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Faszination Clematis – sie sollte in keinem Garten fehlen

Bildnachweis wobogre / CC0 Public Domain-Pixabay.com
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Die Clematis ist ein äußerst winterhartes Kletterstaudengewächs. Wenn Sie nicht mindestens eine dieser Kletter-Königinnen in Ihrem Garten stehen haben, wird sich dieser Umstand vielleicht ändern, wenn Sie diesen Artikel bis zum Ende durchlesen.

Die ersten Clematis-Pflanzen reisten im frühen 19. Jahrhunder über den Atlantik von Südamerika in die europäischen Gärten. Sie werden auch als Waldrebe, Niele, Jutenstrick, Lederblume und Jungfrauenlaube bezeichnet. Als Mitglied der Familie der Ranunculaceen ist die Clematis eine entfernte Cousine der schönen Pfingstrose und der zierlichen Butterblume. Heute gibt es fast 300 Arten der Waldrebe weltweit, und sollten Sie stolzer Besitzer einer dieser Reben sein, haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits zwei Dinge festgestellt: Sie sind pflegeleicht und benötigen daher nicht unbedingt einen “grünen Daumen”, und sie haben eine lange und blütenträchtige Lebensdauer.

Clematis sind Kletterpflanzen, die ihre Ranken benutzen, um sich über alle möglichen Pflanzen und Gegenstände in ihrer Nähe zu drehen und zu winden. Sie sind perfekt für ein Rankgitter oder als Basis für eine Kletterrose oder eine Glyzinie. Wenn Sie vorhaben, einen Laternenpfahl oder einen Gartenzaun mit dieser Pflanze zu verzieren, sollten Sie daran denken, dass die Ranken etwas Kleines benötigen, um das sie sich winden können; befestigen Sie dafür ein Stück Maschendraht an der Basis bis zur Spitze und rollen Sie es sachte aus, um der Waldrebe früh genug die Richtung zu weisen. Schauen Sie bei der Auswahl der Clematis nicht nur auf die Blütenfarbe oder die Form und Größe der Blüte, sondern auch auf die Blütenzeit. Wie Sträucher und Stauden auch hat jede Sorte ihre eigene besondere Blütenzeit – dies sollten Sie entsprechend berücksichtigen.

Die Waldrebe liebt einen sonnigen Platz, wo der Boden gut drainiert und reich an organischen Stoffen ist und einen pH-Wert nahe 7,0 hat. Bereiten Sie den Boden vor dem Einpflanzen gut vor, indem Sie ihm reichlich Kompost, Dünger, Torfhumus, Grasschnitt spendieren. So schaffen Sie auch die Voraussetzungen für eine exzellente Entwicklung der Wurzeln.

Der nächste Schritt ist der schwierigste: Unabhängig von der Sorte, ob an einem Gitter, in einem Topf, abgesteckt oder aus einer Schachtel – beschneiden Sie die Rebe wieder auf eine Länge von 30 cm. Auch wenn sich viele Waldreben in voller Blüte befinden und die Beschneidung dieser herrlichen Pracht keine Freude bereitet, müssen Sie dennoch hart bleiben! Ihre neue Clematis wird Sie die kommenden Jahrzehnte reich belohnen mit neuen Trieben und einer Verdickung der bereits bestehenden Triebe.

Beim Einpflanzen legen Sie die Krone 2 bis 3 cm unter der Oberfläche des Bodens, verwenden einen Volldünger, der reich an Phosphor ist und bewässern noch großzügig. Gießen Sie einmal in der Woche nicht zu knapp bis zum späten Herbst. Mitte September düngen Sie mit Knochenmehl oder einem anderen Phosphatdünger mit langsamer Freisetzung für eine gute Winterversorgung. Im Frühling tragen Sie etwas frischen Kompost auf und einen Phosphordünger; verteilen Sie beides vorsichtig im Boden rund um die Basis.

Probleme mit Insekten und Krankheiten treten nur selten auf; am Bedrohlichsten ist eine Krankheit namens “Clematiswelke”. Sollte diese auftreten, entfernen Sie die infizierten Stängel auf Bodenhöhe. Wenn Sie die Waldrebe vor dem Einpflanzen beschnitten haben, werden sich noch genügend andere Stiele ausgebildet haben – ein weiterer Grund, die Pflanze gleich am Anfang zu beschneiden. Schimmel tritt häufiger auf, ist aber vermeidbar, wenn Sie sich beim Kauf für eine resistente Sorten entscheiden und von Anfang an eine sehr gute Luftzirkulation ermöglichen.

Clematis werden in drei Gruppen klassifiziert, diese Gruppen beziehen sich auf ihre Blütezeit und werden jährlich entsprechend beschnitten.

Gruppe A: Frühe Blüte im April und Mai, was bedeutet, dass Blütenknospen bis zum Ende des vorigen Sommers entstehen; daher sollten Sie die Beschneidung unmittelbar nach der Blüte vornehmen, um Stiele neu zu formen und abgestorbene Stiele zu entfernen. Eine ausgezeichnete Wahl für große Flächen und für den Baumbewuchs. In Deutschland besonders beliebt: Anemone Clematis.

Gruppe B: Blüte mitten im Jahr (im Frühsommer und im Spätsommer wieder). Beschneidung im Spätwinter zum Entfernen von schwachen und abgestorbenen Stängeln auf Bodenhöhe und zum Trimmen aller verbleibenden Stängel zurück zum Anfangspaar der dicken Knospen (gut sichtbar) – dies ist die Stelle des “alten” Wachstums und wo sich die diesjährigen Blüten bilden, eine Beschneidung unterhalb dieser Knospen wird die Blüte für das laufende Jahr gefährden. Jackmanii und Rouge Cardinal sind ziemlich populär.

Gruppe C: Blüte vom Spätsommer bis zum Herbst. Beschneiden Sie im Spätwinter, entfernen Sie die abgestorbenen Stängel, aber achten Sie darauf, neu entstehende Triebe nicht zu beschädigen. Beschneiden Sie alle gesunden Stängel bis etwa 30 cm über dem Boden, so dass 2 Sätze kräftige Knospen/Stängel übrig bleiben. Bei dieser Art gilt: Je mehr Wachstum, desto mehr Blüten. Versuchen Sie die Oktoberrebe (Clematis paniculata) – Sie werden begeistert sein!

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Clematis wachsen übrigens am besten mit ihren “Köpfen in der Sonne und den Füßen im Schatten” – pflanzen Sie also ein kleines und flach verwurzeltes Gewächs an ihrer Basis an, um den Boden zu beschatten und ihre Wurzeln kühl zu halten. Wie bei allen mehrjährigen Reben gilt: “Im ersten Jahr schlafen sie (die Wurzeln entwickeln sich, daher die drastische Beschneidung), im zweiten Jahr kriechen sie, im dritten Jahr sprießen sie”.

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