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Bildnachweis anne-catherinedelattr / CC0 Public Domain-Pixabay.com
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Der Buchsbaum – anspruchslos und wandelbar

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Der Buchsbaum ist ein traditionelles und sehr beliebtes Parkgehölz, das bereits von den Römern als Beeteinfassung sehr geschätzt wurde und auch bei den alten Griechen im Gartenbau Verwendung fand. Spätestens seit der Barockzeit ist er in den Gärten und Parkanlagen Mitteleuropas ein unverzichtbares Gestaltungselement. Das liegt vor allem an seiner Vielseitigkeit. Ob als Einfassung, Hecke oder prächtiger Solitär mit attraktivem Formschnitt – der Buchsbaum macht in jeder Situation eine gute Figur.

Der vielseitige Buchsbaum

Die Vorteile des Buchsbaums sind überzeugend: Er stellt keine großen Ansprüche an Standort, Boden und Pflege und ist gegen Hitze und Trockenheit relativ unempfindlich. Für eine vielseitige Gartengestaltung sind circa 30 verschiedene Sorten im Angebot, die sich vor allem in Wuchsgröße und -tempo unterscheiden. Alle Varianten zeichnen sich durch einen sehr dichten, blattreichen Wuchs aus und sind immergrün, was sie zu idealen Heckenpflanzen macht. Kleiner wachsende Arten sind für Beeteinfassungen gut geeignet. Ein echter Blickfang sind die beliebten Buchsbaumfiguren – hier sind der gestalterischen Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Den Buchsbaum pflanzen

Der ideale Standort für den Buchsbaum ist frei und windstill, entweder sonnig oder liegt im Halbschatten. Zu schattenreiche oder sehr feuchte Standorte erhöhen das Risiko einer Pilzinfektion und sollten deshalb vermieden werden. Große Hitze oder extreme Dunkelheit verträgt der Buchsbaum nicht so gut. Der Boden sollte locker, kalkhaltig, feucht und durchlässig sein, sehr gut ist humusreicher Sand- oder auch Lehmboden.

Bevor der Buchsbaum eingepflanzt wird, sollte er für einige Stunden mit den Wurzeln im Wasser stehen, damit er sich vollsaugen kann. Am besten stellst du ihn in einen Eimer. Soll eine Hecke gepflanzt werden, empfiehlt es sich, den Verlauf mittels einer gespannten Schnur vorher festzulegen, damit das Ergebnis schön gerade ist. Das Loch oder der Graben sollte ungefähr den doppelten Durchmesser des Wurzelballens haben und dann zur Hälfte mit hochwertiger Gartenerde und Kompost wieder aufgefüllt werden. Bei sauren Böden lohnt es sich, noch etwas Kalk zuzugeben.

Die optimale Pflanzdichte für eine Hecke ist je nach verwendeter Sorte fünf bis acht Pflanzen pro laufenden Meter. Nach dem Einsetzen muss die Pflanze senkrecht stehen. Die Erde um den Buchsbaum bitte vorsichtig und gründlich festtreten, damit die Pflanze gut anwachsen kann. Zum Abschluss der Pflanzung und in den Folgetagen sollten die Setzlinge ausgiebig gewässert werden – ein Austrocknen ist unbedingt zu vermeiden.

Der Buchsbaumschnitt

Sowohl Hecken als auch Buchsbaumfiguren müssen mindestens einmal im Jahr nachgeschnitten werden. Allerdings werden gerade stark wachsende Sorten erst so richtig dicht, wenn sie mehrfach im Jahr geschnitten werden. Die Pflanze verträgt einen Nachschnitt alle vier Wochen ohne Weiteres, und damit werden auch die schönsten Ergebnisse erzielt. Schließlich soll die Hecke ebenmäßig bleiben und die Buchsbaumfigur ihre raffinierte Form behalten. Wer es nicht ganz so akkurat braucht, für den sind drei Schnitte im Jahr sicher ausreichend. Die Schnittsaison liegt in der Hauptwachstumszeit, also zwischen Anfang April bis Mitte September.

Geschnitten werden darf nicht in der prallen Sonne, weil die frischen Schnittflächen sonst zu viel Flüssigkeit verlieren. Es empfiehlt sich außerdem, den Buchsbaum nass zu schneiden – der Schnitt geht dann leichter von der Hand und unnötige Schäden werden vermieden. Je häufiger die Hecke oder Buchsbaumfiguren geschnitten werden, desto öfter müssen die Pflanzen gedüngt werden, um verloren gegangen Nährstoffe zu ersetzen.

Das richtige Werkzeug

Die Wahl der Schere hat eine große Auswirkung auf das spätere Ergebnis. Weder Hecken noch Buchsbaumfiguren dürfen mit stumpfen Klingen geschnitten werden – sonst werden die Äste abgequetscht und nicht geschnitten, was zu hässlichen braunen Stellen führt und die Pflanze schädigt.

Eine Akkuschere kann zwar problemlos für den Schnitt verwendet werden, viel kontrollierter und detailreicher schneidest du jedoch mit einer mechanischen Schere. Gerade Anfänger schneiden mit einer motorgetriebenen Schere sehr schnell zu viel ab, und das ist hinterher nicht mehr zu reparieren.

Die spezielle Buchsbaumschere ist eine Beidhandschere und sehr scharf. Mit ihr können mühelos auch zähe Triebe durchtrennt werden. Für Formschnitte ist eine kurze Schneide ideal. Für die Feinarbeiten und komplexe Konturen der Buchsbaumfiguren eignet sich eine einhändige Schafschere, die mit stark verholzten Trieben allerdings schnell überfordert ist.

Die Hecke schneiden

Der Heckenschnitt gelingt am besten, wenn vorher eine Schnur gespannt wird. Das stellt sicher, dass die Hecke auch gerade bleibt und keine Schlangenlinien entstehen. Geschnitten wird immer von oben nach unten. Wer möchte, dass der untere Bereich der Hecke genügend Licht bekommt, der gibt seiner Gartenhecke eine leichte Trapezform und gestaltet sie unten ein wenig breiter als oben. Natürlich können auch Hecken in auffällige Formen geschnitten werden, recht attraktiv wirkt zum Beispiel ein Stufenschnitt.

Buchsbaumfiguren schneiden

Für den Anfang gilt: Nur nicht übermütig werden. Es dauert lange und ist nicht leicht, große und detailreiche Buchsbaumfiguren zu erschaffen. Wer nicht so lange warten möchte, der erwirbt fertig geschnittene Figuren im Fachhandel und muss sie nur noch regelmäßig nachschneiden.

Wer sich an Buchsbaumfiguren wagen möchte, beginnt besser mit einfachen, geometrischen Formen, wie zum Beispiel Kugeln oder Kegeln. Eine gute Vorlage sind Schablonen aus festem Karton, die an die Pflanze angehalten werden können und für einen gleichbleibenden Schwung und eine gute Symmetrie sorgen. Im Fachhandel erhältlich sind auch spezielle Metallschablonen für einen gelungenen Buchsbaumschnitt.

Der Nachschnitt einer Figur ist nicht so kompliziert, wie viele befürchten. Es wird nur der Neuaustrieb entfernt, und der ist leicht an seiner hellgrünen Farbe zu erkennen. Bei komplexen Figuren helfen oft Drahtgestelle, die richtige Form zu finden. Aber wie bei allen handwerklichen Tätigkeiten gilt auch hier: Die Übung macht den Meister. Wer unsicher ist und nichts kaputt machen möchte, sollte sich seine Buchsbaumfigur von einem Profi nachschneiden lassen. Das garantiert, dass die Figur auch weiterhin ein echter Blickfang in deinem Garten ist.

 

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