Startseite » Kräuter » Wildpflanzen & Kräuter neu entdeckt
Bild Lavendel

Wildpflanzen & Kräuter neu entdeckt

Ursprünglich sammelten unsere Vorfahren ihre Färbe-, Heil- und Würzkräuter einfach in der Umgebung, manche Pflanzen eigneten sich außerdem zum Anbau. Bauern- und Klostergärten bewahrten regional bedeutende Kräuter und Gehölze; vor allem in den Klöstern wurde versucht, durch Züchtung die dem Menschen nützlichen Eigenschaften einiger Arten zu verbessern.

Vielen Wildpflanzen ist eines gemeinsam: ihre Vitalität. Sofern sie einigermaßen passende Standortbedingungen vorfinden, keimen sie und versuchen erfolgreich, sich zu verbreiten. Genau diese Eigenschaft sorgt dafür, dass sie dem Gärtner lästig werden, denn sie machen den spezialisierten Kulturpflanzen kurzerhand den Lebensraum streitig, einige Arten übertragen sogar Krankheiten, die ihnen selbst wenig schaden. Wenn du dich generell für die Kultur von Wildkräutern oder botanischen Arten in deinem Garten interessierst, ist es ein guter Anfang, eine Wiese statt eines Rasens anzulegen. Wiesen zeichnen sich durch Artenvielfalt aus, falls sie nicht auf übernutzten oder fehlernährten Böden wachsen müssen. Sämtliche Arten unterstützen oder ergänzen sich gegenseitig, ziehen verschiedene Insekten an und regulieren sich auf diese Weise selbst.

Das Thema in Vergessenheit geratener, verdrängter oder als Unkräuter bekämpfter Flora ist nahezu unerschöpflich, selbst wenn wir uns hier ausschließlich auf einheimische Arten konzentrieren. Die Grenze zwischen Wild- und Gartenpflanzen ist ohnehin schwer zu ziehen, stammen Nutzpflanzen doch sämtlich von wilden Verwandten ab, während Gartenpflanzen ihrerseits dem umzäunten Gebiet entkommen und „draußen“ verwildern. Deshalb will dieser Artikel dir einen Überblick über die Bandbreite und Nutzungsmöglichkeiten der Arten verschaffen, die unauffällig oder verkannt ihr Dasein in heimischen Gärten, Wäldern und Wiesen fristen. Solltest du diesen Text mögen, freut es uns, dir bereits jetzt das Kommen eines Kräuterlexikons anzukündigen, das heimische Pflanzen ausführlicher porträtieren wird.

Kleines Wildpflanzen-ABC

Asarum europaeum

Haselwurz ist ein in europäischen Misch- und Laubwäldern verbreiteter Bodendecker, der mit wenig Licht auskommt. Früher nutzte man ihn zur Alkoholikerentwöhnung, wovon jedoch abzuraten ist, weil das Kraut in hoher Dosierung die Leber zusätzlich schädigen kann. Heute wird Haselwurz in der naturheilkundlichen Kräutermedizin zur Nierenreinigung sowie als Brechmittel eingesetzt, von Selbstmedikation ist allerdings abzuraten. Das runde, dunkelgrün glänzende Laub bestimmt die Attraktivität dieser niedrig wachsenden Art, weshalb sie im Garten – an nicht zu sonnigen Stellen – hervorragend als Bodendecker zwischen höheren Pflanzen gedeiht, die gerne beschattete Wurzeln und feuchten Boden mögen, Clematis und Tomaten beispielsweise. Der Boden für Haselwurz sollte humos und alkalisch sein, leicht sauren Boden toleriert das Kraut jedoch problemlos.

Barbarea vulgaris

Das auch als Winterkresse bezeichnete Barbarakraut gedeiht in ganz Europa auf lockeren, eher feuchten Böden. Die Pflanze riecht und schmeckt nach Brunnenkresse, zudem enthält sie viel Vitamin C, weshalb sie sich hervorragend als winterliches Würzkraut eignet. In Quarkspeisen, Salaten, über Kartoffeln oder aufs Butterbrot gestreut, ist Barbarakraut sehr würzig. Du kannst ab dem frühen Sommer bis in den Winter hinein das Laub ernten, entweder auf Weiden, Lichtungen und an Wassergräben oder im eigenen Garten. Hast Du ein humusreiches, feuchtes Plätzchen für die Winterkresse in Deinem Garten übrig, sät sie sich dort in den folgenden Jahren selbst aus.

Bildnachweis WikimediaImages / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Capsella bursa-pastoris

Auch das Hirtentäschel kommt überall in Europa in Wiesengemeinschaften vor, ist aber anspruchsloser als das Barbarakraut. Die zierliche Pflanze erscheint gerne in Rasenflächen oder in Beeten, kann jedoch leicht gejätet werden, wird also nicht zur Plage im Garten. Im Frühjahr, wenn die ersten frischen Salate auf den Tisch kommen, ist das junge Laub des Hirtentäschels eine köstliche, nicht zu würzige Zutat. Die ab dem frühen Sommer erscheinenden Samen, denen das Kraut seinen Namen verdankt, schmecken aromatischer und passen ebenfalls gut zu Salaten sowie zu Nudel- und Kartoffelgerichten. Volksheilkundlich wird Hirtentäscheltee vor allem zur Blutreinigung sowie bei Blaseninfektionen getrunken. Die Pflanze erscheint meistens von selbst im Garten, häufig ist sie eines der ersten im Frühjahr blühenden Wiesenkräuter. Wenn Du sie gezielt anbauen möchtest, säe die Art einfach in deiner Wiese oder im Kräuterbeet aus.

Bildnachweis WikimediaImages / CC0 Public Domain-Pixabay.com
Bildnachweis WikimediaImages / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Daucus carota

Die zweijährige Wilde Möhre ist auf Wiesen, an Wegrändern sowie an Feldrainen in ganz Europa beheimatet, wo sie lockeren, feuchten Boden findet. Sie bevorzugt alkalische Böden, kommt aber auch an leicht sauren Waldrändern vor. Die Vorfahrin der zahlreichen Kulturmöhrensorten blüht erst im zweiten Jahr, sät sich aus und stirbt dann. Ihre Wurzel kann genauso verwendet werden wie diejenige der Kulturformen, ist aber zumeist keine einheitliche Pfahlwurzel, sondern stärker gegliedert und etwas heller. Als Nahrungsmittel ist die Wilde Möhre demzufolge kaum mehr von Bedeutung, in der Kräutermedizin wird sie hingegen noch geschätzt: Sowohl Laub als auch Wurzel wirken als Aufgüsse harntreibend und bei Darmentzündungen lindernd. Der frische Wurzelsaft wird Kleinkindern traditionell in großen Mengen als mildes Wurmmittel verabreicht. Für die Förderung der Hautgesundheit eignen sich Kulturmöhren- und Karotten besser, weil sie mehr Karotin enthalten. Wenn du die Wilde Möhre im Garten ziehen möchtest, gib ihr ein sonniges, feuchtes Fleckchen, das nicht (oft) gemäht wird.

Bildnachweis Pezibear / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Wilde Möhre im zweiten Jahr, mit weißen Blütendolden und grünen, eingerollten Samenständen

Echium vulgare

Die auch als Natternkopf bezeichnete Ochsenzunge erfreut Waldwanderer ab dem späten Frühjahr in ganz Europa. Die etwa 40 Zentimeter hohe Pflanze wächst in lockerem Boden an Waldrändern und Wegen sowie in waldnahen Städten, wo sie Hummeln, Bienen und Schmetterlingen als Weide dient. Bemerkenswert ist ihre fast tintenblaue Blütenkerze, die sich im Laufe des Sommers nach und nach über die ganze Wuchshöhe erstreckt. Das zweijährige Kraut wurde früher äußerlich zur Entgiftung bei Schlangenbissen genutzt, bewiesen ist die Wirkung allerdings nicht. Medizinisch kann die Ochsenzunge äußerlich als mildes Antiseptikum angewendet werden. Da sie ungiftig und wenig aromatisch sind, eignen sich die auffälligen Blüten als Dekoration für Speisen und Getränke. Vor allem aber ist die Ochsenzunge eine echte Schönheit. Vor einer Hecke oder an einem nicht zu oft gemähten sonnigen Platz auf lockerem, möglichst sandigem Boden gesät, vermehrt sie sich zuverlässig selbst und bildet mit der Zeit lose Pflanzenpolster, die den ganzen Sommer über blühen.

Bildnachweis Hans / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Filipendula ulmaria

Das Mädesüß wächst in feuchten Wiesen, an Ufern von Bächen und Flüssen sowie in Auwäldern in ganz Europa und Asien. Das dauerhafte, weiß bis cremefarben blühende Kraut kann in feuchtem Gartenboden als Staude gezogen werden, wo die duftende Blüte von Juni bis August die Nase des Gärtners erfreut. Das ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide enthaltende Mädesüß ist seit jeher eine geschätzte Heilpflanze, die vor allem als schweißtreibender Tee bei Erkältungen und Fieber verwendet wird. Äußerlich angewendet, kann ein Aufguss der Blüten die Wundheilung unterstützen. Bei innerlicher Anwendung ist Zurückhaltung ratsam, damit der Blütentee nicht zu Magenbeschwerden führt.

Bildnachweis Hans / CC0 Public Domain-Pixabay.com

 Bild: Blühendes Mädesüß

Glechoma hederacea

In seiner Verbreitungsgeschwindigkeit ist Gundermann, auch Gundelrebe genannt, dem gefürchteten Giersch (Aegopodium podagraria) vergleichbar, allerdings lässt er sich leichter eindämmen. Gundermann wächst auf fast jedem sonnigen bis halbschattigen Boden: als Bodendecker, niedrig aufrecht oder niedrig kletternd, falls zu wenig Sonne an den Boden gelangt. Das Kraut verbreitet sich durch Ausläufer, die sich bewurzeln, sobald sie die Erde berühren. Auf diese Weise schlängelt sich die Pflanze unter dem Laub höherer Arten entlang und kann innerhalb eines Sommers ganze Beete in Beschlag nehmen. An sich ist das gar nicht verkehrt, denn nackter Boden ist von der Natur ohnehin nicht vorgesehen – er trocknet aus. Andererseits kommt es darauf an, zu welchen Pflanzen sich der Gundermann gesellt, weil er Rostpilze überträgt, für die viele Kulturpflanzen anfällig sind. Unter Rosen beispielsweise sollte das Kraut konsequent entfernt werden, in der Nähe von Mahonien sollte es ebenfalls nicht wachsen dürfen. Wenn du aber ein naturnahes Kräuter- oder Schattenbeet angelegt hast oder auch eine naturnahe Wiese, gönne dem Gundermann sein zähes Leben. Der kleine Kämpfer blüht ab April blau-violett, bietet mit seinem dunkelgrünen, runden Laub einen hübschen Anblick und eignet sich als erstklassiges Würzkraut: Sein Aroma erinnert an Thymian, manchmal etwas an Minze. Pflücke die kleinsten Blättchen der Triebspitzen, um sie Salaten, Pasta und Fleischgerichten hinzuzufügen.

Bildnachweis Hans / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Blühender Gundermann zwischen Gras

Hyoscyamus niger

Das Schwarze Bilsenkraut ist eine weltweit vorkommende Pflanze, die dennoch nicht leicht zu finden ist, weil sie nur sporadisch erscheint. Das attraktive Kraut kann im Garten auf lockerem, nährstoffreichem Boden an sonnigen Standorten ein- und zweijährig gezogen werden. Solltest du Pech mit Gladiolen und Stockrosen haben, versuche es mit Bilsenkraut: Es erreicht zwischen 60 und 170 Zentimeter Höhe und überzeugt durch fein gezeichnete, porzellanartige Blüten als Zierpflanze. Ungeeignet ist es allerdings für Gärten, in denen Kinder spielen, denn die Pflanze enthält giftige Alkaloide: Sie hat durch Rauschwirkung und tödliche Lähmungserscheinungen traurige Berühmtheit erlangt.

Bildnachweis Zajcsik / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Schwarzes Bilsenkraut in voller Blüte

Iris pseudacorus

Die Sumpf- oder Wasserschwertlilie ist sicherlich eine der bezauberndsten einheimischen Wildpflanzen. Die Art gedeiht am Ufer stehender oder langsam fließender Gewässer. Im Garten macht sie sich gut als naturnahe, authentische Randbepflanzung des Teichs, dessen Anblick sie ab Mai mit ihren leuchtend-gelben Blüten zusätzlichen Reiz verleiht. Wenn der Sumpfschwertlilie ihr Standort zusagt, sät sie sich aus und bildet ein dichtes Wurzelwerk aus benachbarten Einzelpflanzen, sodass im Laufe der Jahre ein kompakter Horst entsteht. Die Kulturform I. pseudacorus „Variegata“ bildet größere Blüten als ihre botanische Verwandte, ähnelt dieser aber ansonsten vollkommen. Früher trocknete man die Rhizome der Sumpfschwertlilie, um sie zermahlen als Schnupftabak zu verwenden, während man aus den Blüten einen gelben Textilfarbstoff gewann.

Bildnachweis annetteJO / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Prächtig blühende Sumpfschwertlilie an einem Teich

Juniperus communis

Der Europäische Wacholder – nicht zu verwechseln mit dem giftigen Juniperus sabina (Stink-Wacholder) wächst als Baum oder Strauch, je nach Standort. Das anspruchslose Nadelgehölz kann sowohl als zypressenartige, schlanke Säule in Form geschnitten werden als auch formlos wild wachsen. Europäischer Wacholder steht gerne sonnig, ist aber nicht wählerisch, was den Boden betrifft: Günstig sind sehr arme Böden, die sauer sein dürfen, etwa leicht saurer, trockener Sand oder auch nasse Moorböden. Die aromatischen, blau-schwarzen Beeren – eigentlich handelt es sich um Zapfen – erscheinen frühestens ab dem zweiten Standjahr an weiblichen Pflanzen. Seit jeher werden Wacholderfrüchte als Speisewürze und zur besseren Verdauung genutzt. Naturheilkundlich sind sie, innerlich in geringen Mengen angewandt, aufgrund ihrer harntreibenden Wirkung als Mittel gegen Rheuma bedeutsam.

Urheber: adrianciurea69 / 123RF Lizenzfreie Bilder

Bild: Wacholderzweig mit Beeren

Knautia avensis (auch: Scabiosa avensis)

Volkstümlich wird die wilde Scabiose als Acker-Witwenblume bezeichnet, mit der man früher Krätze behandelte, weil die Wurzel blutreinigende Saponine enthält. In der modernen Kräutermedizin werden Aufgüsse der Wurzeln als Entschlackungstee oder äußerlich bei Ekzemen verwendet. Die zarte, rosa bis pink blühende Pflanze ist eine Verwandte der Kultur-Scabiosen und mehrerer botanischer Arten. Das natürliche Verbreitungsgebiet der wilden Scabiose sind Wiesen und Heckenränder, bevorzugt auf alkalischem Boden, wenngleich das Kraut leicht saure Erde toleriert. In der Wiese oder sogar im Beet ist die zierliche Dauerblüherin ein hübscher Anblick zwischen weiß, blau oder violett blühenden Zierpflanzen. Ein echter Geheimtipp ist die Acker-Witwenblume für den naturnahen Blumengarten, worin sie mit anderen botanischen Scabiosen-Arten das Farbspektrum zwischen Creme, Rosa und Bordeaux abdeckt. Die Blüten dieser wilden Scabiosen sind kleiner als die der Kultur-Scabiosen, ihre leuchtende Farbkraft und Blühfreude steht jenen aber in nichts nach.

Bildnachweis TanteTati / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Die Blüte dieser Tauben-Scabiose (Scabiosa columbaria) ist etwas heller als die der Knautia avensis.

Lamium album

Die Weiße Taubnessel gedeiht in ganz Europa auf Wiesen, an Hecken, Waldrändern oder auf Ruderalflächen. Sie bevorzugt nährstoffreiche Böden und gedeiht auch in überdüngter Erde, vor allem bei hoher Stickstoffkonzentration. Ansonsten ist das Kraut anspruchslos, obschon es halbschattige, mäßig feuchte und lockere Böden bevorzugt. An solchen Standorten vermehrt sich die Weiße Taubnessel rasch, wobei sie lockere Polster bildet, die gut geeignet sind, um die Wurzeln ihrer Nachbarn zu beschatten. Ihre größte wirtschaftliche Bedeutung hat die Art als Bienenweide, ab Mai bestäuben freilich zuerst Hummeln die leuchtend-weißen Blütenkelche. Ein Aufguss der getrockneten Blüten dient volksheilkundlich als blutreinigender, entzündungshemmender und schleimlösender Tee zur Entschlackung oder bei Erkältungen. Da das Kraut vom Mai bis in den Herbst hinein blüht, bei späten Frösten sogar im Winter, eignet es sich hervorragend für Wiesen, Kräuter- oder Blumenbeete naturnaher Gärten. In schlechten Zeiten sammelte man früher junge Triebe der Weißen Taubnessel, um sie als Salat oder Gemüse zu verzehren – für einen Wildkräutersalat im Frühjahr ist das Kraut sehr zu empfehlen.

Bildnachweis Hans / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Blühende Taubnessel aus der Einflugschneise von Biene und Hummel gesehen

Malva neglecta

Die Kleine Wegmalve, im Volksmund auch „Kleine Käsepappel“, ist in ganz Europa verbreitet. Da sie von Mai bis September ausdauernd blüht und sich nur mäßig verbreitet, entdeckte man sie früh als Gartenpflanze, sodass es heute zahlreiche Kulturformen gibt, die den wilden Malven-Arten ähneln. Die Kleine Wegmalve bleibt niedriger als ihre Verwandte, die Große Wegmalve (Malva sylvestris, Große Käsepappel), außerdem sind ihre Blüten hellrosa oder weiß, während die größere Art pink blüht. Das anspruchslose, pflegeleichte Kraut gedeiht in jedem Gartenboden sowie wild auf Äckern, siedlungsnahen Flächen oder in der Nähe von Flüssen. Am liebsten ist der Pflanze ein sonniges Plätzchen mit guter Wasserversorgung. Wegmalven galten in der Kräutermedizin früher als Allheilmittel, außerdem waren sie nicht unbedeutende Nahrungsmittellieferanten. In Hustentees oder äußerlich auf entzündete Hautpartien aufgetragen, wirken Aufgüsse der Blüte lindernd, der Tee wird auch gegen Magenbeschwerden eingesetzt. Blüten und junge Blätter kannst du gut in Salaten verwenden, Suppen werden sämiger, wenn du Malvenblätter mitkochst. Die reifen Samen eignen sich als Knabberei mit nussigem Aroma, während unreife Samen, in Essig eingelegt, wie Kapern verwendet werden können. Eine Einschränkung gibt es: Wenn du deine Malven auf überdüngtem Boden ziehst, vor allem bei hoher Stickstoffkonzentration, reichern sie sich mit Nitraten an. In diesem Fall ist vom Verzehr abzuraten, ausgenommen die ersten Frühjahrstriebe.

Bildnachweis WikimediaImages / CC0 Public Domain-Pixabay.com

 Bild:  Kleine Wegmalve mit weißer Blüte, häufiger blüht die Art rosa.

Nicotiana rustica

Seit dem Dreißigjährigen Krieg wird der eigentlich aus Mittelamerika stammende Bauerntabak in Europa angebaut. In den meisten Ländern dürfen aus dem einjährigen Kraut hergestellte Tabakprodukte nicht verkauft werden, aber in Russland produziert man noch Zigaretten aus Bauerntabak. Die auch als Rundblättriger Tabak bezeichnete, im Spätsommer gelb blühende Pflanze kann im heimischen Garten unkompliziert aus Samen gezogen und entweder zu Tabakprodukten verarbeitet oder als natürliches Insektengift verwendet werden. Tatsächlich ist die sehr hohe Nikotin-Konzentration einer der Hauptgründe für die einstmalige Beliebtheit der Pflanze, konnte man mit dem Nervengift doch Schädlingen rasch den Garaus machen. Als Pestizid im Garten ist der Auszug aus den Blättern allerdings nicht zu empfehlen, weil das Nikotin weder zwischen Schädlingen und Nützlingen unterscheidet noch im Boden versickern sollte. Vorsicht ist außerdem bei Experimenten mit Tabakprodukten aus N. rustica angeraten: Der Nikotin-Gehalt ist bei dieser Art deutlich höher als beim „echten“ Tabak (Nicotiana tabacum). Möglicherweise ist der Bauerntabak deshalb weitgehend in Vergessenheit geraten, nachdem man seinen Verwandten entdeckt hatte.

Bildnachweis Hans / CC0 Public Domain-Pixabay.com

 Bild:  Blühender Bauerntabak

Onopordum acanthium

Die zweijährige Eselsdistel ist von West- nach Mitteleuropa gewandert und an wärmeren Standorten verwildernd heimisch geworden. Ihr zweiter Volksmund-Name lautet „Baumwoll-Distel“, weil die gesamte oberirdische Pflanze sowie ihre reifen Samen mit feinen Haaren besetzt sind. Diese dichte Behaarung lässt das eigentlich grüne Laub grau-silbrig schimmern. Früher hatte die Art nicht zuletzt wegen der Härchen große wirtschaftliche Bedeutung, denn mit dem Gespinst konnte man Kissen ausstopfen. Außerdem wurden die Blätter wie Blattgemüse und die Stängel wie Spargel zubereitet, während man die etwa vier Zentimeter großen Blüten wie Artischocken verzehrte. Heute wird lediglich noch das Öl der Samen gepresst, alle anderen Verwendungsarten gelten mittlerweile als unwirtschaftlich. Kräuterheilkundler hingegen wissen die Eselsdistel nach wie vor zu schätzen, weil die in den Blättern enthaltene Gerbsäure äußerlich die Wundheilung unterstützt, während der schleimlösende Tee als mildes Hustenmittel bei Bronchialkatarrh verabreicht wird. Die bis zu zwei Meter hohe Pflanze ist im naturnahen Garten ein beeindruckender Hingucker: Im ersten Jahr bildet sie eine bodennahe Blattrosette von bis zu einem Meter Durchmesser, im folgenden Jahr wächst sie in die Höhe und bildet ihre kugeligen, magentafarbenen Blütenstände. An einem sonnigen, warmen Platz gedeiht die Eselsdistel besonders gut.

Bildnachweis WolfBlur / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Stattliche Eselsdistel im zweiten Jahr

Potentilla reptans

Das Kriechende Gänsefingerkraut, auch als Kriechender Gänserich und Kriechendes Fingerkraut bekannt, ist ein ungeliebtes Unkraut im Garten, vor allem auf kurz gehaltenen Rasenflächen. Wie ihre enge Verwandte, das Gänsefingerkraut (Potentilla anserina), verbreitet sich das Kriechende Fingerkraut durch zahlreiche Ausläufer, die umgehend wurzeln, sobald sie den Boden berühren. Zwischen niedrigen Nachbarn oder auf kahlen Flächen kann Potentilla ungestört wuchern, während sie zwischen höherem Bewuchs ganz natürlich eingedämmt wird. Das anspruchslose Kraut wächst überall in Europa wild an Wiesen- und Waldrändern, auf Ödland oder am Wegrand. Die zarten gelben Blüten erscheinen einzeln von Mai bis September, jedes Exemplar bildet nur eine einzige Blüte aus, die nach Bestäubung von ihrer Nachfolgerin abgelöst wird. Da die Pflanze extrem bodennah wächst, erreicht die Klinge des Rasenmähers sie nicht, sodass sie nur durch Jäten vollständig entfernt werden kann. In einer naturnahen Wiese vermehren sich weder P. reptans noch P. anserina stark, weil die Konkurrenz der höher wachsenden Arten den Ausläufern die Bodenberührung erschwert. Meistens erobert sich Potentilla ein kleines Fleckchen, auf dem sonst nicht viel gedeiht, etwa auf verdichtetem Boden.
Zur Ehrenrettung der Potentilla sei gesagt, dass sie als Heilmittel einige Bedeutung besaß, die ihr in der Kräutermedizin noch heute zukommt. Das Kraut wirkt adstringierend und antiseptisch, weshalb Aufgüsse der Wurzeln sowohl zur Wundreinigung als auch zum Gurgeln bei entzündetem Mund- und Rachenraum verwendet werden können. Innerlich, als Tee der getrockneten Wurzeln, wird das Kriechende Fingerkraut bei Durchfall oder Darminfektionen gegeben.

Bildnachweis WikimediaImages / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Blühende Potentilla reptans mit rötlichen Ausläufern und Tochterpflanzen

Quercus robur

Die Stieleiche ist in Deutschland keineswegs vergessen, wohl aber durch Nadelwälder und die Rotbuche verdrängt worden. Die wirtschaftliche Bedeutung der Eiche war und ist noch immer überragend, das betrifft nicht nur das gerne genutzte Holz: Eichenrinde besitzt hohe Konzentrationen an Gerbsäure, die sowohl zum Gerben von Leder als auch in der Kräutermedizin zur Infektionsvorbeugung gebraucht wird. Zu diesem Zweck wird die Rinde junger Zweige geschält und als Tee zubereitet, der bei Racheninfektionen gegurgelt oder bei Darminfektionen getrunken wird. Rinde, Holz und Blätter der Eiche dienen seit Jahrhunderten zum Färben von Textilien, je nach Pflanzenteil gewinnt man beige, graue oder braune Farbtöne. Die reifen Früchte sind ein gutes Schweinemastfutter, in Notzeiten streckte man mit den bitteren, gemahlenen Eicheln das Getreidemehl, später brühte man Eichelmehl als Kaffee-Ersatz auf

Bildnachweis Hans / CC0 Public Domain-Pixabay.com
Bildnachweis Hans / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Laub und unreife Früchte der Stieleiche

Rubia tinctorum

Färberröte oder Krapp stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, erlangte aber wegen seiner Verwendung in der Färberei enorme wirtschaftliche Bedeutung in ganz Europa. Bereits die Römer nutzten die getrocknete und pulverisierte Krappwurzel für heiße Farbbäder in der Textilfärberei, denn kein anderer pflanzlicher Farbstoff erreichte ein Rot von vergleichbarer Leuchtkraft wie das Alizarin im Krapp: Man erntete die Wurzel frühestens nach zwei Jahren, ließ sie ein Jahr trocknen, um sie erst danach zu mahlen. Bis zum fertigen Farbpulver vergingen zwischen drei und acht Jahren, je nach Standzeit der Pflanze. Angesichts dieses Aufwands ist es nicht erstaunlich, dass die Färberröte bald nach der Erfindung chemisch erzeugten Alizarins, im Jahr 1868, in Vergessenheit geriet. Medizinisch ist Krapp nicht ganz unbedeutend, weil es abführend, harntreibend und antiseptisch wirkt. In den ehemaligen Anbaugebieten konnte die Art verwildern, auf lockeren Böden fühlt sie sich sehr wohl. Wenn du das ausdauernde, winterharte Kraut im Garten ziehen möchtest, spendiere ihm ein sonniges Fleckchen auf Sand oder Ton.

Bildnachweis auntmasako / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bilder: Färberröte mit ihrer unscheinbaren Blüte

Solanum dulcamara

Der Bittersüße Nachtschatten wächst bevorzugt in absonnigen, feuchten Gebieten, an Hecken und Waldrändern, wo er an Sträuchern und Bäumen emporklimmt. Die Art kommt allerdings auch an vollsonnigen, trockenen Standorten vor, ohne jede Klettermöglichkeit. Dort wächst sie als bizarr wirkender, sehr niedriger, krautiger Strauch. Der Eindruck der „Storchenbeinigkeit“ ist ihrem kahlen Wuchs zuzuschreiben, denn die Art bildet lange Stiele und wenig Laub. Häufig wächst der Bittersüße Nachtschatten eher krautig als strauchartig, erst bei mehrjährigen Exemplaren verholzen die unteren Teile. Nur sie überdauern den Winter, während die weichen Pflanzenteile erfrieren. Bittersüßer Nachtschatten enthält zwar wertvolle Arzneistoffe, ist aber in allen Teilen dermaßen giftig, dass von Selbstmedikation dringend abzuraten ist. Sein gärtnerischer Reiz resultiert aus der speziellen Anmutung: dem schwarz überhauchten Laub, der kleinen und dennoch auffälligen Blüte sowie dem hübschen Fruchtstand. Wenn Kinder zu deinem Garten Zutritt haben, ist es ratsam, sowohl auf Bittersüßen als auch auf Schwarzen Nachtschatten (Solanum nigrum) zu verzichten, beide Arten haben mehrfach zu tödlichen Vergiftungen geführt.

Bildnachweis DEZALB / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Blüten des Bittersüßen Nachtschattens

Tanacetum vulgare

Rainfarn, auch „Goldknöpfchen“ und „Westenknopf“, ist ein in ganz Europa an Wald-, Feld- und Wegrändern oder vor Hecken beheimatetes, stark duftendes Kraut, das in vergangenen Jahrhunderten überall zum selben Zweck benutzt wurde: zum Vertreiben von Schadinsekten und Ungeziefer (Flöhe, Motten & Co.). Seine zweite Bestimmung war ab dem Mittelalter die Verwendung für Wurmkuren, wovon man allerdings abkam, als effektivere und weniger gefährliche Mittel erschwinglich wurden, denn Rainfarn ist nicht ungiftig. Die Duftstoffe halten einige Schadinsekten von anderen Pflanzen fern, wenn das Kraut als Randbepflanzung angebaut wird, während andere Insekten das Kraut lieben und einige sogar auf darauf spezialisiert sind. Rainfarnöl sowie Rainfarnaufgüsse dienen als milde Pestizide, die auch im ökologischen Garten Anwendung finden. Wenn dir die Zeit fehlt, eine Brühe oder einen Auszug herzustellen, kann es sich bereits als nützlich erweisen, Triebspitzen des Krauts zwischen befallene Pflanzen zu legen, etwa zwischen vom Kartoffelkäfer befallene Kartoffeln. In Kräutergüssen zum Zweck der Pflanzenstärkung spielen Laub und Blüten des Rainfarns eine Hauptrolle, neben Römischer Kamille (Chamaemelum nobile) und Brennnessel (Urtica dioica sowie Urtica urens). Darüber hinaus ist das Kraut eine nur mäßig bekannte Färbepflanze, die grüne und braune Textilfarbstoffe liefert. Wenn du die nützliche Staude im Garten ziehen möchtest, gib ihr ein sonniges bis halbschattiges Eckchen – Rainfarn ist völlig anspruchslos und vermehrt sich mäßig horstartig. Solltest du genug Platz für eine „wilde Stelle“ haben, kannst du dem Rainfarn Brennnesseln (Urtica besser nur im Kübel halten) zur Gesellschaft geben, sie vertragen sich gut miteinander, und du hast die wichtigsten Kräuter deiner Gartenapotheke gleich beieinander.

Bildnachweis Hans / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Blühender Rainfarn

Urtica dioica

Die Große Brennnessel ist, wie die Kleine Brennnessel (Urtica urens), eine der nützlichsten Wildpflanzen Europas: Sowohl medizinisch und gärtnerisch als auch industriell und landwirtschaftlich wird sie bis in die Gegenwart verwendet. Die Ameisensäure ihrer Brennhaare hilft gegen Rheuma und Gicht, der Tee aus dem getrockneten Laub entschlackt und wird ebenfalls bei Rheuma oder Gicht gegeben. Im Frühjahr kannst du die zarten Triebe ernten, um sie wie Spinat oder als Suppe zuzubereiten – Brennnesseln enthalten vor allem Chlorophyll, die Vitamine A, B und C sowie Kieselsäure, Kalzium, Eisen und weitere Mineralien. Kosmetisch wird Brennnesselauszug oder -tee gegen Haarausfall und Schuppen eingesetzt. Industriell bedeutsam war einst die Faser, heute ist es das Chlorophyll, das als Farbstoff E140 in Lebensmitteln zu finden ist. In der Landwirtschaft ist das Kraut eine nahrhafte Futterpflanze, deren ölige Samen jedes Vieh gerne frisst. Im Garten helfen Brennnesselauszug und -jauche, deine Zier- und Nutzpflanzen zu stärken: Die Jauche wirkt wie ein milder Dünger, während kalter Auszug bevorzugt gegen Blattläuse genutzt wird. Gejätete Brennnesseln – nicht blühend und ohne Wurzeln – kannst Du gut als Mulch in Deine Beete legen, sie düngen den Boden allmählich. Als Gartenunkraut verrät dir die Pflanze etwas über die Bodenbeschaffenheit, denn sie siedelt sich gerne auf mineralischen, stickstoffhaltigen Böden an. Falls diese Stelle nicht zu schattig sein sollte, ist dort ein großartiger Platz für ein Gemüsebeet oder ein Obstgehölz. Wenn du die Pflanze im Garten ziehen möchtest, halte sie am besten in einem großen Kübel, weitab deiner Zier- und Nutzbeete, damit sie sich ausschließlich dort vermehrt, wo du es zulassen kannst. Deine Großmut wird nicht zuletzt durch Schmetterlinge belohnt werden, denen die Brennnessel als Futterpflanze dient: Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge erscheinen nur, wo es Brennnesseln gibt.

Bildnachweis Hans / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Blühende Brennnessel in Gesellschaft mit Löwenzahn, Vogelmiere und Gräsern

Viola tricolor

Das Wilde Stiefmütterchen kommt in ganz Europa vor, bildet jedoch verschiedene Blütenfarben, je nach Habitat: weiß-blau, weiß-purpur, flieder-purpur, gelb-blau und gelb-violett. Sämtliche Garten-Stiefmütterchen sind Abkommen der botanischen Viola, die deutlich kleiner wächst und blüht. Als Wiesenpflanze ist das einjährige Kraut ein niedlicher Dauerblüher, der bereits im März die ersten Knospen bildet und bis in den Herbst hinein unermüdlich weiterblüht. Wilde Stiefchen tauchen überall auf, wo ihre Samen keimen können: in Beeten, in der Wiese, im Rasen, in Kieswegen und in bodennahen Mauerritzen. Wenn du bereit bist, sie immer wieder von „falschen“ Orten zu entfernen, ist die Wilde Viola eine hübsche, anspruchslose und überlebenswillige Bereicherung für Wiese und Weide. Als Heilkraut wird das Stiefchen traditionell gegen Ausschläge, Hautkrankheiten und in der Kinderheilkunde eingesetzt. Der entschlackende Tee ist ein guter Begleiter für Frühjahrskuren.

Bildnachweis swallow / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Weiß-blaue Wild-Stiefchen im Botanischen Garten in Poznan, Polen

Xanthophtalmum coronarium (auch: Chrysanthemum coronarium)

Die Kronenwucherblume stammt eigentlich aus dem Mittelmeerraum, wo sie in fast allen Anrainer-Staaten massenhaft auf Ruderalflächen wächst. Ihr Verbreitungsgebiet reicht bis nach Süd- und Ostasien, wo man sie als Nahrungs- und Heilkraut nutzt. Ihr zweiter volkstümlicher Name, „Salat-Chrysantheme“, beschreibt ihre Verwendung in China, dort werden die aromatischen Blätter als Salat genossen. Hierzulande ist die Kronenwucherblume seit dem 18. Jahrhundert in Gärten als Zierpflanze angebaut worden und konnte sich als sogenannter Gartenflüchtling ausbreiten, weshalb es einzelne verwilderte Bestände in Deutschland gibt. Mittlerweile darf die Salat-Chrysantheme wohl als einheimisch gelten.Iimmerhin ist sie nicht vital genug, um ältere Arten an der Verbreitung zu hindern, für den Menschen ist sie zudem ein nützliches (und ansehnliches) Kraut: In der Küche eignet sich das Laub als Salat und gekochtes Blattgemüse. Die Kräutermedizin nutzt den Tee der Blüten bei Entzündungen, Kopfschmerzen sowie äußerlich bei Hautkrankheiten.

Bildnachweis WikiImages / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Die zweifarbige Variante der ursprünglich einfarbig-gelben Kronenwucherblume

Ysop (Hyssopus officinalis)

Der ursprünglich aus Südeuropa und Asien stammende Ysop, auch als Josefskraut bekannt, wird bei uns schon seit dem Mittelalter sowohl als Küchen- als auch als Heilkraut angebaut, er gehörte beispielsweise zum Bestand der Klostergärten. Die Blättchen und jungen Triebe sind während des Sommers eine aromatische Zutat zu Kartoffel- und Fleischgerichten, für den Winter können Zweige im Juni, kurz vor der Blüte geschnitten und getrocknet werden. Die Kräutermedizin schätzt die Pflanze als vielseitig anwendbares Kraut: Als Tee wird es gegen Magen- und Darmbeschwerden sowie als Appetitanreger verabreicht, die ätherischen Öle wirken belebend, entschlackend und infektionshemmend. Da Ysop von Juni bis September eine schön anzusehende Bienenweide ist und sein Duft einige lästige Insekten fernhält, eignet er sich gut für Duftsträuße und -säckchen, für einen Kübel auf der Terrasse sowie für das Zierbeet. Die dauerhafte, winterharte Art verholzt im Laufe der Jahre. In den Ursprungsländern bevorzugt Ysop vollsonnige, steinige, kalkhaltige Standorte – im Garten befindet sich sein idealer Platz deshalb in der obersten Etage einer Kräuterspirale oder im Steingarten. Wenn du Ysop pflanzen möchtest, bestäube das Pflanzloch mit etwas Algenkalk, bevor du denn Ballen einsetzt.

Bildnachweis Hans / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Bild: Stattlicher Ysop-Strauch im Sommer

Bildnachweis:
Titelbild – Lavendel CC0 Public Domain-Pixabay.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.