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Tulpen – lebendige, farbenfrohe Geschichte für jeden

Es gibt allein über 3000 verschiedene Tulpensorten, von noch eher kleinblütigen und noch sehr ursprünglichen Verwandten der Wildtulpen über die großblütigen Zierpflanzen. Allen gemein ist, dass sie schon sehr früh im Jahr einen Farbrausch im Garten und auf dem Balkon entfesseln und so die triste Winterzeit endgültig vertreiben. Damit die empfindlichen Zwiebelgewächse ihre volle Schönheit über viele Jahre verströmen, ist die richtige Pflege wichtig. Allein aus Respekt vor der Geschichte gebührt den Tulpen alle Ehre.

Ursprung der Tulpen

Die Tulpen (Tulipa) gehören zu der Familie der Liliengewächse (Liliaceae) und sind ursprünglich von Europa bis Asien und in Afrika beheimatet. Ihre frühe Blüte und die Erinnerung an einen Turban, der ihr den Namen Tulpe verschaffte, hat sie schon zeitig zu einer von Menschen sehr geschätzten Zierblume gemacht. Doch haben die Tulpen nicht in Persien ihren Höhepunkt der Verehrung erhalten, sondern in der Tulpenmanie der Niederländer ab den 1550er Jahren. Dort wurden sie sogar zum Spekulationsobjekt und lösten 1637 eine Spekulationsblase aus.

Tulpen – essbar oder giftig?

Uneinigkeit herrscht oft darüber, ob Tulpen nun giftig oder sogar essbar sind. Das Tulpengrün gilt als überaus giftig. Achte daher darauf, dass du Tulpen nicht neben hohe Gräser oder Katzenminze pflanzt. Andernfalls könnte dein Haustier aus Versehen etwas von den Blättern fressen und Schaden nehmen.
Ganz anders sieht es jedoch bei den Zwiebeln aus. Schon in der niederländischen Hungersnot des Zweiten Weltkrieges verkauften Tulpenzüchter die Zwiebeln als Nahrungsersatzmittel. Frische Zwiebeln sollen süßlich und leicht nach Milch schmecken. Jedoch kann es sein, dass neu gezüchtete Arten zur Abwehr von Fressfeinden, allen voran Wühlmäusen, giftige Substanzen in die Knollen eingelagert haben.

Tulpen in Blumenkästen
Auch in Blumenkästen fühlen sich Tulpen wohl.

Garten und Balkon

Tulpen kommen sowohl im Garten als auch auf dem Balkon zur Blüte. Sie brauchen einen sehr sonnigen Standort. Achte darauf, dass der ausgewählte Platz auch im zeitigen Frühling bereits genug Sonne erhält, denn schon ab Anfang März zeigen sich die ersten Blüten. Die Blütezeit erstreckt sich dank vieler Neuzüchtungen bereits bis weit in den Mai hinein und so ist ein zeitliches Timing bei der Standortwahl essentiell. Um besonders kräftige Blüten zu erhalten, ist das Düngen mit Kompost oder Pferdemist wichtig. Im Frühling, sobald die ersten Blätter ausgetrieben sind, brauchen die Tulpen einen Nährstoffschub.

Am besten werden die Tulpenzwiebeln bereits im Oktober gesetzt, damit sie noch vor dem ersten Frost einwurzeln können. Hast du den Zeitpunkt verpasst und willst dennoch nicht auf die Tulpenpracht verzichten, musst du die Zwiebeln im Keller oder Schuppen trocken, vor Licht geschützt und vor allem kühl lagern. Die Temperatur darf keinesfalls über 10°C steigen. Im Februar holst du sie dann ins Warme und lässt sie vortreiben. Anfang März kommen die Zwiebeln in den Garten bzw. Balkonkasten. Dabei musst du besonders vorsichtig mit den Wurzeln und Trieben umgehen. Die Zwiebel muss vollständig mit Erde bedeckt sein und circa 20 cm tief im Boden stecken. Regelmäßiges Gießen unterstützt die Tulpen beim Anwachsen, aber vorsichtig: Staunässe vertragen die empfindlichen Zwiebeln gar nicht! Um das Faulen zu verhindern, kannst du den Boden mit Sand vermischen und so eine aufgelockerte Erde mit ausreichender Drainage erreichen. In Töpfen und Balkonkästen brauchst du unbedingt einen Wasserabfluss.

Und noch ein besonderer Tipp:
Ein Gitterkorb um die Zwiebeln schützt vor Wühlmäusen und vereinfacht das Herausnehmen der Zwiebeln nach der Blüte.

Nicht jede Tulpe muss, nachdem das Laub abgestorben ist, aus der Erde geholt werden, um auch im nächsten Jahr wieder zur vollen Blüte zu kommen. Wildtulpen wie die Fosteriana (Tulipa fosteriana) oder die auf der roten Liste stehende Weinbergtulpe (Tulipa sylvestris) können das ganze Jahr über in der Erde bleiben und „verwildert“ werden. Einzige Bedingung ist ein den ganzen Sommer über trocken bleibender Boden.

Hyazinthen und Tulpen
Hyazinthen und Tulpen lassen sich gut kombinieren.

Tulpen – Allein oder mit Begleitung

Eine Besonderheit von Blumen im Garten ist, dass kaum eine Farbe hässlich, zu matt oder zu kräftig erscheint. Während die Farbwahl für Zimmer- und Schnittblumen zum Problem werden kann, fügen sich Blumen im Garten stets harmonisch in die Natur ein. Und so verhält es sich auch mit Tulpen. Sie können in jeder Farbkombination zusammengestellt werden und dennoch wirkt das Gartenbild nie unruhig. Aber auch ganze Stauden bzw. Tuffs aus einfarbig blühenden Tulpen haben ihren Charme. So sind der Kombination praktisch keine Grenzen gesetzt. Du kannst deine Lieblingstulpen sowohl solitär stellen als auch in Gruppen. Einen originellen Eyecatcher bilden die schmucken Farbbälle im Rasen bzw. auf einer Wildblumenwiese. Besonders die noch ursprünglicheren, früh blühenden Sorten entfalten hier einen leichten, frühlingshaften Zauber.

Zusätzlich kannst du Tulpen mit allerlei Begleitern versehen, um selbst auf kleinstem Raum, wie dem Balkon oder kleinen Beeten, eine üppige Blütenpracht zu erzielen. Hier musst du dich vor allem nach den Blühzeiten der einzelnen Tulpenarten richten.

Die frühen Tulpen können mit Hyazinthen, Traubenhyazinthen, Krokussen und Veilchen kombiniert werden. Schneeglöckchen hingegen eignen sich, da sie schattige Plätze bevorzugen, nicht und auch Narzissen sind ungeeignet.
Später blühende Sorten werden mit Vergissmeinnicht, Goldlack, Zierlauch, Tränendes Herz, Nachtviolen, Gemswurz, Stiefmütterchen, Wolfsmilch und vielen mehr kombiniert.

Tulpen als Schnittpflanze
Auf die richtige Pflege kommt es auch bei Schnittpflanzen an.

So bleiben Tulpen lange frisch

Blumen im Haus gehören für die Meisten zu einer Selbstverständlichkeit. Die bunten Blüten verbessern die Atmosphäre und verschönern jedes Zimmer. Doch ist es schade, dass Schnittblumen schnell verblühen.

Mit ein paar einfachen Tipps kannst du die Lebenszeit in der Vase verlängern:
  1. Tulpen solltest du am besten früh morgens schneiden, wenn das Wasserpotential in den Stängeln noch hoch ist. Über die Nacht können die Pflanzen Wasser „trinken“ und sind am Morgen prall gefüllt. Nach dem Schnitt solltest du die Tulpen sofort ins Wasser stellen. Je mehr Zeit zwischen dem Anschnitt und dem Wasserkontakt vergeht, desto mehr Luft kann in die Wasserleitbahnen im Stängel gelangen. Diese kann nicht mehr entweichen und die Blumen trocknen schneller aus.
    Bei gekauften Blumen ist daher ein großzügiger neuer Anschnitt von Nöten, da niemand wissen kann, wie die Tulpen vorher behandelt wurden. Dieser muss extrem schräg erfolgen, damit die Oberfläche, mit der die Blumen Wasser aufnehmen, bestmöglich vergrößert wird. Dazu verwendest du keinesfalls eine Schere, sondern ein sehr scharfes Messer. Die Schere würde die empfindlichen Wasserleitbahnen quetschen und so deren Funktion einschränken.
  2. Die Wahl der Vase ist nicht unerheblich für den Blumenschmuck im Haus. Tulpen wachsen überraschenderweise nach dem Schnitt noch deutlich weiter, sodass sich ihre Gestalt schon nach wenigen Stunden verändert. Wenn du dir gerade gewachsene Tulpen wünscht, musst du daher eine sehr hohe Vase wählen, während vergleichsweise niedrige Behältnisse zu schwungvoll gebogenen, fast schon krautigen Tulpen führen.
  3. Auch durch eine intelligente Wasserversorgung kannst du die Haltbarkeit der Blumen erhöhen. Zunächst einmal löst du ein bisschen Zucker, ein Teelöffel pro Liter reicht vollkommen aus, in lauwarmen Wasser auf. Am besten ist Regenwasser geeignet. Dann füllst du deine auserwählte Vase nur so viel, dass gerade einmal die Schnittflächen der Blumenstängel bedeckt sind. Jetzt musst du das Wasser täglich nachfüllen, ohne das Restwasser auszutauschen. Dies hat den Effekt, dass die Tulpen keinen Wachstumsschub bekommen und so langsamer verblühen. Aber aufgepasst – gerade in warmen Räumen „trinken“ Tulpen viel Wasser und sobald die Schnittflächen trocken fallen, gelangt Luft in die Leitbahnen und ein erneuter Anschnitt wird unumgänglich.
  4. Ein weiterer Tipp, um die Blütenpracht möglichst lange zu erhalten, ist neben einer niedrigeren Raumtemperatur vor allem, die Blumen von Obst fernzuhalten. Reifendes Obst, allen voran Bananen und Äpfel, verströmen ein wachstumsförderndes Gas, das die Tulpen schneller verblühen lässt.

Gut zu wissen – Tipps von der Tulpen-Expertin


Bilder:
alle Bilder – CC0 Public Domain / Pixabay.com

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