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Bild Regenwurm

Wie nützlich ist der Regenwurm im Garten?

Jeder kennt sie, aber die meisten finden sie eklig: die Regenwürmer. Doch was eklig aussieht ist für Gärtner ein echter Garant für guten Boden!

Ein Blick in die Vergangenheit

Bereits die griechischen Philosophen Aristoteles und Platon stießen auf die Erkenntnis, dass Regenwürmer als Garant für guten Boden und Fruchtbarkeit unverzichtbar sind.
Auch der Begründer der Evolutionstheorie, Charles Darwin, studierte die Regenwürmer sowie deren Verhalten ausführlich und veröffentlichte im Jahr 1881 ein Werk, welches die Bedeutung der Regenwürmer für die Humusbildung deutlich herausstellte. Allerdings hatte sein Werk keine direkten Konsequenzen für den praktischen Land- und Ackerbau.

Allgemeines zum Regenwurm

Die Regenwürmer zählen zu den Ringelwürmern, welche sich durch einen langgezogenen runden Körper auszeichnen, welcher aus einer großen Anzahl gleichartiger Segmente besteht. Im Vorderende befinden sich Keimdrüsen männlicher und weiblicher Art, da Regenwürmer Zwitter sind. Trotzdem kommt es nicht zur Selbstbefruchtung: in der Abenddämmerung oder der Nacht verlassen die Regenwürmer zu zweit die Gänge und tun sich zur Paarung zusammen. Dabei legen Sie ihre Vorderenden in entgegengesetzter Richtung aneinander und verkleben miteinander.
Die Ernährung der Regenwürmer erfolgt durch abgestorbenes Pflanzenmaterial sowie die darin enthaltenen Mikroorganismen, Bakterien und Pilze. Diese werden durch andere Bodenbewohner oft vorverdaut, was dem Regenwurm seine Arbeit erleichtert.

Regenwurm gut für den Boden
Die Regenwürmer können als Garant für einen fruchtbaren Boden gesehen werden.

Die humusbildende und bodenverbessernde Tätigkeit der Regenwürmer

Die Regenwürmer können als Garant für einen fruchtbaren Boden gesehen werden, was daher rührt, dass es im Darm der Regenwürmer zur Durchmischung von mineralischem und organischem Material kommt. Der dabei entstehende Regenwurmkot, welcher auch als Ton-Humus-Komplex bezeichnet wird, ist äußerst nährreich für alle möglichen Pflanzen. Da Regenwürmer kein Atmungsorgan haben, nehmen sie den Sauerstoff über ihre Haut aus der Luft bzw. aus dem Wasser auf, indem sie ihn herauslösen. Das funktioniert nur bei einer ausreichend hohen Luftfeuchtigkeit, welche insbesondere im Frühjahr sowie im Herbst gegeben ist. Aus dem selben Grund sieht man die Würmer oft nach Regenschauern oder an nebeligen, trüben Tagen.

Doch nicht nur die Fruchtbarkeit des Bodens wird durch den Regenwurm verbessert: da der Regenwurm sich hauptsächlich damit beschäftigt altes, totes Material und Erde zu fressen und dadurch den Erdboden „umzugraben“, beugt der Regenwurm auch Erosionen vor und hilft dabei den Boden ausreichend zu belüften.

Warum ist der Regenwurm so nützlich?

Maßnahmen zur Regenwurmförderung im Garten

Da Regenwürmer eben so nützlich für unseren Garten sind ist es nur logisch, dass man versuchen sollte die Regenwürmer im Garten zu halten und nicht etwa durch künstliche Eingriffe zu vertreiben:

  • Der Regenwurm bevorzugt einen neutralen Boden (etwa pH-Wert 7), deswegen empfiehlt es sich in Maßen basisch zu düngen (beispielsweise mit Kalk).
  • Das flächige Auftragen von Mulch, Komposterde und andere organischen Düngern versorgt sämtliche Bodenlebewesen mit ausreichend Nahrung in Form von abgestorbenem oder verrottetem organischem Material und hält darüber hinaus den Boden für die Tiere angenehm warm.
  • Das Umgraben des Bodens stellt für das Bodenleben eine erhebliche Beeinträchtigung dar, da die Bodenschichtung „plötzlich Kopf steht“. Es empfiehlt sich daher den Boden mit einer Grabgabel nur zu lockern und zu belüften.
  • Verwendung von künstlichen Düngern ist Tabu! Da synthetische Dünger in der Regel die Salz- und Säurekonzentration im Boden anheben, schädigen diese die Würmer und ihre äußerst empfindliche Haut.

Kompostwürmer sind auch nicht zu vernachlässigen

Insgesamt gibt es 39 Arten der Regenwürmer wobei wir im Alltag in der Regel den Aal- oder Tauwurm meinen. Doch auch andere Wurmarten haben einen großen Nutzen für Gärtner und Gartenbaufreunde. Der Kompostwurm, welcher auch Mist- oder Humuswurm genannt wird ist einer davon. Der Kompostwurm baut im Gegensatz zum ausführlich beschriebenen Aalwurm keine Tunnel, sondern erzeugt nur feine und krümelige Erde welche sehr fruchtbar ist.
Wer den Kompostwurm anlocken oder durch den Winter füttern will ist gut beraten, wenn er ihm seine Lieblingsspeisen serviert: Stallmist, Kaffeesatz und auch Zwiebelabfälle gehören dazu.

Der Besiedlung des Gartens nachhelfen

Wer kein Glück hat, mit den Regenwürmern im eigenen Garten, kann nachhelfen indem er Regenwürmer nachkauft. Der Onlinehandel rund um die kleinen schleimigen Würmer boomt und das zum Vorteil der Kunden: die Preise für ein halbes Kilogramm Regenwürmer liegt noch bei rund 20 Euro – vor ein paar Jahren war der Preis noch etwa doppelt so hoch.

Die enorme Leistung der Regenwürmer

Bereits Charles Darwin berechnete das Leistungsvermögen der Regenwürmer seinerzeit auf 45 Tonnen Wurmkot pro Hektar und Jahr. Heutzutage kann man davon ausgehen, dass diese Berechnungen sogar noch zu niedrig ausgefallen sind. Man geht heute davon aus, dass bei einem funktionierenden Boden mit einer Regenwurmpopulation von bis zu 400 Regenwürmern pro Quadratmeter eine Leistung von bis zu 100 Tonnen Wurmkot pro Hektar realistisch sind.

Bildernachweis:
Titelbild – CC0 Public Domain / Pixabay.com
Regenwürmer im Boden – CC0 Public Domain / Pixabay.com
Titelbild im Facebookbeitrag – CC0 Public Domain / Pixabay.com

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