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Gartenarbeit im September – Jetzt schon für das nächste Jahr planen

War es in den letzten Wochen sommerlich heiß, ist es inzwischen doch wieder erträglicher. Die Nächte sind angenehm frisch und morgens sitzt der Tau auf den Grashalmen und auf den Blättern. Die Arbeit im Garten macht bei den nun sinkenden Temperaturen noch mehr Spaß. Gerade beim Wechsel der Jahreszeiten verlässt sich wahrscheinlich jeder Gärtner auf seine Erfahrungen – jede Gärtnerin weiß, welche Arbeiten anstehen und um welche Pflanzen sie sich jetzt kümmern sollte. Es ist ein sehr ausfüllendes und befriedigendes Gefühl, Teil dieses lebendigen Jahreskalenders zu sein. Gleichzeitig ist es immer noch eine wahrlich hohe Kunst die Natur gänzlich zu verstehen und daraus noch das ein oder andere Geheimnis entdecken, zu können. Doch möchten wir das überhaupt? Wollen wir wirklich komplett die Fäden in den Händen halten und bestimmen wie, was und wann etwas zu wachsen hat? Wer den Drang zur Kontrolle abzugeben vermag, wird frei sein für die Farben und Formen des Lebens.

Eine “Ode“ an den Garten

Wer das Glück besitzt sein Talent bei der Pflege und Obhut der Natur einreihen zu dürfen kann Begleiter, Beschützer und auch Hirte sein. Einen artenreichen Garten zu hegen bedeutet sich aufzuopfern, Zeit und Geld zu investieren und mit Geduld das Wachstum zu studieren. Wer dagegen mit Ungeduld auf eine Ernte wartet, mit Zwang einen Baum zum Wachsen drängt, wird Unfruchtbares empfangen und mit grüner Ignoranz bestraft. Zu mächtig sind die Knospen, welche den Winter überstehen, als dass sich diese um so niedere Belange kümmern würden. Die Natur möchte wachsen und gedeihen. Mit stiller Stimme und vom Wind getragenen Worten lädt sie die Gefährten ein – Teil zu haben am Zauber des Spätsommers und sich zu wundern.

Ideal für die Rasenaussaat und Blumenzwiebel pflanzen

Die Arbeiten im Garten sollten so harmonisch wie möglich sein und Freude bereiten. Jetzt ist ein idealer Zeitpunkt neuen Rasen auszusäen, denn die nun überstandene Trockenheit und Hitze hinderte die Keime unbeschadet, zu wachsen. Im September sind dagegen die Sonnentage noch immer warm um der Boden angenehm, zu wärmen und die Halme zum Keimen, zu bringen. Selbiges gilt auch für Blumenzwiebeln, die im nächsten Jahr zur Blüte kommen sollen. Bei, dem vorsichtigen Einlegen in die Erde, sollte darauf geachtet werden, dass die Ablagerung ungefähr doppelt so tief ist, wie die Zwiebel im Umfang misst. Einen gewisses Maß einzuhalten, gilt auch für die Abstände zwischen den gesetzten Zwiebeln.

Stauden – aufräumen und teilen

Die Vorsorge für das nächste Frühjahr ist eigentlich eine der wichtigsten Zeiten in der Gartenpflege. Altes und Verblühtes wird geräumt und im besten Fall zu Kompost verarbeitet. Durch das Reine machen im Garten wird den neuen Pflanzen schon jetzt der wichtige Raum zum Gedeihen ermöglicht. Das gilt auch für früh blühende Stauden wie Gämswurz und Küchenschelle. Jetzt ist die perfekte Zeit für das kommende Frühjahr vorzusorgen. Es empfiehlt sich auch bei mehrjährigen Stauden diese, zu teilen. Das fördert die Blütenpracht und ermöglicht die Vermehrung der Stauden. Der vorsichtige Abschnitt der verblühten Teile sollte so knapp über dem Erdboden wie möglich geschehen. Die Wurzelballen können dann mit einem Spaten oder einem Messer durchtrennt werden. Damit sich der nun abgetrennte Pflanzenteil erneut mit der Erde anfreunden kann, sollte der neue Platz entsprechend gewässert und versorgt werden.

Bei immergrünen Pflanzen schon jetzt für den Winter vorsorgen

Wenn immergrüne Pflanzen oder Bäume an einen anderen Ort im Garten wachsen sollen, ist auch dafür nun der richtige Zeitpunkt. Die Nadel- und Laubbäume sind nun nicht mehr so durstig und auch in ihrem Wuchs ist langsam Stille eingekehrt, dennoch verdunsten sie weiterhin Wasser. Die Wurzeln haben noch genug Kraft, um bis zum Winter neuen Boden zu erobern und sich Halt zu schaffen. Trotzdem sollte darauf geachtet werden, dass empfindliche Pflanzen, wie die zum Beispiel früh blühenden Kamelien, erst im nächsten Frühjahr umgesetzt werden sollten. Wie schon angemerkt, verdunsten die immergrünen Gewächse auch im Winter weiter Wasser, deshalb jetzt noch einmal kräftig gießen und auch später in kalten aber frostfreien Zeiten ab und an das umliegende Erdreich mit dem lebensbringenden Wasser versorgen.

Selbst für Vermehrung sorgen

Bei der Pflege von Gewächsen und Blumen kann jetzt, nach der Blüte oftmals der freiliegende Samen für die nächste Aussaat gesammelt werden. Es ist viel erfüllender, wenn sich mit dem Gewissen der eigenen Zucht der Fortbestand der Gartenflora vergrößern lässt. Wer selbst dabei noch nicht allzu viele Erfahrungen sammeln konnte, darf daher auch wissen, dass nicht unbedingt alle Gartenblüher sich für eine händische Vermehrung eignen. Leider stecken in der Pflanzenzucht dann doch zu viel menschliches Ungeschick und Einmischung, als dass diese Blumen alle wild wachsen könnten. Mit der Zeit wird der natürliche Instinkt des treu sorgenden Gärtners ohnehin davon abkommen seine Pflanzen aus dem Großhandel, zu besorgen.

Kleiner aber wichtiger Exkurs in die Tierwelt

Das Herz eines treu sorgenden Vollblut-Gärtners bezieht sich bei seinen Unternehmungen und Bemühungen nicht nur auf den floralen Bereich des Gartens. Wie wichtig es ist in seiner lebendigen Umgebung auch das Tierreich wahrzunehmen, erkennen viele leider erst sehr spät. Dass das seit einigen Jahren mysteriöse Bienensterben (“Colony Collapse Disorder” – CCD) unter anderem davon kommt, dass die Bienen durch Pestizide und andere toxische Mittel, zu Hunderttausenden sterben, ist sicher nicht auf den Gartenfreund abzuschieben. Die Industrie und die Agrarwirtschaft haben mit den Produktivitäts- und Rentabilitätsprogrammen einen Weg eingeschlagen, der neben dem selbstsüchtigen Profit das Bienensterben bedeutet. Die kleinen Insekten haben kaum körpereigene Möglichkeiten, diese Pestizide abzubauen und sterben zu kaum vorstellbaren Mengen – nein in riesigen Massen.

Obst- und Gemüseplantagen in Spanien – Quelle: Greenpeace

Es geht sogar so weit, dass Züchter Bienenarten züchten, welche effektiver arbeiten und bestäuben können als die Naturbienenvölker. Diese genmanipulierten Tiere haben leider keinen anderen Zweck, wie Pflanzen in der Agrarwirtschaft und in der Monokultur zu bestäuben. Diese Bienen sind nicht länger lebensfähig, als dass es die kurzen Arbeitseinsätze es zulassen. Wer ein abschreckendes und für einen Gartenfreund verstörendes Beispiel der Agrarwirtschaft sehen möchte, sollte sich Bilder aus der Mandelbaumzucht in Kalifornien oder den Gemüseplantagen in Spanien ansehen. Der äußerst heftige und erbarmungslose Umkehrschluss des Bienensterbens lässt in der Summe nur eine Prognose zu und diese ist wortwörtlich konsequent: Ohne Bienen kann es keine Menschen geben. Wir sind von den kleinen Tierchen abhängig, denn wir benötigen die fleißigen Bienen für unsere Nahrung. Diese Massen, die wir Menschen verbrauchen, können keine anderen Insekten übernehmen. Nur die Bienen sind so effektiv.

Winterbehausung für die kleinen Arbeiter

Von diesen Zuständen sind wir Pflanzen- und Tierliebhaber zum Glück weit entfernt. Wer seinen Garten artenreich bepflanzt, sorgt aktiv für die Bienenreichhaltigkeit. Wer es beobachten möchte, kann gut erkennen, dass im eigenen Garten nicht nur eine Bienenart ihren emsigen Dienst vollbringt. Ein gut geschultes Auge kann Dutzende davon entdecken. Diese Tiere sind wortwörtlich “Fleißige Helferlein“ und wir sollten diese Wesen mit einer gewissen Demut behandeln. So schließt sich der Kreis in unserer Umgebung.

Insektenhotel 5 Sterne-Kategorie

Dieses vielleicht drastische aber genau deshalb so passende Beispiel zeigt uns, wie wir unsere Natur verstehen können. Wenn wir unsere Sache gut machen, werden wir nach dem Winter mit neuen Früchten, Blumen und Blüten belohnt. Dafür können wir gerade jetzt im September damit beginnen, für die kleinen Helfer einen Überwinterungsstand zu bauen. Die sogenannten Insektenhotels sind dafür ideal und wirklich praktisch sowie wirkungsvoll. Durch die verschiedenen Ruheplätze können all die kleinen Tiere zur Ruhe kommen und neue Kraft tanken. Diese Hotels können selbst gebaut werden. Anleitungen  im Internet gibt es genug. Selbstverständlich sind aber auch schon fertige Modelle erhältlich, die dann nur noch aufgestellt werden müssen. Solch Gedanken an eine harmonische und gemeinsame Co-Existenz lässt einem doch wirklich das Herz aufgehen und in den Garten stürmen – voller Tatendrang versteht sich, oder nicht?

Bildnachweis:
Titelbild – Bienennest CC0 Public Domain-Pixabay.com

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