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Bauerngärten gestalten

Bauerngarten – schon das Wort erweckt ein Gefühl von Behaglichkeit und Nostalgie. Viele bunte Blumen, dazwischen Gemüse, Kräuter und Obst, ein bäuerlicher Garten erscheint wie ein geordnetes Chaos. Kein Wunder, dass viele Menschen ein solches Stückchen Erde mit Buchsbaumhecken, Lattenzäunen, Sonnenblumen oder Stockrosen gern vor der eigenen Tür hätten. Wie du selbst einen idyllischen Garten im bäuerlichen Stil gestalten kannst, erfährst du hier.

Bildnachweis cocoparisienne / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Gemüse und Blumen in bunter Mischung

Ursprünglich waren Bauerngärten einfach Gärten, die von Bauern am Haus bewirtschaftet wurden. Gemüse für die tägliche Nahrung wurde darin gezogen und dazwischen säte die Bauersfrau ein paar Blumen aus, die ihr gefielen. Im Laufe der Zeit erkannten die Gärtner, dass es Blumen gibt, die sich mit Gemüse wunderbar vertragen und vor Schädlingsbefall schützen können. Dieses Wissen führte zu einer Kombination ausgewählter Gemüsesorten und der dazu passenden Blumen und Zierpflanzen. Erst Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts entwickelten sich Bauerngärten zu dem, wie wir sie heute kennen und lieben.

Standort und Anlage

Bauerngärten anzulegen ist nicht schwierig, die Pflege allerdings gestaltet sich um einiges aufwendiger als bei normalen Ziergärten. Ein Bauerngarten ist in erster Linie ein Nutzgarten, in dem Gemüse und Obst für den Eigenbedarf angebaut werden. Zunächst wird die zur Verfügung stehende Fläche mit zwei sich kreuzenden Wegen in vier Teile getrennt. In den entstandenen Vierteln werden die Beete angelegt, dabei wird auf ein geometrisches Gleichgewicht geachtet. Da in Bauerngärten auch sonnenbedürftige Pflanzen wie Tomaten oder Gurken wachsen sollen, ist ein sonniger Standort auf der Südseite besonders gut geeignet. Die Beete können in jeder gewünschten Form angelegt werden: rund, eckig, oval oder achteckig. Amerikanische Bauerngärten bestehen zum Beispiel nur aus gleichgroßen rechteckigen Beeten, englische Gärten wirken verspielt mit ausgefallenen Formen. Erlaubt ist, was gefällt, nur die geometrische Ausrichtung sollte eingehalten werden. In typischen Bauerngärten bildet ein Rondell den Mittelpunkt. Oft steht hier ein Brunnen mit einer Handpumpe, damit die Bauersfrau früher nicht so weit zu laufen hatte, wenn sie ihren Garten wässern wollte. Heute in den Zeiten ausrollbarer Gartenschläuche und ausgefeilter Beregnungsanlagen dienen Brunnen in erster Linie zur Dekoration. Die Gartenwege werden nicht gepflastert, sondern sie bestehen aus offenem Boden oder Rasen. Auch Kieswege können sehr dekorativ sein.

Bevor es an die Bepflanzung geht, wird der Boden gelockert, von Unkraut befreit und mit Kompost verbessert. Ein ganz wichtiges Gestaltungselement bei einem Bauerngarten ist die Einfassung der Beete. Meist sind es kleine Buchsbaumhecken, die das Beet umranden, aber auch niedrige Lattenzäune sind häufig zu sehen. Vor der Bepflanzung ist ein Plan, wo welches Gemüse wachsen soll, ganz sinnvoll, dann ist die Bepflanzung einfacher und für jedes Gemüse ist ein Platz vorgesehen. Vor allem die Pflanzen, die mehrere Jahre am gleichen Ort stehen können, sollten genau geplant werden. Erdbeeren oder Beerensträucher tragen mehrere Jahre und werden nicht versetzt. Gemüse, das jährlich neu ausgesät und gepflanzt wird, kann wechselnde Standorte haben, bei Kohl ist das sogar unbedingt nötig, da sich sonst schnell Krankheiten entwickeln und der Kohl nicht mehr gedeiht. Ziehen lässt sich in einem solchen Garten eigentlich alles, von der Tomate über die Karotten bis hin zu Bohnen und Kürbis wächst alles. Zu bedenken ist, dass einige Pflanzen sehr viele Nährstoffe brauchen wie zum Beispiel Tomaten und Kürbis, andere dagegen wie Bohnen oder Erbsen auch gut auf nährstoffarmen Böden wachsen.

Bei der Auswahl der Gemüse- und Kräuterpflanzen und der Blumen steht ganz der eigene Geschmack im Vordergrund. Erlaubt ist, was gefällt. Karotten, Kohlrabi, Bohnen oder Erbsen aus dem eigenen Garten werden fast überall gern gegessen und ausgereifte, noch sonnenwarme Erdbeeren sind ein Gedicht. Da können die Angebote aus dem Supermarkt nicht mithalten.

Gemüse aus dem eigenen Garten

Einige Gemüsesorten wie Möhren, Bohnen oder Erbsen lassen sich direkt an Ort und Stelle in geraden Reihen aussäen. Andere Pflanzen wie Tomaten, Gurken, Kohlrabi oder andere Kohlsorten können auf dem Fensterbrett oder im Gewächshaus vorgezogen und dann später in das Beet gepflanzt werden. Bohnen lassen sich sehr einfach ziehen. Ist der Platz groß genug, kann der Gärtner ein paar Bohnenstangen aufstellen, an denen sich die Bohnenpflanzen emporranken können. Von diesen Bohnen lässt sich bis zum Herbst ernten. Bauerngärtner sollten nur so viel Gemüse anbauen, wie sie auch verzehren können. Vor allem bei Pflücksalat kann sich das Ernten sonst zu einem regelrechten Stress ausweiten. Viele Gemüsesorten lassen sich jedoch gut lagern oder durch Einfrieren und Einkochen haltbar machen.

Besonders im Handel selten erhältliche Gemüsesorten gedeihen im Bauerngarten ausgezeichnet. Mangold mit roten Stielen, Mairüben, die schon Goethe so liebte, oder Pastinaken schmecken aus dem eigenen Anbau noch einmal so gut.

Blumen für farbliche Akzente

Vor und hinter den Reihen mit Gemüse wachsen dann die Blumen. Besonders Tagetes, Sonnenhut und Ringelblumen eignen sich für Bauerngärten ideal. Sie verströmen einen Duft, der unliebsame Besucher wie Insekten und sogar Schnecken vom Gemüse fernhält. Den gleichen Zweck erfüllen manche Kräuter, die einen starken Eigenduft haben. Die Wurzeln von Tagetes töten zusätzlich Fadenwürmer (Nematoden), die die Wurzeln von Nutzpflanzen befallen, im Boden ab und sind deshalb bei Karotten oder Kohlsorten sehr nützlich. Welche Blumen gezogen werden, ist eine Frage der eigenen Vorlieben. Häufig zu finden sind in bäuerlichen Gärten Malven in allen Variationen und Cosmea, die mit ihren zarten Farben wunderschöne Akzente setzt. Stockrosen und Riesensonnenblumen stehen meist am Zaun und sorgen bei empfindlichen Pflanzen für etwas Schatten. Viele Bauerngärtner haben den Ehrgeiz, dass fast das ganze Jahr über blühende Pflanzen im Garten zu finden sind. Deshalb sollten Frühblüher wie Krokusse, Schneeglöckchen, Tulpen und Perlhyazinthen nicht vergessen werden.

Die Pflege des Bauerngartens

Wer einen Bauerngarten anlegen möchte, muss sich darüber klar sein, dass die Idylle im eigenen Garten viel Aufmerksamkeit verlangt. Im Frühjahr erfolgt eine Düngung des Bodens. Danach werden die ersten Setzlinge, die nicht so wärmebedürftig sind, gepflanzt. Möhren und Blumen wie Tagetes oder Ringelblumen können auch früh gesät werden, sie vertragen plötzliche Frostnächte ganz gut. Empfindliche Pflanzen wie Tomaten, Kürbis oder Gurken kommen erst nach dem 15. Mai, nach den Eisheiligen, in den Garten, da sie Fröste nicht überstehen. Die Buchsbaumhecken müssen im Frühjahr und oft auch noch einmal im Spätsommer geschnitten und in Form gebracht werden. Regelmäßig wird das Unkraut entfernt und gedüngt, an sehr heißen Tagen brauchen die Pflanzen morgens und abends viel Wasser. Sobald die ersten Früchte und Gemüse reif sind, beginnt das Ernten. Werden ausgeblühte Blumen täglich ausgebrochen oder abgeschnitten, blühen die sie meistens sehr viel länger. Bestehen die Gartenwege aus Rasen, muss sehr häufig gemäht werden, damit sich kein Grassamen bildet, der dann in die Beete gelangt. Vor allem Sommer hat der Gärtner in einem Bauerngarten immer zu tun.

Im Herbst wird aufgeräumt. Abgeerntete Gemüsepflanzen werden ausgerissen. Bei den Blumen müssen nicht alle verblühten Pflanzen müssen werden, sie dienen als Unterschlupf für Insekten und ihre Samen bieten den Vögeln noch im Winter Nahrung. Verblühte Blumen, die sich leicht selbst aussäen, wie Vergissmeinnicht, Ringelblumen oder Stockrosen kannst du an den gewünschten Standorten vorsichtig ausschütteln, sie wachsen dann im nächsten Jahr wie von selbst. Sonnenblumensamen können ebenfalls schon im Herbst gleich am Zaun ausgesät werden. Zwiebeln von Tulpen und anderen Frühlingsblühern werden jetzt ebenfalls gesetzt. Stockrosen dürfen nicht ausgerissen werden, sie sind zweijährige Pflanzen, die im ersten Jahr nicht blühen sondern erst im zweiten Jahr ihre ganze Schönheit entfalten. Von fast allen Blumen kann der Gartenbesitzer Samen sammeln und sie im nächsten Frühling wieder aussäen.

Auch wenn ein Bauerngarten viel Arbeit macht, so ist doch der farbenfrohe Anblick, das erntefrische Obst und Gemüse und der aromatische Duft der Kräuter und Blumen diese Mühe wert.

 

Der Artikel wurde sich gewünscht von: Dani Ela

Bildnachweis:
Titelbild – Bauerngarten CC0 Public Domain-Pixabay.com

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