehrt, sondern nur als Gelee, Saft oder Mus, können aber auch in einem dunklen luftigen Raum eingelagert werden. Genau wie Äpfel (beschleunigen die Reife und den Fäulnisprozess) sollten auch Quitten (lösen Geschmacksveränderungen aus) nicht mit anderem Obst und Gemüse zusammen gelagert werden.

Wein braucht einen lockeren, nährstoffreichen Boden und viel Sonnenlicht. Beim Winterschnitt werden maximal vier Triebe belassen, das sorgt für eine reichliche Weinernte. Weintrauben werden stets mit einer Schere geerntet.

Es empfiehlt sich, verschiedene, frühe und späte Apfel- und Birnensorten zu pflanzen. Birnen sind etwas anspruchsloser als Äpfel und lassen sich auch an einem Spalier erziehen. Schattenmorellen, Süß- und Sauerkirschen benötigen einen geschützten Standort, da die Blüten frostanfällig sind. Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen und Renekloden sind sehr unkomplizierte Obstbäume, die frostgefährdete Blüten bilden und ausschließlich organischen Dünger verlangen. Nektarine, Pfirsich und Aprikose wünschen einen sonnigen Standort, der gleichzeitig ausreichend Schutz vor Kälte bietet und andere Obstbäume in der Nähe, daher sind diese Obstbäume nicht für jeden Garten geeignet. Obstbäume sollten regelmäßig beschnitten werden. Wenn sich die Äste unter der Last der Früchte neigen, muss den Ästen eine T-Stütze oder eine Astgabel untergestellt werden.

Haltbarmachen von Obst aus dem Garten

Bereits bei der Ernte sollte immer sorgsam mit den Früchten umgegangen werden, das verhindert Beschädigungen. Grundsätzlich müssen alle Früchte verlesen werden, dabei werden beschädigte oder schlechte Früchte, Stiele, Blätter und andere Fremdstoffe entfernt. Die eingesetzten Düngemittel und -maßnahmen sind im eigenen Garten immer bekannt, trotzdem hinterlassen Regen und Staub ihre Spuren. Daher sollten alle Früchte gründlich abgewaschen werden. Bis auf Quitten und Wildfrüchte, wie Preiselbeeren, Hagebutten, Ebereschen, Sanddorn oder Schlehen, können die meisten Früchte roh, als Dessert und auf Kuchen und Torten gegessen werden.

Die Beerenernte setzt meistens allmählich mit wenigen Früchten ein. Später reifen täglich viele Früchte nach. Meistens läuft die Ernte auch allmählich aus. Nun sollen aber nicht alle Früchte frisch verzehrt werden, denn schließlich sind verarbeitete Beeren eine willkommene Abwechslung im Winter. Für das Haltbarmachen bieten sich das Einfrieren, Einkochen, Kandieren und Dörren sowie die Gelee-, Konfitüre-, Marmelade-, Fruchtgrütze-, Mus-, Chutney-, Saft-, Sirup-, Likör-, Wein- und Rumtopfzubereitung an. Für Konfitüre werden Gelierzucker (1:1) und Früchte zu gleichen Teilen verwendet.

Bildnachweis:
Titelbild – Bio-Gemüse CC0 Public Domain-Pixabay.com
Bild rote Beete CC0 Public Domain-Pixabay.com

Ein Kommentar

  1. Weil ich nicht gerne in Supermärkten einkaufen gehe, habe ich schon ewig nach einem guten online Shop gesucht, der vegetarische und vegane Lebensmittel und Fertig-Gerichte anbietet. Da ich durch meine Arbeit bedingt viel im Ausland bin, in Hotels unterkomme und der Küche dort nicht immer vertraue, was die tierfreundliche Herstellung & die Qualität des Essens angeht, nehme ich mir gerne das ein oder andere Fertiggericht mit! Auf www lebegesund. de wurde ich dann endlich fündig – ich kann diesen Shop nur guten Gewissens weiterempfehlen!

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