Startseite » Kräuter » Küchenkräuter-Serie für Einsteiger – Teil 4: Koriander bis Liebstöckel
Bild Küchenkräuter

Küchenkräuter-Serie für Einsteiger – Teil 4: Koriander bis Liebstöckel

Teil 4 unserer Küchenkräuter Serie

Koriander (Coriandrum sativum)

Frosthart: nein
Mehrjährig: nein
Wuchshöhe: 40 bis 100 cm
Kultur: Freiland
Standort: absonnig bis halbschattig, sandig-humos, frisch bis durchlässig-feucht
Weitere Bezeichnungen: Wanzenkraut

H. Zell, Genehmigung: GNU-Lizenz –
Blühender Koriander im Botanischen Garten von Karlsruhe

Das seit Jahrtausenden kultivierte Würzkraut ist leicht anzubauen und braucht wenig Pflege, sobald die Keimlinge kräftig genug sind: Säe Koriander von März bis Mai ins Freiland, wo du die Saat bis zum Keimen ständig feucht hältst. Gute Standorte sind entweder die Normalzone einer Kräuterspirale oder ein Beet, worin du später Pflanzen ziehen möchtest, die häufig von Mehltau oder Rost heimgesucht werden. Jedes Exemplar braucht ungefähr 25 x 25 Zentimeter Platz, die großen Samen kannst Du gezielt säen. Am liebsten ist dem Kraut ein möglichst leichter Boden, der trotzdem nicht austrocknen darf; beschatteter oder gemulchter Sand-Humus und etwas Kompost sind ideal. Überlege vor der Standortwahl, ob du möglichst viel Laub ernten möchtest oder ob dir die Samen genügen: Je weniger Sonne Koriander bekommt, desto später blüht er, umso mehr Grün kannst du also ernten. Koriander enthält sowohl fungizide als auch bakteriozide Wirkstoffe, weshalb er ein guter Begleiter für (zum Beispiel) Rosen, Astern, Phlox, Mahonien, Obststräucher, Tomaten, Kartoffeln, Salat und Kohlarten ist. Sein Geruch vertreibt Milben, zieht manchmal aber Blattwanzen an, die jedoch wenig Schaden anrichten.

Pflege:
Pflege Koriander wie die Hauptkultur des Beetes. In der Kräuterspirale kannst du ihm mehrfach Ackerschachtelhalm- oder einmalig Brennnesseljauche geben, ansonsten braucht er nur die übliche Menge Wasser der Normalzone. Falls das Kraut zu sehr von Wanzen angesaugt wird, spritze gelegentlich mit Ackerschachtelhalm-Kamillentee.

Ernte:
Pflücke die Blätter laufend frisch und möglichst, bevor die Blüte einsetzt. Die Samen erntest du, wenn sie reif sind, anschließend kannst du sie mindestens drei Jahre getrocknet in Gläsern aufbewahren. Der richtige Erntezeitpunkt ist gekommen, wenn die meisten Kügelchen sich leicht lösen lassen.

Sortenwahl:
Es gibt Mexikanischen und Vietnamesischen Koriander, die jedoch anderen Gattungen angehören, also keine Koriandergewächse sind. Der hierzulande angebaute Gewürzkoriander ist Coriandrum sativum.

Kümmel (Carum carvi)

Frosthart: ja
Mehrjährig: zweijährig
Wuchshöhe: 70 bis 120 cm
Kultur: Freiland
Standort: sonnig bis halbschattig, kompost-humos, kalkhaltig, durchlässig-feucht bis feucht
Weitere Bezeichnungen: –

Foto: Anneli Salo, Genehmigung: GDFL –
Wild wachsender Kümmel in Finnland, Weißer Wiesenkümmel

 

Im ersten Jahr bildet die Kümmelpflanze lediglich eine Blattrosette, erst im zweiten Standjahr erscheint der Trieb, von dem du letztendlich die Samen ernten wirst. Da das bis nach Nordeuropa verbreitete Kraut zwar jede Temperatur verträgt, dabei aber stets feucht stehen möchte, sorge an sonnigen Standorten dafür, dass der Wurzelbereich durch andere Pflanzen beschattet wird, falls du nicht mulchen möchtest. Der Boden sollte für Kümmel locker und tiefgründig sein: Im höher gelegenen Bereich der Normalzone einer Kräuterspirale fühlt er sich wohl, im Gemüsebeet fördert er Kartoffeln, Rote Bete und Gurken. Säe Kümmel im April oder im August aus, wobei du die lichtkeimende Saat mit Algenkalk bestäubst, nur dünn mit Erde bedeckst und dann angießt. Der Reihenabstand beträgt etwa 30 x 35 Zentimeter.

Pflege:
Im Gemüsebeet erhält Kümmel die Pflege seiner Nachbarn. Anderenfalls kannst du ihm im ersten Jahr, während der Wachstumsphase, einmalig etwas Kalk und Ackerschachtelhalm-Brennnesseljauche geben. Im zweiten Jahr profitiert er von einer Gabe reifen Komposts, der sparsam mit Kalk durchmischt ist. Halte den Wurzelbereich des Kümmels stets frisch oder besser feucht, er hat nicht gerne „trockene Füße“.

Ernte:
Der beste Zeitpunkt ist gekommen, wenn die Samen sich braun färben. Die getrockneten Körner kannst du gut in geschlossenen Gläsern aufbewahren, wo sie ihr Aroma lange bewahren.

Lavendel und Speik-Lavendel (Lavandula augustifolia und Lavandula latifolia)

Frosthart: bedingt
Mehrjährig: ja
Wuchshöhe: 30 bis 80 cm
Kultur: Kübel oder Freiland
Standort: sonnig, sandig-humos, kalkhaltig, trocken bis frisch
Weitere Bezeichnungen: (augustifolia) Duftlavendel/(latifolia) Gewürzlavendel

 

Foto: Javier Martin, Genehmigung: vom Urheber freigegeben
Speik-Lavendel in Spanien

Duftlavendel kann ebenso für die Küche genutzt werden wie der breitblättrige, aromatischere Speik-Lavendel, der traditionell als Gewürz genutzt wird. Beide Kräuter gedeihen am besten an kargen, trockenen und sonnigen Standorten. Wenn du Lavendel aus Samen ziehen willst, säe ihn im März in Töpfchen, deren Erde du bis zum Keimen feucht hältst. Nach den Eisheiligen dürfen die Jungpflanzen von der Fensterbank ins Freiland umziehen, streue dabei gleich etwas Algenkalk ins Pflanzloch. Bequemer ist es, vorgezogenen Lavendel in der Gärtnerei zu kaufen, wo allerdings meistens eine der Duftlavendel-Sorten angeboten wird. Gib deinem Lavendel ungefähr 30 x 30 Zentimeter Platz – er wird ihn brauchen. Duftlavendel ist die herkömmliche Begleitkultur zu Rosen; da Ameisen, Läuse und Motten seinen Duft nicht mögen, ist er aber recht vielseitig einsetzbar. Hübsch sieht er beispielsweise als Beetumrandung im Bauerngarten aus, wenn du ihn als Hecke ziehst. In der Kräuterspirale ist sein Lieblingsplatz ganz oben, wo er es sonnig, warm und trocken hat. Alternativ ist der Steingarten ein hervorragender Standort für die ursprünglich mediterrane Pflanze.

Pflege:
Lavendel ist ungemein genügsam: Er braucht nur dann etwas Wasser, wenn der Sommer sehr trocken ist. Trotzdem kommt er mit normaler Gartenpflege zurecht, obwohl sie ihm eigentlich zu üppig ist. Gib deinem Lavendel jährlich im Mai etwas Kalk und Kompost, das reicht aus. Achte vor allem darauf, ihn nicht zu überdüngen, fehlernährter Lavendel erfriert leichter. Gut bekommt dem kleinen Strauch ein Rückschnitt nach der Blüte. Wenn es der Pflanze gut geht, wächst sie rasch in die Breite: Du kannst sie einfach mit dem Spaten teilen, falls sie zu mächtig wird. Im Winter, namentlich in rauen Lagen, ist Winterschutz durch Reisig empfehlenswert. Allerdings ist dann ohnehin zu überlegen, ob du Lavendel nicht lieber nur als Zierpflanze ziehen möchtest, denn in kühlerem Klima entwickelt er generell weniger ätherische Öle.

Ernte:
Für die Küche verwendest du die Blattspitzen frisch oder getrocknet. Falls du Sträuße binden willst, ernte die erblühten Stiele und hänge sie kopfüber zum Trocknen auf.

Sortenwahl:
Wenn es dir vor allem um das Würzkraut geht, ist der aromatischere Speik-Lavendel die richtige Wahl.

Liebstöckel (Levisticum officinale)

Frosthart: ja
Mehrjährig: ja
Wuchshöhe: 100 bis 250 cm
Kultur: Freiland
Standort: sonnig bis halbschattig, kompost-humos, nahrhaft, feucht
Weitere Bezeichnungen: Maggikraut, Liebstock

 

Foto: Jamain, Genehmigung: GNU-Lizenz
Liebstöckel in einem belgischen Garten

Woher Liebstock stammt, weiß niemand so genau, Vermutungen schwanken zwischen Persien und Südosteuropa. Dafür hat sich das seit Jahrhunderten in unseren Breiten kultivierte Kraut bestens den hiesigen Bedingungen angepasst: Zwar frieren im Winter alle oberirdischen Teile ab, aber im Frühjahr treibt die Pflanze aus dem Rhizom neu aus. Auf diese Weise kann Liebstock 15 Jahre alt werden. Überlege dir deshalb, wo das stattliche Kraut am besten unterzubringen ist – es ist hungrig, durstig und hemmt das Wachstum fast aller benachbarten Pflanzen. Der ideale Platz ist ein eigenes, gut genährtes Beet in der Nähe des Gartenteichs. Viel Saat benötigst du nicht, denn aufgrund seiner Größe reicht meist schon ein Exemplar aus, um den Bedarf eines Haushalts zu decken. Säe im März oder im August ins Freiland und halte die Erde stets feucht. Hilfreich ist es, großzügig mineralische Feuchtigkeitsspeicher ins Pflanzloch zu streuen. Sobald die Keimblätter erscheinen, braucht Liebstock Mulch, damit der Wurzelbereich niemals austrocknet.

Pflege:
Eigentlich ist die Pflanze sehr robust, aber sie will gut ernährt werden. Gib ihr deshalb alljährlich im Frühjahr Kompost, Steinmehl und Hornspäne. Bis zum Herbst ist Liebstock für monatliche Gaben von Brennnessel- und Ackerschachtelhalmjauche dankbar. Vor allem aber gieße die Pflanze ausgiebig, Trockenheit verträgt sie nicht. Deshalb ist es sehr empfehlenswert, den Wurzelbereich stets mit Mulch abzudecken, damit sich die Feuchtigkeit länger hält.

Ernte:
Das meiste Aroma haben Blätter und Samen. Das Laub verliert beim Trocknen Aroma, aber die Samen kannst du getrocknet gut lagern. Pflücke die Blätter laufend frisch, die Samen ernte, wenn die Reife beinahe vollendet ist.

Lies im 5. Teil unserer Küchenkräuter-Serie über den Anbau von Löffelkraut, Majoran, Melisse und Oregano.

Bildnachweis:
Titelbild – Küchenkräuter CC0 Public Domain-Pixabay.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.