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Bildnachweis maria-anne / CC0 Public Domain-Pixabay.com
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So planen Sie Ihren Nutzgarten optimal

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Frisches Obst und knackiges Gemüse sind der Traum vieler Gartenbesitzer. Dieser Traum nach selbst angebauten Vitaminspendern lässt sich mit einem Nutzgarten realisieren. Damit dies auch einfach geht, müssen Sie einige wichtige Grundregeln beachten.

Bevor Sie in Ihrem Nutzgarten ernten können, steht am Anfang die Planung an. Dazu müssen Sie festlegen, wo dieser entstehen soll. Ist ein Gartengrundstück am Haus vorhanden, kann hier ganz einfach je nach Grundstücksgröße und eigenem Anspruch die gesamte Fläche oder ein Teil als „Küchengarten“ angelegt werden. Befindet sich Ihr Gartengrundstück in einer Kleingartenanlage, müssen Sie eventuell Kleingartenverordnungen beachten. Darüber hinaus müssen Sie bedenken, dass an trockenen Sommertagen meist täglich gegossen werden muss und Sie so regelmäßig zum Kleingarten fahren müssen. Egal, wo Sie Ihren Obst- und Gemüsegarten anlegen wollen, sollten Sie diesen mit einem Zaun oder einer Hecke vor Eindringlingen und Wind schützen.

Der Grundriss entsteht

Sind Sie sich über die Lage bewusst, gehen Sie daran, die gesamte Gartenfläche auszumessen und maßstabsgerecht auf Millimeterpapier zu übertragen. Dafür empfiehlt sich ein Maßstab von 1:100 – ein Meter Garten entspricht einen Zentimeter auf dem Millimeterpapier. Auf dem Grundriss können Sie nun nach eigenen Vorstellungen Beete anlegen. Dabei müssen Sie beachten, dass sich für Gemüsebeete Breiten von 60, 100 oder 120 Zentimeter bewährt haben. Dazwischen legen Sie Wege an, diese müssen zwischen 20 und 30 Zentimeter breit sein. Auf diese Weise kommen Sie jederzeit für die Gartenarbeit und die spätere Ernte gut an das Beet. Seien Sie bei der Planung ruhig experimentierfreudig. Rechteckige Beete lassen sich aber leichter pflegen als runde.

Besondere Beetarten

Es bieten sich auch Hügelbeete, die aus Reisig, Stroh, Kompost und Humuserde bestehen, damit sehr nährstoffreich und bis zu fünf Jahre für kriechende oder flachwachsende Gemüse geeignet sind oder Hochbeete mit ähnlichem Aufbau an. Die mit kleinen Buchshecken eingefassten Beete des Bauerngartens stellen ein Höchstmaß an Anspruch und Schönheit dar, wo Blumen, Sträucher, Bäume, Obst und Gemüse gemeinsam gedeihen. Beeteinfassungen aus Holz, Stein oder Kunststoff bilden eine natürliche Barriere für kriechende, sich durch Wurzelausläufer verbreitende Unkräuter, wie Giersch oder Quecke sowie für Schnecken.

Platz für Kompost, Obst und Kräuter

Planen Sie in Ihrem Nutzgarten auch einen ausreichend großen Platz für einen Komposthaufen ein. Der Komposthaufen ist Ihre persönliche „Nährstoffproduktionsstätte“, die Sie mit Gartenabfällen von gesunden Pflanzen, Unkraut (verwelkt), Küchenabfällen, Laub, Stroh, Holzasche, Hecken-, Strauch- und Rasenschnitt „füttern“. Im Frühjahr tragen Sie den Kompost auf die Beete auf und versorgen so Ihre Pflanzen optimal mit wichtigen Nährstoffen, wie Stickstoff, Kalium und Phosphat.

Auch Obstbäume und Beerensträucher müssen Sie bereits jetzt einplanen, denn diese stehen für mehrere Jahre am festgelegten Ort. Wobei Sie eine mögliche vorherige Bepflanzung mit Obst und Beeren berücksichtigen müssen, denn Sie dürfen nicht Steinobst (wie Kirsche oder Pflaume) auf Steinobst und Kernobst (wie Apfel oder Birne) auf Kernobst folgen lassen. Auch müssen Sie einen Pflanzabstand von sechs Metern zwischen den einzelnen Obstbäumen einhalten, es sei denn, Sie planen kleinwüchsige Sorten, „Zwergbäume“ oder „Säulenobstbäume“. Beerensträucher oder Hochstämmchen benötigen einen Pflanzabstand zwischen 100 und 150 Zentimeter. Ihre „Himbeerhecke“ sollten Sie an eine Stelle einplanen, wo Sie von allen Seiten bequem zum Ernten hinkommen. Nutzen Sie zur Planung die Sortenhinweise und beachten Sie die regional zulässigen Abstände zu Grundstücksgrenzen. Halten Sie in Ihrem Nutzgarten auch immer einen Platz für Kräuter, wie Petersilie, Liebstöckel, Dill oder Bohnenkraut frei.

Fruchtfolge und Pflanzenauswahl

Haben Sie die Umrisse Ihrer Beete festgelegt, geht es an den Anbauplan. Diesen zeichnen Sie mit farbigen Stiften auf Ihrem Grundriss ein. Zudem legen Sie sich ein Buch an, das Sie über die Jahre führen und wo Sie den Anbauplan verfolgen können. Denn Sie müssen nicht nur wissen, wie viel Saatgut oder Jungpflanzen Sie benötigen, sondern auch wie viel Platz die einzelnen Pflanzen einnehmen werden. Das lässt sich durch eine Zeichnung realistisch und einfach darstellen. Planen Sie die Bepflanzung Ihres Nutzgartens durch eine geeignete Mischkultur so, dass sich mögliche Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen gering halten, beispielsweise mit dem Anbau von Kapuzinerkresse gegen Ameisen, Blattläuse und Schnecken.

Nummerieren Sie Ihre Beete und schreiben Sie genau auf, wo Sie was pflanzen wollen, eventuell auch als Haupt-, Vor-, Zwischen- und Nachpflanzung. Bereits im ersten Jahr müssen Sie an die Fruchtfolge denken, damit Sie jedes Jahr ertragreich ernten. Bei der Fruchtfolge mit „Vierfelderwirtschaft“ liegt jedes vierte Jahr ein Beet brach und wird mit Gründüngungspflanzen bestellt. Im ersten Pflanzjahr werden „Starkzehrer“, wie Kohl, Kartoffeln, Gurken oder Kürbis, im zweiten Pflanzjahr „Mittelzehrer“, wie Möhren, Salat, Mangold oder Fenchel und im dritten Pflanzjahr „Schwachzehrer“, wie Kresse, Zwiebeln, Radieschen oder Bohnen gesät oder gepflanzt. Die Verteilung von Stark-, Mittel- und Schwachzehren sowie Gründüngung zur Bodenaufbesserung, wie Klee oder Senf wechselt jährlich über die einzelnen Beete.

Bei der Fruchtfolge und bei der Mischkultur sind zudem die einzelnen Pflanzenfamilien zu beachten, denn gleiche Pflanzenfamilien dürfen nicht aufeinander folgen. Die Pflanzenfamilien teilen sich in

 

  • Doldenblüter (wie Möhre, Sellerie oder Zwiebel),
  • Gänsefußgewächse (wie Mangold oder Rote Beete),
  • Kreuzblüter (wie Kohl, Kresse, Rettich, auch Gründünger, wie Senf oder Raps),
  • Kürbisgewächse (wie Gurke, Kürbis, Melone oder Zucchini)
  • Nachtschattengewächse (wie Auberginen, Kartoffeln, Paprika oder Tomaten) und
  • Schmetterlingsblüter (wie Bohnen oder Erbsen) ein.

 

Schreiben Sie sich also jedes Jahr auf, was Sie wann, wo anpflanzen. Auf diese Weise verhindern Sie eine Nährstoffauslaugung des Bodens und beugen Krankheiten und Schädlingen der Monokultur vor.

Der Nutzgarten entsteht

Nachdem Sie nun alles gründlich geplant haben, geht es an die Umsetzung, indem Sie den Boden bearbeiten und die Beete anlegen. Dazu kann es notwendig sein, dass Sie die Erde je nach Bodenart (sandige, lehmige, tonhaltige, kalkige oder moorige Böden) für eine optimale Struktur unter anderem mit Kompost, Sand, Torf oder einer Entwässerungsmaßnahme aufbereiten müssen. Für den Beginn und in regelmäßigen Abständen empfiehlt sich eine Nährstoffuntersuchung des Bodens. Damit wissen Sie, welche Nährstoffe Sie in Form von Naturdünger, wie Kompost, stickstoffhaltigen Hornspänen oder Mineraldünger beigeben müssen. Ideal ist auch eine vollständige Bedeckung des Bodens mit Blattwerk, das schützt vor Austrocknung.

Auch ein Frühbeet oder ein Gewächshaus können einen Platz im Nutzgarten finden. Wobei vor allem beim Frühbeet auf eine wettergeschützte Südlage geachtet werden muss. Lassen Sie sich beim Pflanzenschutz durch Nützlinge, wie Ohrwürmer oder Marienkäfer, Vögel und Igel helfen und unterstützen Sie diese mit „Insektenhotels“, Nistkästen und Winterfutterplätzen.

Über Andreas

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