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Bild fleischfressende Pflanze

Fleischfressende Pflanzen ziehen und pflegen

Fangblätter, Venusfliegenfalle, mörderische Faszination – die Ankündigung eines Krimis? Weit gefehlt, denn diese Schlagwörter findest du immer wieder, wenn du dich mit Fleischfressenden Pflanzen beschäftigst. Noch vor einigen Jahren kannten die meisten Menschen diese Pflanzen nur vom Hörensagen. In der Zwischenzeit haben sie sich zu Trendgewächsen entwickelt.

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Fleischfressende Pflanzen machen ihrem Namen alle Ehre

Gibt es wirklich Pflanzen, die Fleisch für das Wachstum brauchen? Fleischfressende Pflanzen werden auch Karnivoren genannt und grundsätzlich haben sie wie alle anderen Pflanzen Wurzeln, Blätter und Blüten. Sie nehmen Nährstoffe und Wasser aus dem Boden und Kohlendioxid aus der Luft auf. Karnivoren haben gemeinsam, dass sie in der freien Natur an unwirtschaftlichen Orten wachsen. Sie bekommen viel zu wenig Nährstoffe aus dem kargen Boden.

Die Evolution hat es mit den Pflanzen gut gemeint und das Problem gelöst. Die Fleischfressenden Pflanzen wurden mit Fangarmen ausgestattet, mit denen sie Insekten und andere kleine Tiere fangen können. Die Art des Fangens variiert, das Ziel ist immer das gleiche: Fleischfressende Pflanzen fangen Insekten, um die Nährstoffe der Tierchen zu verwerten. Die Karnivoren werden in verschiedene Fallentypen unterteilt. Die Venusfliegenfalle ist die bekannteste Fleischfressende Pflanze und zählt zu den sogenannten Klappfallen. Auch bekannt ist der Sonnentau, der zum Typ Klebefalle gehört.

Fleischfressende Pflanzen stellen hohe Ansprüche

Die hoch komplexen Fangorgane üben eine ungeheure Faszination auf uns Menschen aus. Immer mehr Pflanzenliebhaber und Hobbygärtner holen sich die Fleischfressende Pflanzen nach Hause. Was jedoch oft nicht beachtet wird, die Pflanzen stellen hohe Ansprüche. Damit deine Fleischfressenden Pflanzen nicht nach ein paar Wochen eingehen, haben wir hier die wichtigsten Tipps für deine erfolgreiche Kultur zusammengestellt.

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Heimische und exotische Pflanzen

Einige Fleischfressende Pflanzen, die du heute kaufen kannst, sind Arten, deren ursprüngliche Heimat Amerika, Australien oder Afrika ist. Diese Pflanzen gedeihen unter ganz anderen Bedingungen als die in Europa anzutreffenden Gattungen. Die bekannte und beliebte Venusfliegenfalle stammt aus einer kleinen Region in North und South Carolina. Sie fühlt sich in unserem Klima wohl, vorausgesetzt sie wird mit viel Wasser versorgt. Im Winter braucht sie einen Platz, wo sie hell und kühl stehen kann und vor dem Frost geschützt ist.

Licht und Temperatur

Nur unter guten Bedingungen bilden die Pflanzen Fallen aus. Für Fleischfressende Pflanzen gilt, dass sie einen sehr hellen Standort bevorzugen. Um den Lichtbedarf der Pflanzen gerecht zu werden, gibt es mehrere Möglichkeiten. Abzuraten ist von einer ganzjährigen Fensterbrettkultur. Die Pflanze bekommt dort zwar ausreichend Licht, jedoch ist die Luft im Wohnbereich für die meisten Karnivoren zu trocken. Viele Arten der Fleischfressenden Pflanzen können den Sommer im Garten verbringen. Ideal ist ein Moorbeet, aber vor dem ersten Frost müssen sie ins Winterquartier übersiedeln.

Auch im Winter muss der Standort hell sein

Viele Fleischfressende Pflanzen legen im Winter eine Ruhepause ein. Entweder stellen sie ihr Wachstum ein oder sie sterben ab, um im Frühling wieder neu auszutreiben. Winterharte Gewächse sind während der Wintermonate im Moorbeet gut aufgehoben. Falls du kein Moorbeet hast, bringst du sie mit den nicht winterharten Pflanzen in das Winterquartier. Tropische Pflanzen musst du in der kalten Jahreszeit mit Kunstlicht versorgen. Da es in Äquatornähe keine Jahreszeitenwechsel gibt, brauchen zum Beispiel die Kannenpflanzen entsprechend ihrer natürlichen Umgebung das ganze Jahr mindestens zwölf Stunden Licht pro Tag.

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Wasser und Substrat

Fast alle Fleischfressenden Pflanzen wachsen in der Natur an sehr feuchten Standorten. Deshalb musst du sie mit reichlich Wasser versorgen. Aber Wasser ist nicht gleich Wasser! Wenn du deine Pflanzen mit Leitungswasser gießt, wirst du sicher enttäuscht sein, denn sie werden bereits nach kurzer Zeit eingehen. Der Grund ist, dass die Karnivoren kein kalkhaltiges Wasser vertragen.

Verwende zum Gießen immer Regenwasser. Falls du keine Möglichkeit zum Regenwassersammeln hast, kaufe destilliertes Wasser und mische es im Verhältnis 10:1 mit abgestandenem Leitungswasser. Das Substrat erfüllt zwei Aufgaben: Es ist wichtig, weil es der Pflanze Halt gibt und weil das Substrat die Pflanze mit Nährstoffen und Wasser versorgt. Damit es deiner Fleischfressenden Pflanze wirklich gut geht, brauchst du Weißtorf. Der Torf kann mit Perlite, Quarzsand oder Blähton vermischt werden. Einfacher als selber mischen, ist der Kauf von fertiger Karnivorenerde. Deine Fleischfressenden Pflanzen brauchst du nicht düngen. Auch wenn du es gut meinst, der Dünger kann sich nachteilig für die Pflanze auswirken.

Vermehrung von Fleischfressenden Pflanzen

Bei der Vermehrung von den Pflanzen wird zwischen generativer und vegetativer Vermehrung unterschieden. Die generative Vermehrung ist eine Vermehrung durch Samen, während bei der vegetativen Vermehrung die Pflanze geteilt oder Blätter abgetrennt werden. Welche Art der Vermehrung günstiger ist, hängt von der jeweiligen Pflanze ab. Bildet eine Pflanze hartnäckig keinen Samen aus, bleibt nur der vegetative Weg der Vermehrung.

Das Saatgut muss qualitativ einwandfrei sein. Fleischfressende Pflanze sind Lichtkeimer, deshalb wird der Samen nur leicht angedrückt. Das Substart muss gut vorgenässt sein. Eine hohe Luftfeuchtigkeit beschleunigt den Keimvorgang. Du kannst die Töpfe mit dem Saatgut entweder mit einer durchlöcherten Folie abdecken oder sie in ein Terrarium stellen.

Bildnachweis:
Fleischfressende Pflanze CC0 Public Domain-Pixabay.com
Pflanze im Topf CC0 Public Domain-Pixabay.com
Karnivoren CC0 Public Domain-Pixabay.com
Fleischfressende Pflanze CC0 Public Domain-Pixabay.com

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