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Reis Anbau im Garten leicht gemacht

Reis stellt für die halbe Weltbevölkerung das Grundnahrungsmittel schlechthin dar. Auch in Deutschland wächst die Beliebtheit der Pflanze und sie gehört neben Kartoffeln und Nudeln zu den beliebtesten Speisenbeilagen. Daher ist es auch kein Wunder, dass der Reis Anbau auch hierzulande immer mehr unter Gartenfreunden ins Gespräch kommt.

Eckdaten der Reispflanze Oryza sativa

Die ursprüngliche Reispflanze wurde weitestgehend kultiviert, so dass sie besonders ertragreich ist und es von ihr inzwischen um die 8000 Sorten gibt. Die heutige Reispflanze gehört zur botanischen Familie der Gräser und wird zwischen 50cm und 1,60m groß, dabei bildet sie bis zu 30 Stängel aus. Jeder dieser Stängel besitzt eine Rispe, welche den überhängenden Blütenstand trägt und nach der Reifung 80 bis 100 Reiskörner enthält. Hochgerechnet bedeutet dies, dass eine Reispflanze im Idealfall bis zu 3000 Reiskörner trägt, nimmt man das Gewicht eines Reiskorns in Höhe von 0,25g (fällt je nach Reissorte auch unterschiedlich aus), dann würde sich damit ein Gesamtgewicht von 750g Reis ergeben. Der Gesamtertrag einer einzelnen Reispflanze würde damit also bis zu 1,5 Packungen gekauften Reis ergeben.
Der Anbau vom Reis findet hauptsächlich in den asiatischen Ländern statt, allerdings ist die Reispflanze sehr robust und kommt auch mit kalten Temperaturen gut zurecht. Einem Reis Anbau in Deutschland steht damit nichts im Weg.

Der ideale Standort für die Reispflanze

Die Reispflanze ist eine sehr genügsame und anpassungsfähige Nutzpflanze, welche keine großen Ansprüche an ihren Standort stellt. Tatsächlich benötigt sie noch noch nicht einmal unbedingt einen Garten zum Wachsen – sie kann selbst im eigenen gezüchtet werden. Für einen hohen Ertrag sollte aber ein möglichst sonniger Standort auf möglichst humusreichem Boden ausgewählt werden. Da der Humusgehalt vom Boden nach einer gewissen Bearbeitungszeit deutlich abnimmt, ist daher die Düngung mit Kompost oder Rinderdung ratsam. Ebenso sollte vermieden werden, dass der Boden zuviel mit mineralischen Düngern versehen wird, denn eine solche unausgewogene Düngung begünstigt den Humusabbau.
Die Meinung, dass die Reispflanze unbedingt im Wasser stehen muss, ist dagegen falsch. Auch wenn es auf Bildern und Videos beim asiatischen Reis Anbau gerne gezeigt wird – die regelmäßige Überflutung der Reisfelder dient nicht der Pflanze, sondern wird gegen Schädlinge und Unkraut eingesetzt. Damit ist diese Bearbeitungsart der Felder kein Erfordernis für ein gutes Wachstum der Reispflanze, sondern nur durch die hohe Anpassungsfähigkeit der Pflanze möglich.

Ein gutes Team: Reis und Wasser

Doch auch wenn die Reispflanze kein überflutetes Feld zum Wachstum benötigt – im Verhältnis zu anderen Nutzpflanzen benötigt sie eine große Menge an Wasser. Wenn sie im Freiland angebaut wird, sollte sie daher außerhalb der Regenzeiten regelmäßig gegossen werden und im Topf auf der Fensterbank fühlt sich die Reispflanze besonders wohl, wenn im Untersetzer ständig Wasser vorhanden ist.

Kaum pflegebedürftig

Beim Anbau von Reis benötigt man weder viele Kenntnisse über den Gartenbau beziehungsweise auch keine großen Mühe. Die anpassungsfähige Pflanze ist äußerst genügsam und findet sich unter den verschiedensten Gegebenheiten zurecht. Die Reispflanze ist einjährig und benötigt – wenn überhaupt – nur eine minimale Düngergabe in den ersten 6 Wochen. Beachten muss man grundsätzlichen nur die regelmäßige Wassergabe, ansonsten sind die ersten Reiskörner bereits nach 6 bis 8 Wochen reif. Auch beim Ernten zeigt sich wieder der geringe Pflegeaufwand: häufig fallen die reifen Reiskörner von selbst aus den Halmen, ansonsten muss der Halm zur Ernte nur einmal kurz geschüttelt werden. Aufgrund der geringen Körnergröße sollte allerdings zur Erntezeit ein Tuch oder eine Folie unter die Pflanze gelegt werden, so dass die kleinen Körner nicht einzeln vom Boden aufgesammelt werden müssen.

Ist der Anbau von Reis lohnenswert?

Trotz des geringen Pflegeaufwands der Reispflanze gehört diese in Deutschland noch eher zu den selten zu sehenden Pflanzen im Gartenanbau. Dieses liegt wahrscheinlich zum Teil an der Unkenntnis über die Robustheit der Pflanze (bei den meisten wird die Reispflanze automatisch den asiatischen Ländern als Wachstumsgebiet zugeordnet), andererseits macht sich die Seltenheit der Pflanze hierzulande beim Preis bemerkbar. 3 Reispflanzen werden häufig zu einem Preis von knapp über 10 Euro angeboten – rechnet man mit dem höchsten Ertrag der Reispflanze (750g), dann würden die 3 Reispflanzen einen Gesamtertrag von 2250g bringen. Verglichen mit dem kaufbaren Reis ist dementsprechend der Eigenanbau alleine schon vom Anschaffungspreis der Pflanzen teurer.
Trotzdem bringt der Reis Anbau im eigenen Garten Vorteile für den Hobbygärtner mit sich – neben der Freude am Anbau kommt noch hinzu, dass der selbst angebaute Reis nur mit dem Dünger versetzt ist, den man selbst verwendet hat. Es wird also ein sicheres Lebensmittel mit geringem Schadstoffgehalt gewonnen.

Der Artikel wurde sich gewünscht von Sebastian Bade

Über Andreas

6 Kommentare

  1. Sehr schöner Artikel mit vielen interessanten Infos.
    Habe mich nun entschlossen selbst Reis anzubauen. Bereits 22 von 30 Samen haben gekeimt.
    Allerdings stelle ich mir nun ein Paar fragen, die nicht aus dem Artikel hervorgehen.
    Wie verarbeite ich die Reiskörner nach der Ernte?
    Müssen die Körner irgendwie geschält werden oder kann man sie direkt verwenden?
    Wenn ja, wie schält man die Samen am besten?

  2. Hallo,

    Kann man die gewonnenen Reiskorner denn wieder aussähen oder handelt es sich bei den meisten Reispflanzen, die man erwerben kann um Hybridsaatgut, was nicht vererbt wird?

    Lg

    Milo

  3. Danke für die gute einfache Beschreibung! Mein Reis ist ca. 50cm hoch.2 Sorten habe ich gesäet.Sehr deorativ! Eine Sorte wächst in einer gelöcherten Plastikiste im Fischteich.Die andere welche höher und grüner ist in einer Mörtelwanne. Alle 5 Tage fülle ich diese bis 2cm über die Wurzel mit Wasser auf und lasse sie dann wieder austrocknen.Blütenansatz habe ich noch keinen aber die Halme vermehren sich gut.Trudi

  4. Wow meine ersten Reispflanzen haben die Rispen bekommen.Die Blüten sin sehr klein ,wie bei Gräsern üblich.Bin sehr neugierig was weiter passiert.

  5. Heute habe ich die erste Ladung von 2 verschiedenen Reissorten gesäet.Einer ist der Rote aus der Camargue der 2te ist der Schwarze.Später werde ich noch 2 andere Sorten aussäen.Mal schauen wie diese keimen.

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