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Bild rote Rosen

So kommen Sie zum perfekten Rosengarten

Bildnachweis noiram / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Rosen gelten als die „Königinnen der Blumen“ und als solche werden sie auch schon seit Jahrhunderten in Gärten gepflegt. Dabei stellen Rosen einige Ansprüche an Umgebung und Pflege, damit sie mit ihren großen oder kleinen, gefüllten oder ungefüllten Blüten in allen erdenklichen Farben, außer in Blau, ein wahres Blütenmeer im Rosengarten ergießen können. Blaue Rosenblüten werden wohl ein nie erreichtes Ziel der Züchter bleiben, die jedes Jahr mit neuen, meist widerstandsfähigeren Rosenzüchtungen aufwarten. Denn Rosen fehlt das Pigment Delphiniium, das eine blaue Färbung hervorrufen würde.

Ansprüche an den Standort

Absoluten Schatten und den Schattenwurf hoher Baumkronen vertragen Rosen überhaupt nicht. Ansonsten lässt sich in jedem Garten ein geeigneter Platz für einen Rosengarten finden. Viele Rosen gedeihen auch gut im Halbschatten von Gestellen oder Mauern. Allerdings sollte hier die Sonne täglich vier bis fünf Stunden Licht spenden, sonst „schießen“ die Rosentriebe auf der Suche nach Licht in die Höhe und bilden keine oder nur wenige Blüten aus. Im Halbschatten werden Rosen zudem niemals die gleiche Blütenpracht entfalten wie an einem sonnigen Standort. Für einen Rosengarten ist also eine sonnige Lage zu bevorzugen. Aber eine exponierte Südlage entlang eines gepflasterten Weges birgt das Risiko, dass die Sonnenenergie vom Weg reflektiert wird und das Rosenlaub verbrennt. Darüber hinaus muss der Standort luftig sein, damit das Laub nach dem Regen schnell wieder abtrocknen kann. Das ist besonders wichtig, da feuchtes Laub ein guter Nährboden für Pilzkrankheiten ist.

Rosen wurzeln sehr tief. Die Pfahlwurzel kann bis weit über 50 Zentimeter ins Erdreich reichen. Daher sind Rosen nur bedingt für Kübelpflanzungen geeignet und bedürfen im Rosengarten einen tief gelockerten Boden mit einem pH-Wert zwischen 7,5 und 6,5. So sollte der Boden 50 bis 60 Zentimeter tief aufgelockert werden. Bei schweren Lehmböden tiefer als bei sandigen Böden, da hier sonst Nährstoffe und Wasser zu schnell versickern.

Die Rosenarten im Überblick

Edelrosen, auch Teehybriden genannt, sind gute Schnittblumen und stechen durch ihre einzelne, große, gefüllte und duftende Blüte hervor. Edelrosen wachsen leicht buschig aufrecht und werden bis 100 Zentimeter hoch. Edelrosen sollten immer in Gruppen oder als Hecke gepflanzt werden.

Beetrosen sind sehr robust und werden in allen erdenklichen Blütenformen angeboten. Diese blühen reichlich, meist in Dolden, werden bis 80 Zentimeter hoch und bilden etwa 50 Zentimeter breite Büsche aus.

Zwergrosen sind verkleinerte Abbilder ihrer großen Schwestern und stimmen im Aufbau mit diesen überein. Allerdings werden Zwergrosen nur maximal 50 Zentimeter hoch und eignen sich daher besonders für Beeteinfassungen von Edelrosen, die nach dem Frühjahrsrückschnitt einige Wochen benötigen, um das Beet zu füllen.

Die Wuchsform der Bodendeckerrosen lässt sich leicht erkennen, denn diese wachsen mehr in die Breite und können beispielsweise an Hanglagen als Erosionsschutz gepflanzt werden.

Eine Alternative für die Hangbegrünung sind Kletter- oder Schlingrosen. Ihre zwei bis acht Meter langen Triebe sind aber vor allem für die Mauer- und Pergolenbegrünung, zur Überwucherung von Pyramiden, Rosenbögen oder anderen Schmiedeeisen- oder Holzkonstruktionen sowie von kahlen, alten Obstbäumen, wie es typisch für englische Gärten ist, geeignet. Nicht alle Kletterrosen blühen mehrmals, einige blühen auch am mehrjährigen Holz, sodass dies beim Schnitt berücksichtigt werden muss. Damit Kletterrosen über die gesamte Wuchshöhe blühen und sich unten keine blütenlose Stelle bildet, sollten die Haupttriebe immer waagerecht geführt werden. An Mauern wird dazu verzinktes Draht mit mindestens 13 Zentimeter Mauerabstand gespannt, um die Luftzirkulation zu gewährleisten. Und an Pyramiden werden die Triebe spiralförmig mit Gartendraht befestigt. Allerdings muss das Draht nach einiger Zeit ausgetauscht oder entfernt werden, damit das Draht nicht einwächst und die Rose daran verendet. Kletterrosen können auch als Hecke gezogen werden. Dazu werden Pfähle im Abstand von 150 Zentimeter fest im Boden verankert und verzinktes Draht gespannt.

Strauchrosen entfalten in Einzelstellung oder als Heckenpflanzung ihre volle Pracht mit ihren ungefüllten oder gefüllten Blüten. Eine einzelne Strauchrose kann bis zwei Meter hoch werden. Hier unterscheiden sich mehrmals blühende Strauchrosen und nur einmal blühende Parkrosen, die im Herbst rote Hagebutten (dafür dürfen die Blüten nicht abgeschnitten werden) und somit einen weiteren Schmuck für den Rosengarten ausbilden. Bei Strauchrosen werden im Frühjahr nur die Seitentriebe eingekürzt und Todholz entfernt. Strauchrosen sind mit anderen Straucharten gut verträglich und sehr anpassungsfähig.

Halb-, Hoch- und Trauerstammrosen entstehen durch Veredlung einer Rose auf einen Wildrosenstamm. Die verwendete Rosenart bestimmt dabei das spätere Aussehen, wobei vor allem Kletterrosen für die überhängenden Trauerstammrosen mit einer Stammhöhe von 140 Zentimeter dienen. Für Hoch- und Halbstämme (90 bzw. 60 Zentimeter hoch) werden bevorzugt Zwerg-, Edel-, Bodendecker- und Beetrosen verwendet. Diese empfehlen sich für Einzelstellung oder Alleenpflanzung. Hochstammrosen benötigen immer einen Pflanzstab, der so dicht wie möglich am Stamm im Boden verankert wird und eine Handbreit über die Rose hinausreicht. Dies kann ein dekorativer Eisen- oder Bambusstab sein. Zum Festbinden wird ein Hanfseil benutzt, das achtförmig um Stab und Stamm gewickelt und am Stab verknotet wird.

Alle Rosen stammen von Wildrosen mit einer einfachen, ungefüllten, fünfblättrigen Blüte ab. Wildrosen sind von Natur aus widerstandsfähig gegen Krankheiten. Vor allem die Kartoffelrose entwickelt auch auf kargen Böden eine üppige Blütenpracht. Zweifarbig gruppiert, bilden Kartoffelrosen natürliche Grundstückseinfassungen oder Zäune.

Ein Garten voller Rosen

Im reinen Rosengarten sollten die einzelnen Rosen nicht durcheinander gepflanzt werden. Vielmehr sollten einige Exemplare einer Sorte eine Gruppe bilden und diese mit Rosen anderer Farbnuancen und Blütezeiten kombiniert werden. Außerdem erdrücken üppig blühende Rosen optisch die Eleganz der Edelrosen. Als Faustregel gilt: für einen Rosengarten werden durchschnittlich vier Rosen pro Quadratmeter benötigt. Bunte Rosengkugeln aus Glas oder Keramik sollten auch in keinem Rosengarten fehlen.

Geeignete Pflanzgemeinschaften im Rosengarten

Im Rosengarten bilden die Rosen den Pflanzenschwerpunkt. Rosen vertragen sich aber auch mit allen anderen Blumen, die ihre Blütenform unterstreichen und deren Farbgebung sanfter ausfällt. So harmonieren unter anderem Frauenmantel, Glockenblume, Katzenminze, Lavendel, Schwertlilie, Veronika, Zwergsalbei und zierliche Gräser besonders gut mit Rosen. Kletterrosen können mit Clematis und anderen Blühsträuchern, die zeitlich versetzt blühen, wie Forsythie, Säckelblume oder Japanische Scheinquitte, kombiniert werden.

Worauf beim Rosenkauf geachtet werden muss

Rosen, die im „Nachbarsgarten“ gedeihen, kommen mit dem örtlichen Klima gut zurecht. Dies kann als grobe Orientierung genutzt werden. Alle Rosen, egal, ob wurzelnackte (nur im Herbst und Frühjahr erhältlich) oder Containerware, werden in zwei Qualitätsstufen angeboten – A und B. Diese unterscheiden sich durch die Mindestanzahl von Trieben (A: drei Triebe, B: zwei Triebe). Beide Qualitäten müssen über gut verzweigte Wurzeln verfügen. Unabhängig der Qualitätsstufe muss auf Verletzungen, Flecken (Krankheitsanzeichen), feste Zweige und auf eine glatte Rinde geachtet werden, um eine gesunde und kräftige Pflanze zu erhalten. Weiße Triebe, die unter Folien entstehen, gehen im Garten ein. Bei Containerrosen stehen Moos- und Algenbelag sowie aus dem Containerboden reichende Wurzeln für gut durchwurzelte Pflanzware. Natürlich darf der Blick auf die Sortenbeschreibung nicht fehlen, denn hier werden die individuellen Eigenschaften angegeben.

Pflanz- und Pflegehinweise

Vor dem Pflanzen müssen wurzelnackte Rosen bis zu 24 Stunden gewässert werden. Containerpflanzen werden nur ein paar Minuten mit dem Topf ins Wasser getaucht. Der Topf lässt sich nach dem Abtropfen leicht entfernen. Nur schadhafte Wurzeln und wurzelnackte Ware (maximal ein Zentimeter) dürfen beschnitten werden. Für ein gutes Anwachsen müssen die Triebe wurzelnackter Rosen auf 15 Zentimeter gekürzt werden. Im Pflanzloch müssen die Wurzeln senkrecht nach unten Platz haben und die Veredlungsstelle gut fünf Zentimeter unter der Erde sitzen. Die Triebe der wurzelnackten Rosen müssen zudem angehäufelt werden. Eine Düngergabe bei der Pflanzung ist nicht notwendig. Die letzte Düngergabe, es sollte bevorzugt organischer Dünger (Rinderdung) verwendet werden, sollte im Juli erfolgen, damit die Rosen ausreifen können.

Ein Rückschnitt hat bei Rosen mehrere Funktionen. Werden verwelkte Blüten über der nächsten Knospe mit der Rosenschere entfernt, regt das eine erneute Blütenbildung an. Der Herbstschnitt, hier werden die Triebe gut 1/3 gekürzt, dient dem Winterschutz. Der Frühjahrsschnitt, der je nach Witterung nicht vor Mitte März/April erfolgen sollte, verjüngt und regt Wachstum und Blüte an. Bei diesem Schnitt werden nur drei bis fünf kräftige Triebe mit je maximal sechs Knospen belassen. Dabei wird der Schnitt etwa einen halben Zentimeter über der Knospe angesetzt und schräg nach hinten ausgeführt. Es sollten immer Todholz und die helleren Wildtriebe entfernt werden. Wildtriebe zehren an der Rose und werden im Wurzelbereich herausgerissen, dafür wird die Wurzel etwas freigelegt. Bei Hochstämmen entspringen die Wildtriebe am Stamm und müssen auch am Stamm abgeschnitten werden. Eine Rosenhecke kann ohne großartigem Schnitt in relativ kurzer Zeit hoch und dicht werden, sollte aber spätestens, wenn sich nur noch ganz oben Blüten bilden, um die Hälfte eingekürzt werden.

Als Winterschutz im Rosengarten werden alle Rosen (bis auf Bodendeckerrosen) etwa 15 Zentimeter hoch angehäufelt und mit Stroh und Reisig bedeckt. Hochstämme können zusätzlich auf den Boden gebogen, fixiert und abgedeckt werden. Ältere, nicht mehr so biegsame Hochstämme, erhalten einen Stroh- und Reisigmantel unter einem Jutesack oder einer (lustigen) Vlieshaube. Dieser Winterschutz muss auch die Veredlungsstelle bedecken. Für Kletterrosen und Rosenhecken bietet sich eingehängter Tannenreisig als Winterschutz an.

Bildnachweis:
Titelbild – rote Rosen CC0 Public Domain-Pixabay.com

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für die hilfreichen Tips. Informiere mich schon seit längerem über die Zucht von Rosen. Mein letzter Versuch ging etwas in die Hose, deshalb wollte ich mich vor dem zweiten Versuch besser informieren. Der Artikel hat mir dabei sehr geholfen. Danke dafür 🙂

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