Startseite » Bischofskraut

Bischofskraut

Johann Georg und Jacob Sturm, Wikipedia Commons
Johann Georg und Jacob Sturm, Wikipedia Commons“

Ammi majus

Weitere Bezeichnungen: Große Ammei, Großes Ammei

Überblick
StandortSonnig bis absonnig, tiefgründig frisch, in mäßig nahrhaftem Boden
Wuchshöhe30 – 100 cm
BlütezeitJuni – September
WinterhartNein
MehrjährigNein
VermehrungAussaat
VerwendungMedizin, Küche, Schnittblume

Beschreibung

H. Zell, CC (Wikipedia Commons) – Blütenstand
H. Zell, CC (Wikipedia Commons) – Blütenstand

Bischofskraut wächst aus einer Pfahlwurzel als einjähriges, beinahe kahles Kraut. Die wenigen Laubblätter sind fünffach, häufiger dreifach gefiedert, die einzelnen Blättchen elliptisch oder lanzettlich geformt und deutlich gezähnt. Die ab Juni erscheinenden weißen Blütendolden stehen locker, die Doldenstängel sind lang und abstehend, wie auch die fedrig geteilten Hüllblätter abstehen. Die Frucht ist schmal-elliptisch.

Natürliches Verbreitungsgebiet des Bischofskrauts sind Südwestasien, der Nahe Osten sowie der gesamte südliche Mittelmeerraum, wo die Art auf Brachen, an Wegrändern oder in Olivenhainen gedeiht. Allerdings wurde die Pflanze in vergangenen Jahrhunderten entweder auch in Europa kultiviert oder mit anderer Saat eingeschleppt. Wilde Bestände gibt es nördlich der Alpen jedoch selten, weil die Pflanzen hohe Temperaturen benötigen, um zu fruchten.

Systematik
OrdnungDoldenblütlerartige (Apiales)
FamilieDoldenblütler (Apiaceae)
UnterfamilieApioideae
GattungKnorpelmöhren (Ammi)
ArtenBischofskraut (Ammi majus)

Bedeutung und Verwendung

Bedeutung

Bereits seit Jahrtausenden ist die Verwendung der Samen zu heilkundlichen Zwecken sowie als Gewürz bedeutsam. Darüber hinaus schätzte man die Wurzel einst als Gemüse. Der Tee aus den Samen wird bei Asthma und Verdauungsbeschwerden gegeben, eine Salbe wird zur Behandlung von Pigmentstörungen verwendet. Tatsächlich interessieren sich Pharmakologen gegenwärtig für die Samen des Bischofskrauts, um Medikamente gegen Hautkrankheiten herzustellen.

Bischofskraut und seine Verwandte Ammei (Ammi visnaga) werden häufig synonym genannt und vermutlich ebenso oft verwechselt. Pharmakologisch gibt es bedeutsame Unterschiede: So spielen Visnadin (herzwirksam) und Khellin (entkrampfend) als medizinisch interessante Bestandteile bei der Ammei (Zahnstocher-Ammei) die Hauptrolle, beim Bischofskraut ist es das Cumarinderivat Methoxalen, das beispielsweise in Salben gegen Schuppenflechte Verwendung findet.

Verwendung

Hierzulande ist es nicht leicht, Bischofskraut zum Fruchten zu bringen, weil die mitteleuropäischen Sommer in der Regel nicht heiß genug werden. Wegen der pharmakologisch interessanten Furanocumarine ist es ohnehin empfehlenswert, die Samen als Gewürz selten und in sehr geringen Mengen zu verwenden. Hübsch sieht die große weiße Dolde in sommerlichen Gestecken aus.

Gartentipps

 H. Zell, CC (Wikipedia Commons)
H. Zell, CC (Wikipedia Commons)

Anbau

Im mitteleuropäischen Garten braucht das Bischofskraut einen vollsonnigen, möglichst geschützten Standort, damit es Früchte bildet. Der Boden sollte tiefgründig frisch und mäßig nahrhaft sein. Säe ab April ins Freiland, in rauen Lagen erst im Mai. Bedecke die Samen sparsam mit Erde, weil Bischofskraut ein Lichtkeimer ist.

Pflege

Viel Wasser benötigt das Bischofskraut nicht, aber es darf im Wurzelgrund nicht austrocknen. Soll die Pflanze als Schnittblume gezogen werden, braucht sie regelmäßig Wasser sowie monatlich Brennnesseljauche als Düngung, um prächtige Blütenstände zu entwickeln. In milden Gegenden kann sich der Versuch lohnen, die Pflanze zweijährig zu ziehen – gib ihr dazu Winterschutz.

Ernte

– Küche und Heilkraut: Reife (vertrocknete) Fruchtstände
– Schnittblume: frisch erblühte Dolden

Ein Kommentar

  1. frage kann die golden essen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.