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Kompost – das Gold des Gärtners

Langjährige Gärtner schwören oft auf ihren Kompost! Denn er liefert ihnen gratis wunderbare, neue Gartenerde. Wer noch nie eigene Komposterde in seinem grünen Reich hergestellt hat, kann sich kaum vorstellen, welch gesundes Wachstum dieser frische Humus in den Gartenbeeten hervorruft.

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Die Vorteile der Komposterde

Durch das Einarbeiten der Komposterde in die Beete, werden schwere, tonige Böden mit der Zeit locker und durchlässiger. Leichte Sandböden erhalten durch Komposterde eine bindigere Konsistenz und können Nährstoffe sowie Wasser besser halten. Dafür sorgen die Mikroorganismen, die das Bodenleben anregen und die gesundes Wachstum bewirken.
Kompost enthält wertvolle Mineralien wie Magnesium, Kalzium und viele andere wichtige Inhaltsstoffe für den Gartenboden. “Das Gold des Gärtners” oder “Die Sparbüchse des Gartens” wird frischer Kompost deshalb auch genannt.

So funktioniert die Verwandlung zu Humus

Die Verrottung der Kompostbestandteile erfolgt in mehreren Phasen. Zuerst beginnen Bakterien und Pilze mit ihrer Arbeit und vermehren sich rasant. Dabei erhitzt sich die Kompostmiete innen auf etwa 50 bis 70 Grad Celsius. Krankheitserreger sowie Unkrautsamen gehen zugrunde. Nach zwei bis drei Wochen ist diese erste, hitzige Phase abgeschlossen. Der Kompost kühlt nun ab auf etwa 40 Grad Celsius. Jetzt wandern Regen- und Kompostwürmer, nützliche Asseln und viele andere kleine tierische Helfer ein. Sie zersetzen den Inhalt der Miete zu feinster Humuserde. Diese Umwandlung dauert etwa zwischen sechs und zwölf Monaten. Je kleiner und feiner die Bestandteile des Kompostes vorbereitet wurden, desto rascher geht die Verrottung vonstatten.
Videoanleitung: Wie mache ich Kompost richtig?

Der richtige Kompoststandort ist entscheidend

Der ideale Platz für den Kompost liegt geschützt im Schatten von Bäumen und Sträuchern. So trocknet er auch an heißen Sommertagen nicht aus. Allerdings bekommt es der Brutstätte von Mikroorganismen gut, wenn sie einige Stunden am Tage durch die Sonne erwärmt wird.
In großen Gärten mit reichlich Platz ist es ideal, zwei oder drei Kompostbehälter nebeneinander aufzustellen. Wenn der erste voll ist, kommen die Gartenabfälle in den zweiten Behälter und der erste ruht. Ist der dritte Kompostbehälter schließlich auch gefüllt, liefert der erste bereits wertvollen Humus. Einige Trittplatten vor der Kompostanlage erleichtern das Entnehmen der humosen Erde sowie das Einbringen der neuen Küchen- und Gartenabfälle, auch an Regentagen.

Welches Kompostgestell ist gut genug

Im Grunde ist es Geschmackssache, für welches Kompostgestell sich der Hobbygärtner entscheidet.
Modelle aus Holz fügen sich natürlich in die Landschaft ein. Drahtgestelle sind leicht und lassen teilweise mehr Luft an den Kompost. Sie neigen aber nach einigen Jahren zur Bildung von Rost. Mit rankenden Pflanzen außen herum lässt sich ihr Aussehen kaschieren. Kunststoffbehälter sind meist nach allen Seiten hin geschlossen. Es erfordert einige Erfahrung, darin guten Humus zu erzeugen. Denn hier fehlt meist der dringend benötigte Sauerstoff. Und die Feuchtigkeit muss mit viel  Fingerspitzengefühl reguliert werden, damit der Inhalt nicht glitschig nass wird.

Zwischen 1,5 und 2 Meter sind die meisten Kompostgestelle breit. Die Höhe beträgt zwischen 1,20 und 1,50 Metern. Wer einfache Holzlatten oder Äste zu einem Kompostgestell zusammen setzen möchte, kann die äußeren Maße seiner Kompostanlage selbst bestimmen. Äste aus dem Baumschnitt des Gartens sollten mindestens einen Durchmesser von 5 bis 10 Zentimeter haben.

Plastiktonne für Kompost
Plastiktonne für Kompost – Bild: Urheberrecht: pryzmat / 123RF Stockfoto

Kompostbestandteile richtig miteinander komponieren

Damit die Rotte gut klappt, sollten ganz unterschiedliche Materialien verarbeitet werden. Ideal sind Gemüseabfälle, Laub, Rest von Obst, verwelkte Balkonblumen und Strauchrückschnitt. Dieses Material sollte in Stücken zu etwa 10 bis 25 Zentimetern auf den Kompost wandern. Je krautiger, desto größer dürfen die Abfälle sein. Strauch- und Gehölzschnitt bis zu einem Durchmesser von etwa 2 Zentimetern sollte nicht länger als 5 Zentimeter sein, wenn es kompostiert wird. Dünnere Zweite können etwas länger sein. Feste und krautige Materialien müssen gut gemischt werden. Die festeren Bestandteile sorgen für Sauerstoff in der Kompostmiete und dafür, dass die krautigen Abfälle nicht zusammenkleben.

  • In Maßen können auf den Kompost Rindenabfälle, die Schalen von Zitrusfrüchten, Kaffeefilter und Teereste, zerkleinerte Pappereste, Wurzeln und Samen sowie zerkleinerte Eierschalen.
  • Nicht kompostiert werden dürfen: Essensreste gekocht, Knochen, Nudeln und Brot. Und natürlich darf Kunststoff in keinster Form hinein. Fäkalien jeglicher Art eignen sich nicht sowie die Streu von Kleintieren. Auch die Inhalte von Staubsaugern, Holz- und Kohlenasche sowie Garten- und Laubabfälle von stark befahrenen Straßen und aus Industriegebieten wirken sich durch ihren Anteil an Schwermetallen destruktiv auf die Komposterde aus. Rückschnitt von Pflanzen die giftig sind wie Eibe, Forsythien oder Lebensbaum kann unbesorgt kompostiert werden. Dieser Gartenabfall verliert seine toxische Wirkung bei der Verrottung.
Ein paar Tipps für tolle Komposterde
  1. Damit eine gute Verrottung erzielt wird, sollte die Kompostmiete die Maße 1,50 x 1,50 Meter nicht unterschreiten. Je zügiger der Kompost aufgesetzt wird, umso eher erreicht er die Hitze im Innern, die schließlich für Keimfreiheit sorgt. Dafür können verschiedene Materialien zunächst außerhalb des Kompostgestelles gesammelt, zusammen gemischt und eingefüllt werden. Etwas Kompostbeschleuniger bringt die Zersetzung so richtig toll in Schwung. Kompostbeschleuniger ist im Gartenfachhandel erhältlich. Brennesseljauche leistet gratis dieselbe Arbeit. Auch ein paar Hände voll Kalk, Gesteins- und Tonmehle unterstützen die Rotte.
  2. Wenn es tagelang regnet, sollte die Kompostmiete abgedeckt werden. Dazu eignen sich natürliche Materialien wie beispielsweise Gras- oder Gehölzschnitt, Stroh sowie Rhabarberblätter. Notfalls tun es auch Jutesäcke, wenngleich sie optisch kein allzu schönes Bild abgeben.
  3. Scheint längere Zeit die Sonne und ist es trocken, tut es dem Kompost gut, wenn er eine Gießkanne voll abgestandenen Wassers bekommt. Tropfnass sollte er aber nicht werden. Ist es doch einmal passiert, dann hilft die Einarbeitung trockenen Materials wie beispielsweise fein geschredderter Gehölzschnitt, vermischt mit etwas unbedruckter Pappe. Auch etwas trockenes Heu oder Stroh schafft den Ausgleich im Kompostklima.
    Manchmal haben sich einzelne Schichten des Kompostes verdichtet und kleben zusammen. Dadurch entsteht Fäulnis, der Kompostinhalt beginnt zu stinken. In diesem Fall sollte das Material in eine andere Kompostlege umgeschichtet werden. Dabei werden die verdichteten Schichten mit der Grabegabel gut gelockert und mit neuem, etwas gröberem Material wie Pappe, Stroh oder trockenes Gras vermischt. Wenn ausreichend Sauerstoff an die Masse kommt, geht die Rotte ohne Fäulnisbildung vonstatten.
  4. Sieht der Kompost dunkel und feinkrümelig aus und duftet er herrlich nach frischer Walderde, dann ist er fertig. Nun braucht er nun noch durch ein Kompostsieb gestreut werden. Die feinen Bestandteile kommen auf die Gartenbeete. Gröbere und holzige Teile wandern aus dem Sieb direkt in die Kompostmiete zurück.

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