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Akanthus

Magnus Manske, CC (Wikipedia Commons) – A. spinosus, Habitus
Magnus Manske, CC (Wikipedia Commons) – A. spinosus, Habitus“

Acanthus mollis (syn. Branca ursina), A. hungaricus (syn. A. balcanicus) und A. spinosus

Weitere Bezeichnungen: Weicher Bärenklau/Echter Bärenklau, Ungarischer Akanthus/Balkan-Akanthus und Dorniger Akanthus

Überblick
StandortSonnig bis halbschattig, frisch und durchlässig, nahrhaft, gerne lehmig
Wuchshöhe50 – 200 cm
BlütezeitJuli – August
WinterhartJa
MehrjährigJa
VermehrungAussaat, Wurzelteilung
VerwendungMedizin, Ziergarten

Beschreibung

H. Zell, CC (Wikipedia Commons) – A. hungaricus, Habitus
H. Zell, CC (Wikipedia Commons) – A. hungaricus, Habitus

Die Arten der Gattung Acanthus wachsen aus Rhizomen zu krautigen, seltener zu strauchartigen Exemplaren heran. Das großformatige Laub ist gefiedert, gelappt oder gezähnt, stets deutlich ausdifferenziert und bei einigen Arten dornig oder stachelig; es erinnert an das Laub von Disteln und Bärenklau. Die Wuchshöhe wird durch den aufrecht-kerzenförmigen Blütenstand bestimmt, der sich von unten nach oben öffnet. Oft blüht Akanthus rosa oder purpur, es gibt jedoch auch weiß, blau und rot blühende Arten sowie eine gelb blühende. Je nach Art variiert der Sitz der Blüten am Stängel als gegen- oder wechselständig. Einige Arten vermehren sich ausschließlich über Samen, die bei vollständiger Reife durch einen Mechanismus der Samenkapsel fortgeschleudert werden. Bei anderen Arten, wie bei dem in Gärten gezogenen Acanthus mollis, ist die vegetative Vermehrung durch kurze Wurzelausläufer bedeutender. Solche Arten bilden dichte Horste aus einzelnen Exemplaren.

Die bei uns bekannten Arten stammen aus dem Mittelmeerraum beziehungsweise vom Balkan, sie sind in der Regel nur bedingt frosthart. Weitere Arten sind in Asien beheimatet. Mit dem Bärenklau (Heracleum) ist Akanthus nicht verwandt, der volkstümliche Name wurde ihm vermutlich wegen der Ähnlichkeit der grundständigen Blätter beider Gattungen gegeben.

Systematik
OrdnungLippenblütlerartige (Lamiales)
FamilieAkanthusgewächse (Acanthaceae)
UnterfamilieAcanthoideae
GattungAkanthus (Acanthus)
ArtenAkanthus: Acanthus mollis var. latifolius, A. hungaricus und A. spinosus sowie etwa zehn weitere Arten mit ihren jeweiligen Subspezies oder Hybriden

Bedeutung und Verwendung

 Peter. A. Mansfeld, CC (Wikipedia Commons) – A. mollis, Blütenstand
Peter. A. Mansfeld, CC (Wikipedia Commons) – A. mollis, Blütenstand

Bedeutung

Akanthus, mit hoher Wahrscheinlichkeit Acantus mollis, ist das Vorbild der Blattornamente an korinthischen Säulenkapitellen; diese griechisch-römische Ornamentik ist als „Akanthus-Motiv“ architekturhistorisch bedeutsam. Medizinisch sind das Laub sowie die Wurzeln interessant, hauptsächlich enthält das Laub Tannin.

Verwendung

Acanthus mollis und A. spinosa sind beliebte Zierpflanzen in mildem Klima, zunehmend wird auch A. hungaricus kultiviert. In der Kräuterheilkunde finden die Blätter als abschwellend wirkende Umschläge Verwendung, während der Wurzelsaft in Umschlägen gegen Gicht und Verbrennungen genutzt wird. Bei innerer Anwendung hilft Akanthus gegen Durchfall. Die Arten enthalten sämtlich ähnliche Inhaltsstoffe, wenn auch in verschieden hohen Konzentrationen.

Gartentipps

 Meneerke bloem, CC (Wikipedia Commons) – A. hungaricus, Fruchtstand
Meneerke bloem, CC (Wikipedia Commons) – A. hungaricus, Fruchtstand

Anbau

Der sicherste Weg, Akanthus anzusiedeln, ist das Einpflanzen von geteilten Exemplaren. Die Anzucht aus Samen gelingt, wenn die Samen angeraut und im Töpfchen bei 20 °C für drei Wochen stets feucht gehalten werden. Am besten eignen sich hierzulande der gut frostverträgliche A. hungaricus und der mäßig frostverträgliche A. mollis. Setze Akanthus an einem sonnigen bis halbschattigen Platz in nahrhafte, durchlässige und möglichst steinige Erde, bevorzugt in Lehm.

Pflege

Jährlich im Frühjahr Humus und Gesteinsmehl einarbeiten, gelegentliche Gaben von Pflanzenjauchen mit dem Gießwasser. Mäßig gießen und Staunässe grundsätzlich meiden. A. mollis braucht in rauen Regionen Frostschutz, dauerhaft nasskaltes Wetter verträgt nur die Subspezies latifolius. Die Erfahrungen mit der Frosthärte sind verschieden, einige Gärtner empfehlen A. spinosus als verlässlich frosthart. Akanthus braucht meistens drei Jahre, bis er überhaupt blüht. Wenn ältere Exemplare blühunwillig sind, helfen erfahrungsgemäß Kalkgaben im Frühjahr.

Ernte

Das Laub bei Bedarf, die Wurzeln im Herbst.

Ein Kommentar

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ist die Akanthusblüte gut geeignet als Schnittblume?
    Ich habe einmal sie geschnitten in eine Vase gestellt aber nach einer Stunde lies sie sich hängen.
    Woran liegt das?

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