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Bild Kräuter auf der Fensterbank

Gartenkräuter ganzjährig auf der Fensterbank ziehen

Jede Gartensaison geht einmal zu Ende und du ärgerst dich vielleicht, dass du den Winter über keine frischen Kräuter mehr zur Verfügung hast, oder du besitzt keinen Garten, aber einen Balkon. Das ist kein Problem, dann kannst du deine frischen Gartenkräuter auch in Töpfen, leichten Kübeln oder Balkonkästen ziehen. Für einen langfristig angelegten Anbau eignet sich dabei vor allem eine äußere Fensterbank (weitere Informationen). Im Gegensatz dazu sind innen gelegene Fensterbanken nur für eine sehr begrenzte Zeit dafür geeignet Kräuter zu beherbergen. Supermarktkräuter eignen sich für diesen Zweck eher weniger. Sie überleben vor allem im Außenbereich nicht sehr lange. Bei vielen Kräutern ist auch die Himmelsrichtung maßgeblich dafür, ob sie sich an einem Fenster wohlfühlen.

Welche Fenster eignen sich für welche Kräuter?

Ganz allgemein vertragen Kräuterpflanzen mit kleinen Blättern mehr Sonne und können problemlos an einem Südfenster stehen, denn dort fühlen sie sich auch im Außenbereich am wohlsten. Dazu gehören vor allem Thymian, Rosmarin, Lavendel und Majoran. Salbei mag es ebenfalls sonnig und warm. Schnittlauch und Petersilie hingegen sind nicht ganz so anspruchsvoll. Sie gedeihen auch im Osten ganz gut. Wenn die Sonne draußen intensiver scheint, sollte man die Kräuter im Innenbereich, vor allem am Südfenster, mit geeigneten Mitteln schattieren können, da sie sonst schnell von der UV-Strahlung in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn die Kräuter ganzjährig draußen bleiben sollen, kann sich hingegen ein Winterschutz notwendig machen. In höheren Lagen macht es jedoch Sinn die Kräuter lieber drinnen zu überwintern, denn wenn sie erfrieren hast du auch nichts davon.

Kräuter im Topf ziehen

Welche Kräuter eignen sich gut für die Fensterbank?

Neben dem bereits Genannten eignen sich auch Zitronenmelisse und Minze gut für eine Kultivierung am Fenster. Wenn du genügend Zeit für die Planung hast, kannst du auch vorher gerne einen botanischen Garten oder ein Kräutermuseum besuchen. Dort erhältst du wertvolle Informationen über die Geschichte, Verwendungsmöglichkeiten, den Anbau sowie die Standortansprüche von diesen nützlichen Pflanzen. Einige Kräuter, die früher oft Verwendung fanden und dazu noch sehr robust sind, erleben gerade wieder eine Renaissance.

Manche Anbieter dieser Pflanzen und deren Saatgut verfügen über große Gewächshäuser und Freiflächen, in denen man sich umschauen kann und wertvolle Tipps erhält. Problematisch ist der Anbau von Basilikum, denn einerseits braucht es konstante Wärme und andererseits verträgt es manchmal schlecht die pralle Sonne. Dafür gibt es dieses Kraut mittlerweile in zig Sorten, sodass du den Anbau ruhig einmal versuchen solltest. Basilikum gedeiht am besten in Tontöpfen. Das mehrjährige Kraut verträgt leider keinen Frost, deshalb muss es drinnen überwintern. Natürlich kannst du es aber immer wieder neu säen. Welche Pflanzen du dir letztendlich zulegst, hängt natürlich von deinem persönlichen Geschmack und Bedarf ab. Inzwischen sind sehr viele gute Kräuterbücher auf dem Markt, die du als Inspiration nutzen kann.

Kräuter anpflanzen

Hinweise vor der Anzucht

Gewöhnlich gedeihen die Pflanzen am besten, die aus einem Samenkorn gezogen werden. Sie passen sich dadurch besser an den jeweiligen Standort an. Bei gekauften Pflanzen kann es passieren, dass sie einen abrupten Standortwechsel übel nehmen und nicht vorankommen. Des Weiteren solltest du unbedingt in geeignete Kräutererde investieren. Blumenerde, insbesondere mit Dünger versetzte Erde mögen einige Kräuter überhaupt nicht. Das gilt ganz besonders für junge Pflanzen. Bei der Wahl der Pflanzgefäße ist natürlich zu beachten, dass sie für die Fensterbank nicht zu schwer sind. Sie sollten aber auf keinen Fall aus Metall sein. Das wird einfach zu heiß im Sommer. Die Pflanzgefäße müssen mindestens 25 Zentimeter tief sein und Ablauflöcher im Boden besitzen sowie einen passenden Auffangbehälter für überschüssiges Gießwasser. Staunässe vertragen Pflanzen generell nicht, dennoch müssen sie regelmäßig gegossen werden, lieber bei Bedarf öfter, dafür nicht zuviel Wasser auf einmal.

Inzwischen gibt es dafür sogar ausgeklügelte Bewässerungssysteme, die recht hilfreich sind, wenn man mal nicht zuhause ist. Sind die Pflanzen etwas größer, kannst du sie mit einem speziellen Kräuterdünger versorgen, der dem Gießwasser zugegeben wird. Das fördert den Wuchs, denn in Töpfen oder Balkonkästen ist das Nährstoffangebot ohnehin nur sehr begrenzt. Deshalb macht es auch Sinn, immer nur Kräuter mit ähnlichem Nährstoffbedarf in einem Pflanzgefäß zusammenzupflanzen.

Pflege der Pflanzen auf der Fensterbank

Wenn du dich für Töpfe im Innenbereich der Fensterbank entschieden hast, solltest du diese einmal am Tag drehen, damit die Pflanzen gleichmäßig wachsen. Ein regelmäßiges Zurückschneiden verhindert, dass sie übermäßig in die Höhe wuchern oder das ganze Fenster einnehmen. Bei der Düngergabe richtest du dich am besten nach den Empfehlungen des Herstellers, denn bei der Vielzahl an Produkten, die inzwischen auf dem Markt sind, kann man keine generelle Empfehlung aussprechen. Durch eine geschickte Platzierung verschiedener Kräuter in einem Pflanzkasten kann man zusätzlichen Schatten für die Pflanzen erzeugen, die nicht sosehr die pralle Sonne vertragen.

So könnte ein Kasten zum Beispiel Dill, Schnittlauch, Ringelblumen, Bohnenkraut, Basilikum und Minze enthalten. Denkbar sind auch die Kombinationen Schnittlauch, Petersilie, Thymian und Lorbeer. Thymian ist sehr robust und winterhart. Er ist in verschiedenen Sorten erhältlich und besonders Zitronenthymian besitzt einen angenehmen Duft und sieht hübsch aus. Draußen freuen sich vor allem die Schmetterlinge und Bienen über die Blüten von Lavendel, Ysop, Oregano und Thymian.

Lavendel anpflanzen

Samen, Stecklinge oder Pflanzen – es gibt verschiedene Möglichkeiten

Wenn du schon diverse Kräuter im Garten hast, kannst du beispielsweise von Thymian, Rosmarin oder Lavendel Stecklinge ziehen. Das erfordert allerdings etwas Geduld. Lavendelstecklinge werden im Sommer von der Pflanze geschnitten und in ein Gefäß mit Sand gesteckt. Dort bilden sie im Spätherbst Wurzeln. Im darauffolgenden Frühjahr kannst du sie in ein Gefäß mit kalkhaltiger Erde pflanzen. Rosmarin liebt ebenfalls kalkhaltigen Boden. Dagegen ist Thymian eher anspruchslos. Die anderen Pflanzen lassen sich ähnlich durch Stecklinge vermehren.

Zitronenmelisse kann auch durch Samen vermehrt werden. Diese brauchen allerdings sehr lange zum Keimen. Dieses vielseitige Kraut sollte neben Minze in keinem Kräutergarten fehlen. Beide eignen sich für Tees, Sorbets und als Gewürz für vielerlei Süßspeisen. Für die Anzucht aus Samen folgst du einfach der Anleitung auf der Samentüte. Manche Kräuter sind Lichtkeimer und sollten nicht zu tief in die Erde, wie beispielsweise Dill und Fenchel. Im Gegensatz zum Fenchel muss Dill allerdings jedes Jahr neu gesät werden und liebt die warme Sonne. Wegen seiner Höhe ist Fenchel jedoch nur bedingt für die Fensterbank geeignet.

Bildernachweis:
alle Bilder – CC0 Public Domain / Pixabay.com

Ein Kommentar

  1. Tolle Idee, das mit den Kräutern auf der Fensterbank. Auf einer Weise sinvoll aber anderen dann auch wieder schön und deekorativ 🙂 Gefällt mir ^^

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