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Rasen richtig vertikutieren

Der Frühling ist die beste Zeit, um sich der Rasenpflege zu widmen. Damit der Rasen im Sommer schön dicht, grün und strapazierfähig ist, sollte neben dem Düngen das Vertikutieren auf dem Programm stehen. Auch wenn es etwas aufwendig ist, lohnt sich es sich in jedem Fall, ein- oder zweimal im Jahr den Rasen zu vertikutieren.

Wann muss der Rasen vertikutiert werden?

Bildnachweis Alexas_Fotos / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Graswurzeln benötigen einen lockeren Boden, damit sie genügend Sauerstoff und Nährstoffe erhalten. Häufig jedoch ist der Boden verhärtet oder durch Moos und Unkraut so verdichtet, dass die Wurzeln des Rasens nicht ausreichend versorgt werden. Vor allem bei schweren Lehmböden oder starker Beschattung leidet der Rasen unter dem Moos- und Unkrautbefall. Es entstehen Flächen, auf denen das Gras nur spärlich wächst oder die völlig kahl sind. Ob es an der Zeit ist, den Rasen zu vertikutieren, lässt sich ganz einfach feststellen. Mit einer Harke fährt der Gärtner vorsichtig über den Rasen und ritzt die Grasnarbe dabei ganz leicht an. Verfangen sich in den Zinken Unkrautreste oder Moos, ist es notwendig, zum Vertikutierer zu greifen. Allerdings sollten ein paar Vorbereitungen getroffen werden, damit die Grasnarbe nicht zu sehr unter der Behandlung leidet und der Rasen schnell wieder nachwachsen kann.

Vorbereitungen zum Vertikutieren

Im Frühjahr ist die beste Zeit, mit dem Vertikutieren des Rasens zu beginnen, wenn Zwiebelpflanzen wie die Osterglocken blühen. Als Erstes steht das Düngen der Rasenfläche auf dem Programm. Danach wird der Rasen das erste Mal auf circa vier Zentimeter Länge gekürzt. Nach zwei Wochen erfolgt das zweite Mähen, wobei der Rasen recht kurz auf zwei Zentimeter geschnitten wird. Jetzt kann der Vertikutierer eingesetzt werden. Er muss so eingestellt sein, dass seine Messer die Grasnarbe höchstens drei Millimeter tief aufritzen. Anderenfalls werden die Wurzeln zu stark beschädigt, und der Rasen braucht sehr lange, bis er sich davon erholt hat. Wer im Frühling das Vertikutieren des Rasens verpasst hat, kann die Arbeiten im Spätsommer oder Frühherbst nachholen.

Beim Vertikutieren die Grasnarbe nicht schädigen

Richtig vertikutiert wird, indem das Gerät erst längs und dann quer über die Rasenfläche geführt wird, sodass eine Art kleines Schachbrettmuster entsteht. Die Messer ziehen dabei das Moos und die Unkräuter aus dem Boden. Anschließend lässt sich der Rasenfilz mit einer Harke einfach von der Rasenfläche abgeharken. Bei sehr festen Böden hilft eine Sandschicht, die etwa zwei Zentimeter stark auf der Oberfläche verteilt und ganz leicht eingeharkt wird. So wird neuen Verdichtungen vorgebeugt. Der Boden bekommt mehr Sauerstoff und die Graswurzeln können sich besser entwickeln. Kahle Stellen im Rasen lassen sich nach dem Vertikutieren gut erkennen. Hier sollte jetzt nachgesät werden, damit der Rasen einheitlich nachwachsen kann. Je nachdem, wie trocken der Frühling wird, muss der Rasen regelmäßig bewässert werden. Staunässe ist aber in jedem Fall zu vermeiden. Nach dem Vertikutieren ist dem Rasen eine Ruhepause von mehreren Wochen zu gönnen. In dieser Zeit sollte die Fläche so wenig wie möglich betreten werden. Fußballspiele oder andere Rasenstrapazen verbieten sich von selbst. Auch das Mähen wird ausgesetzt, bis der Rasen sich vom Vertikutieren erholt hat.

Vertikutierer – elektrisch oder mit Benzin?

Für das Vertikutieren des Rasens wird ein Vertikutierer verwendet. Im Fachhandel werden verschiedene Modelle angeboten. Für große Rasenflächen ist ein Benzin-Vertikutierer zu empfehlen. Er bringt mehr Gewicht mit und die Arbeit ist nicht ganz so anstrengend. Außerdem besteht nicht die Gefahr, während des Arbeitens über das Kabel zu fahren. Elektrische Vertikutierer eigenen sich vor allem für kleinere Flächen. Sie sind häufig sehr leicht. Damit die Messer in die Grasnarbe eindringen können, kann der Gärtner das Gerät zum Beispiel mit einem Sandsäckchen beschweren. Dann ruckelt der Vertikutierer nicht so stark. Die Funktionsweise ist bei beiden Modellen gleich. Eine Spindel, die mit feststehenden oder rotierenden Messern bestückt ist, wird durch den Motor gedreht. Dabei ritzen die Messer in den Boden und werfen das Moos aus.

Vertikutierer leihen oder teilen

Da der Rasen nur ein- oder zweimal im Jahr vertikutiert wird, scheuen viele Gärtner die Anschaffung eines teuren Geräts. In diesen Fällen kann es sich lohnen, einen Vertikutierer im Fachhandel zu leihen. Auch Gartengemeinschaften können sich einen Vertikutierer teilen und so die Anschaffungskosten so gering wie möglich halten. Auf handbetrebene Vertikutierer, wie sie in manchen Gärten noch im Betrieb sind, sollte besser verzichtet werden. Sie bearbeiten den Boden sehr ungleichmäßig und verletzen die Grasnarbe mehr als notwendig. Der Rasen braucht dann sehr viel länger, um sich vom Vertikutieren zu erholen. Außerdem ist diese Art des Vertikutierens sehr anstrengend.

Vertikutieren für einen strapazierfähigen Rasen

Wer seinen Rasen regelmäßig mit dem Vertikutierer bearbeitet, wird mit einer schönen, gleichmäßigen, dichten Fläche belohnt. Ein grüner Rasen sieht nicht nur schön und gepflegt aus, er lässt sich mit entsprechender Pflege auch bei stärkerer Beanspruchung im Sommer durch spielende Kinder oder Grillpartys nicht schädigen.

Titelbild – Rasen CC0 Public Domain-Pixabay.com

3 Kommentare

  1. Danke für den informativen und tollen Beitrag! Wir haben unser Haus erst seit kurzem und ich bin noch total unerfahren, wenn es um die Bearbeitung und Pflege des Gartens geht. Umso glücklicher bin ich, dass solche tollen Artikel existieren. 🙂 Unser erster Rasen hat leider nicht wirklich lange überlebt. Obwohl die Verlegung eigentlich ohne Probleme statt fand, haben sich die Wurzeln nicht richtig mit dem Boden verbunden und der Rasen is (trotz viel Wasser) ausgetrocknet… Naja, dieses mal haben wir Tipps von Freunden berücksichtigt und freuen uns auf das nächste Gartenexperiment. Danke für die Tipps!

  2. Ich werde bald das erste Mal vertikutieren.
    Ihr Beitrag hat mir bei der Vorbereitung sehr geholfen. Vielen Dank 🙂

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