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Bild Holzterasse

Holzterrassen selber bauen

Holzterrassen haben einen ganz eigenen Charme. Sie wirken rustikal und gemütlich, wobei sie sich gleichzeitig ideal in die natürliche Umgebung einfügen. Besonders geschätzt werden Holzterrassen aufgrund ihrer warmen und lebendigen Ausstrahlung und mit etwas Talent zum Heimwerkern, kann die eigene Holzterrasse sogar selbst gebaut werden.

Der erste Schritt – Die Planung

Bevor der Bau einer Holzterrasse beginnen kann, ist die Anfertigung einer ausführlichen Zeichnung zu empfehlen. So wird vermieden, dass ein wichtiges Detail später vergessen wird. Die Fläche, auf der die Terrasse angelegt werden soll, wird exakt abgemessen und mit Bleistift als maßstäbliche Draufsicht zu Papier gebracht. Hierbei wird jede Diele, der gewünschte Abstand zwischen ihnen sowie die Unterkonstruktion berücksichtigt. Auf diese Weise lässt sich schon im Vorfeld recht genau berechnen, wie viel der jeweiligen Materialien, wie Schrauben, Trägerbalken und Holzdielen benötigt wird.

Die Auswahl des richtigen Holzes

Für Holzterrassen bietet der Handel ein großes Sortiment an heimischen und tropischen Hölzern. Prinzipiell gibt es kein richtig oder falsch bei der Wahl des Holzes. Entscheidende Fakten sind der persönliche Geschmack, die finanziellen Möglichkeiten und wie widerstandsfähig gegen Witterungsverhältnisse und Schädlinge das Holz ist. Bretter und Balken, die aus Kiefern- oder Fichtenholz bestehen, haben den Vorteil, dass sie recht preiswert sind und sich gut verarbeiten lassen. Für den Bau von Holzterrassen ist in unseren Breitengraden die Douglasie sehr beliebt. Dieses Nadelholz, auch unter dem Namen Douglastanne bekannt, verfügt über eine sehr hohe Widerstandsfähigkeit. Zudem stammt es aus europäischer Forstwirtschaft.

Somit hat der Kauf dieser Holzart keinen Einfluss auf die Abholzung von Tropenwäldern. Wer dennoch nicht auf exotisches Holz für seine Terrasse verzichten möchte, trifft mit Bangkirai, einem Tropenholz aus Südostasien, eine gute Wahl. Es ist sehr witterungsbeständig, hat ein hohes Gewicht und einen schönen, rotbraunen Farbton. Bangkirai ist das beliebteste Tropenholz für Holzterrassen. Es gibt noch andere tropische Holzarten, wie Teak und Garapa, die in ihren Eigenschaften mit Bangkirai vergleichbar sind, aber andere Farbnuancen aufweisen. Trotz des Kaufs von Tropenholz, kann der Abholzung der Wälder, aus denen es stammt, entgegengewirkt werden, indem auf FSC-zertifiziertes Holz geachtet wird. Bei FSC, Forest Stewartship Council, handelt es sich um eine weltweite Organisation, die sich international für nachhaltige Forstwirtschaft einsetzt.

Holzterrasse selber bauen
Die Balken müssen imprägniert sein / Bild: Pixabay.com/de – StockSnap

Das Holz imprägnieren

Damit das Holz für die Terrasse Witterungsverhältnissen, wie Regen, Sonnenstrahlung und Temperaturschwankungen, standhalten kann, ist eine Imprägnierung sehr wichtig. Balken, die für den Bau von Holzterrassen verwendet werden, sollten schon vor der Verarbeitung druckimprägniert werden. Bei diesem Vorgang wird das Imprägniermittel über einige Stunden unter hohem Druck in das Holz hineingepresst. Einige Holzarten erfordern zudem einen gesonderten Schutz gegen Pilzbefall. Sind die Bauarbeiten abgeschlossen, können die Bretter geölt und lasiert werden, um das Material zu schützen und nachträglich zu veredeln. Mit Holzfarbe lässt sich das optische Erscheinungsbild des Holzes nachträglich verändern.

Vorbereitung und Unterkonstruktion

Der Bereich, der später einmal die Terrasse sein soll, wird zu Beginn abgesteckt. Hierzu dienen Stützen oder Pfähle, welche die Eckpunkte markieren. Anschließend werden diese mit einer langen Schnur verbunden. Dann kann der Untergrund vorbereitet werden. Grenzt die Terrasse an ein Haus, wird die abgesteckte Fläche soweit ausgehoben, dass die Terrasse einen Abschluss mit der Türschwelle hat. Um der Terrasse eine besonders hohe Stabilität zu verleihen, ist eine etwa 20 Zentimeter dicke, verdichtete Schotterschicht zu empfehlen.

Auf die Schotterschicht folgt eine weitere Schicht aus 5 Zentimetern Verlegesand. Sie dient dazu, dass die später verlegten Betonplatten auf gleiche Höhe gebracht werden können.

Das verbaute Material von Holzterrassen sollte möglichst nicht mit Erde in Berührung kommen, damit eine gute Belüftung gewährleistet ist.

Nach der Vorbereitung vom Untergrund können die Betonplatten verlegt werden. Die ersten Platten werden an den Rändern verteilt und die übrigen in gleichem Abstand auf der gesamten Fläche verteilt. Hierbei ist zu beachten, dass der Abstand zwischen den Platten nicht zu groß ist, da sich die Traghölzer sonst später durchbiegen können. Nun werden die Platten exakt ausgerichtet und auf dieselbe Höhe gebracht. Ein Gummihammer und eine Wasserwaage sind hierfür die richtigen Hilfsmittel. Der nächste Schritt ist de Ausrichtung der Traghölzer auf den Betonplatten. Die Traghölzer verlaufen dabei immer quer zur Richtung der Dielen.

Holzterasse selber bauen
Eine Wasserwaage darf bei Bau nicht fehlen / Bild: Pixabay.com/de – Didgeman

Den Terrassenbelag verlegen

Die Dielen für Holzterrassen betragen im Handel üblicherweise eine Breite von 14,5 Zentimetern und eine Dicke von 2,5 Zentimetern. Je nach Anbieter variiert die Länge der Bretter zwischen 245 und 397 Zentimetern. Bei einer recht breiten Terrasse müssen die Dielen auf Stoß verlegt werden. In diesem Fall ist der Kauf von kürzeren Brettern zu empfehlen, da sie sich besser transportieren und verarbeiten lassen. Ein weiterer Vorteil kürzerer Bretter liegt darin, dass sich der Stoß nicht zu nahe am Rand der Terrasse befindet, was optisch einfach besser aussieht. Die Belagsbretter für die Terrasse werden zunächst vorgebohrt, damit sie beim Fixieren nicht reißen. Jeweils zwei Schrauben werden an der Auflagefläche befestigt.

Tipp:
Verzinkte Senkkopfschrauben sind dafür besonders geeignet, da sie weder rosten noch überstehen.

Viele Händler bieten ein Verbindungssystem an, mit dem die Holzdielen gerade und gleichmäßig verlegt werden können. Zusätzlich dienen die Verbinder aus Kunststoff zur verdeckten Verschraubung auf der Unterkonstruktion. Auf diese Weise gelingen auch Einsteigern optimale Ergebnisse. Mit dem Verlegen der Belagsbretter wird an der Hauswand begonnen. Hierbei ist jedoch ein Abstand von mindestens 5 Millimetern zu beachten, da Holz sich ausdehnen kann. Dieser Mindestabstand gilt auch für die Fugen zwischen den Dielen. Abstandshölzchen oder Keile dienen hier als Maß für die Fugen. Um den Bau von Holzterrassen zu erleichtern, ist eine Montagezwinge eine enorme Hilfe. Mit ihr lassen sich Holzdielen schnell und vor allem exakt ausrichten. Das Verlegen der Dielen wird nun in Reihen solange fortgeführt, bis die Terrassenfläche vollständig abgedeckt ist.

Der Rand als Abschluss

Eigentlich ist die Terrasse jetzt schon fertig. Macht das verwendete Holz es erforderlich, kann nun die Versiegelung der Oberfläche stattfinden. Für die Gestaltung vom Rand der Terrasse bieten sich mehrere Möglichkeiten. Holzterrassen, die in einen Gartenbereich übergehen, brauchen meist keine weiteren Maßnahmen. Dekorative Umrandungen, wie Kieselsteine, bringen die Terrasse optisch schön zur Geltung. Bei höheren Holzterrassen lässt sich der Rand mit Tiefbordsteinen oder Palisaden sehr gut kaschieren.

Zwischen Terrasse und Steinelement sollte immer ein Dehnungsabstand von 2 Zentimetern eingehalten werden, damit das Holz arbeiten kann.

Titelbild: Urheber: bialasiewicz / 123RF Lizenzfreie Bilder

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