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Kräutertinkturen – einfach und hilfreich

Jeder der Kräuter im Garten hat, kann sich seine eigene Kräutertinktur zaubern. Mit wenigen Mitteln und einfachen Tricks gelingen die Kräutertinkturen um Handumdrehen.

Auf diese Weise kann man richtig Geld für teurere Tinkturen aus der Apotheke sparen. Zum anderen kann von der natürlichen Herstellungsweise profitiert werden – denn nur, wer etwas selbst herstellt weiß letztendlich auch, was drin ist. Wer auf Gesundheitsmittel aus der Natur setzt, ist mit einer Kräutertinktur aus dem eigenen Garten und eigener Herstellung bestens beraten.

So geht’s

Bildquellenangabe: © Annamartha / pixelio.de

Zuerst muss genau überlegt werden, welche Tinktur hergestellt werden soll.

  • Johanniskraut zum Beispiel hilft, die Nerven zu stärken und soll Lavendel enthalten.
  • Eine Tinktur aus der Ringelblume ist hervorragend für schlecht heilende Wunden geeignet.

Über die verschiedenen Tinkturen und deren Wirkweise erfährst du später noch mehr. Für die Herstellung einer Tinktur werden keine speziellen Mittel gefordert. Zum einen werden die Kräuter aus dem Garten benötigt und zum anderen ein einfacher Alkohol. Hierbei kann ruhig auf Doppelkorn oder Wodka aus dem Supermarkt zurückgegriffen werden. Wer es spezieller mag, kann auch den Alkohol aus der Apotheke verwenden. Ein Glas mit Schraubverschluss, zum Beispiel ein altes Gurkenglas und Filtertüten werden außerdem benötigt. Um die fertige Tinktur aufzubewahren, empfiehlt es sich ein Dunkelfläschchen mit Tropfeinsatz zu verwenden. Wenn du keines zu Hause hast, gibt es die Dunkelglasfläschchen im Handel oder in der Apotheke zu kaufen.

Wenn alles vorhanden ist, kann es auch schon mit der Herstellung losgehen. Für eine Kräutertinktur wird nur ein geringer Aufwand an zwei verschiedenen Tagen benötigt. An einem Tag wird die Tinktur angesetzt. Sobald, die Tinktur vollständig durchzogen ist, wird diese gefiltert und kann über einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden. Wie du siehst, ist das Herstellen einer Tinktur kein großer Aufwand und kann letztendlich von jedem vollzogen werden.

Kräuter? Ja, aber woher?

Wenn du keinen eigenen Garten hast, kannst du dennoch deinen eigenen Kräutergarten anpflanzen und eine Tinktur herstellen. Einige Kräuter bedürfen nur wenig Pflege und können auch im Wohnzimmer wachsen und gedeihen. Sollte es dennoch nicht möglich sein, eigene Pflanzen zu ziehen kannst du auch in den Wald gehen und Pflanzen sammeln. Begib dich auf die Suche wie einst die Druiden und sammle die gewünschten Pflanzen für den Zaubertrank. Hierfür solltest du dich jedoch sehr gut in der Kräuterkunde auskennen und nur Kräuterarten verwenden, die völlig schadstofffrei sind.

Die Kräutertinktur – der Ansatz

Eine Tinktur aus Kräutern wird immer im Verhältnis 1 : 10 angesetzt – ein Teil Kräuter und zehn Teile Alkohol. Ob nun für eine Tinktur frische oder getrocknete Kräuter verwendet werden, bleibt ganz dir überlassen. Je nachdem was du gerade zur Hand hast verwendet du diese Kräuter. Der Alkohol stellt bei der Tinktur das Wichtigste dar. Er sollte mindestens 40 – 45 Vol. % haben. Für das Ansetzen der Tinktur werden die Pflanzen gut zerkleinert. Jetzt kommt das Schraubglas zum Einsatz, das zu einem Drittel mit den Pflanzen befüllt wird. Den Rest kannst du nun mit Alkohol auffüllen und nach dem verschließen kräftig schütteln. Nach einer geraumen Zeit von fünf Tagen bis zu sechs Wochen ist die Tinktur fertig und muss nur noch gefiltert werden. Welchen Zeitraum du die Kräutermischung ziehen lassen musst, ist je nach Kräuterart völlig unterschiedlich. Nach dem Filtern empfiehlt es sich die Fläschchen ausreichend zu beschriften, damit du immer weißt, was sich darin befindet.

Bildquellenangabe: ©Susanne Schmich / pixelio.de

Die Kräuter und ihre Wirkung

Arnikatinktur:
Arnika ist meist in den Bergen zu finden. Die gelben Blüten sind der Ringelblume sehr ähnlich. Die Arnikatinktur hilft bei Zahnfleischentzündungen, Mandelentzündung, Bronchitis, Mundschleimhautentzündung, Rachenentzündung, Heiserkeit, Husten, Erkältung, Verstauchungen, Muskelkater und Fieber. Die Tinktur wird wie beschrieben angesetzt und sollte zwei bis sechs Wochen ziehen.

Anwendung:
Zwei bis dreimal täglich werden 10 bis 50 Tropfen mit Wasser verdünnt eingenommen. Zur äußerlichen Anwendung kann die Tinktur auf einer Kompresse oder pur verwendet werden.

Johanniskrauttinktur:

Johanniskraut wächst fast überall und leuchtet im Hochsommer in einem schönen Gelb. Die Johanniskrauttinktur kann bei Verdauungsschwäche, Nervosität, Depressionen, Schlaflosigkeit und Leberschwäche eingesetzt werden. Der Wirkstoff Hypericin kommt vor allem in den Blüten vor. Wenn die Tinktur nur aus Blüten hergestellt wird, enthält diese besonders viel Hypericin. Soll die Tinktur mehr für andere Beschwerden eingesetzt werden, sollten Blätter und Stiele aus dem oberen Teil der Pflanze ebenfalls verwendet werden. Die angesetzte Tinktur muss je nach gewünschter Intensität zwei bis sechs Wochen ziehen, bevor die Tinktur gefiltert werden kann. Die Johanniskrauttinktur soll Lavendel enthalten, da diese ebenfalls beruhigend wirkt.

Anwendung:
Um eine optimale Wirkung zu erzielen, werden zwei bis drei Mal täglich 20 bis 30 Tropfen eingenommen. Die Tinktur eignet sich auch zur äußerlichen Anwendung und kann pur auf die Haut oder mit einer Kompresse aufgetragen werden.

Kamillentinktur:

Die Kamillentinktur ist ein besonders altes Hausmittel, das eine vielfältige Wirkweise an den Tag legt. Die Tinktur wirkt bei: Erkältung, Halsentzündung, Husten, Blähungen, Verdauungsschwäche, Aufstoßen, Magenkrämpfe, Darmschleimhautentzündung, Zwölffingerdarmgeschwüre, Magengeschwüre, Durchfall, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen, Stress, Gicht, Ischias, Magenschleimhautentzündung, Blasenschwäche, Schlaflosigkeit, Nervosität, Rheuma, Hexenschuss, Menstruationsbeschwerden, Mundschleimhautentzündung, Allergien, entzündete Wunden, Ekzeme, Furunkel, Hautunreinheiten, Zahnfleischentzündung, Wundheilung, Geschwüre, Juckreiz sowie Hämorriden. Damit sich die Stoffe der Kamille zu einer wirksamen Tinktur entwickelt ist eine Wartezeit von sechs Wochen unbedingt nötig. Nach dieser Zeit kann die Tinktur gefiltert und verwendet werden.

Anwendung:
Die Kamillentinktur ist zur äußerlichen und innerlichen Anwendung geeignet. Doch aufgrund der austrocknenden Wirkung auf der Haut, sollte die Tinktur nur an den Stellen verwendet werden die betroffen sind. Sinnvoll ist es die Tinktur mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme zu mischen und somit der Austrocknung entgegenzuwirken. Für die Einnahme wird eine Menge von 20 bis 30 Tropfen bis zu drei Mal täglich empfohlen.

Neben den einfachen Kräutermischungen gibt es auch eine Reihe von Kräutern, die zusammen eine fantastische Heilwirkung aufweisen wie zum Beispiel bei der Hustentinktur.

Hustentinktur:

Wirksame Pflanzen gegen Husten sind Salbei, Thymian und Ysop. Diese Kräuter wachsen allesamt im heimischen Garten. Besonders im Sommer ist das Sammeln der Kräuter sinnvoll, da die Kräuter zu dieser Zeit besonders ausgeprägt in der Wirkung sind. Die Hustentinktur aus diesen Kräutern wirkt wohltuend bei normalen Erkältungserscheinungen und bei der leichten Form von Bronchitis. Salbei wirkt in der Tinktur adstringierend, während die anderen beiden Pflanzen antibakteriell wirken. Du kannst damit auch leichte Halsschmerzen mit den Kräutern aus der Natur behandeln. Für die Tinktur verwendet man ein Teil Salbei, ein Teil Thymian und ein Teil Ysop. Das Kräutergemisch wird nun wie gewohnt 1 : 10 mit Alkohol vermengt. Die Wartezeit vom Ansetzen der Tinktur bis hin zum Filtern sollte mindestens fünf bis sechs Wochen betragen.

Anwendung:
Die Hustentinktur eignet sich zum Einnehmen. Die empfohlene Menge beträgt hier: 30 – 40 Tropfen, zwei bis drei Mal täglich.

Wenn eine Kräutertinktur einmal angesetzt ist, hält diese in einem Dunkelfläschchen und an einem kühlen Ort in etwa ein Jahr. Wie du siehst, gibt es die verschiedensten Varianten einer einfach herzustellenden Tinktur.

Titelbild – Basilikum CC0 Public Domain-Pixabay.com

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