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Natürliche Hilfe gegen Schnecken

Bildnachweis Ashaneen / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Der Sommermorgen ist perfekt und taucht den Garten in magisches Licht. Wohlwollend schweift der Blick des Gärtners umher – und erstarrt entsetzt. Statt Tagetes und Margeriten blicken ihn nur abgefressene Gerippe traurig an. Panisch macht er sich noch barfuß auf den Weg zum Gemüsegarten, rutscht auf einer glitschigen Nacktschnecke aus und findet nicht mehr viel von den jungen Salat- und Möhrenpflanzen. Der Morgen ist perfekt, um einen friedlichen Menschen zum skrupellosen Schneckenmörder werden zu lassen.

Schneckenkorn schadet nicht nur der Schnecke

Der erste Impuls mag sein: “Denen werde ich es zeigen. Das wäre doch gelacht. Wofür gibt es denn Schneckenkorn. Das wird den Biestern den Garaus machen!” Doch das ist zu kurz gedacht. Es macht auch Vögeln, Igeln und nützlichen Insekten den Garaus, belastet den Boden und den Geldbeutel. Außerdem locken die verendeten Tiere nur neue Kollegen in den Garten.
Zwar gibt es inzwischen auch umweltverträgliche Präparate auf Eisen-Phosphor-Basis. Punktuell eingesetzt können sie ausgewählte Pflanzen schützen, zur wirklichen Bekämpfung eignen sie sich weniger.
Da eine einzige Schnecke ungefähr 200 Eier legt, die nach einigen Monaten zu geschlechtsreifen Tieren heranwachsen und auf dem Weg dahin großen Appetit haben, muss man gute Strategien entwickeln, damit der Kampf nicht zur Vollzeitbeschäftigung ausartet und trotzdem als Niederlage endet.

Nutze die Schwächen deines Gegners

Kopfunter kommen Schnecken nicht um die Ecke. Dieses Manko machen Schneckenzäune zur wirksamen Abwehr. Die obere Kante ist gebogen wie der Handgriff eines Spazierstocks. Die Tiere kriechen kopfüber in die Kurve und fallen dann runter. Schneckenzäune werden in verschiedenen Materialien und Ausführungen angeboten. Es ist utopisch, den ganzen Garten mit einem Schneckenzaun einzufassen zu wollen, doch um aufkeimende Saat und kleine Pflanzen gesetzt, beschert es dem Gärtner ruhige Nächte.

Schnecken lieben zwar unsere zarten und vielfältigen Kulturpflanzen, doch zum Überleben brauchen sie Feuchtigkeit und Schatten. Der kleinen Ackerschnecke genügt schon eine feuchte Erdspalte, um einen sonnigen Tag zu überleben. Wenn die Weichtiere nur trockenen, feinkrümeligen Boden vorfinden, weder schattiges Gebüsch noch schützende Stein- oder Holzhaufen in Gemüsenähe angeboten werden, müssen sie weit kriechen. Das kostet Feuchtigkeit, besonders wenn der Boden saugfähig ist. Breite Randstreifen aus trockenem Sägemehl, Gesteinsmehl oder Sand sind zwar keine absolute Schneckenbarriere, machen den kleinen Schleimern aber das Leben schwer und reduzieren die Besucherzahl erheblich.
Bier wirkt sehr anziehend, doch locken Bierfallen mehr Schnecken an, als in ihnen verenden. Deshalb dürfen sie auf keinen Fall zwischen gefährdeten Pflanzen positioniert werden. Sie können weitab als Köder aufgestellt werden, die regelmäßig kontrolliert und abgesammelt werden.

Schenke deinen Rasensprinkler dem Nachbarn

Da für die Weichtiere pralles Sonnenlicht tödlich ist, sind sie in trockenen Zeiten nachtaktiv. Wer an lauen Sommerabenden einen Rasensprenger laufen lässt oder seinen Gemüsegarten großflächig mit dem Gartenschlauch wässert, schickt damit eine Einladung an das Schneckenvolk der gesamten Nachbarschaft. Schnecken riechen das Wasser und der feuchte Boden erleichtert das Kriechen. Vielleicht bleiben sie direkt da, weil die Lebensverhältnisse angenehmer sind. Denn du gießt grundsätzlich nur morgens, dann auch nur gezielt und tief an die Pflanzen und deckst die feuchte Oberfläche mit trockener Erde ab. Das ist gut für die Pflanzen, da es das Wurzelwachstum in die Tiefe treibt, die Feuchtigkeit länger hält und für die Schnecken unattraktiv ist.

Hole dir Helfer in den Garten

Unglaublich aber wahr, es gibt Lebewesen, die Schnecken lieben. Für Vögel sind Schneckeneier der feinste Kaviar (zur Erinnerung: ein Gelege bedeutet 200 fresslustige Schnegel), Igel und Erdkröten lieben die schleimigen Zeitgenossen und indische Laufenten sind für große Gemüsegärten ein wahrer Segen. Langfristig lohnt es sich, solchen Mitstreitern Nistplätze und gemütliche Unterkünfte im Garten anzubieten.

Mach es wie die Schnecke: werde nachtaktiv

Besonders nach Regenfällen lohnt sich ein später Kontrollgang durch den Garten, um Schnecken einzusammeln. Mit Gummihandschuhen ist es nicht ganz so eklig, aber wie wird man die gesammelten Tiere los? Sie mit Salz zu bestreuen, damit sie langsam austrocknen, ist wohl die grausamste Methode. Das Übergießen mit kochendem Wasser führt zum sofortigen Tod, ebenso ein beherzter Schnitt mit der Gartenschere oder ein gezielter Schlag mit der Gartenhacke. Manch einer bringt das nicht über sich und setzt die Schleimer aus – doch dann bitte an einem Ort, an dem sie wenig Schaden anrichten. Denn eigentlich ist die Schnecke ein Nützling, da sie Aas und kranke Pflanzen vertilgt und damit zur Ordnungspolizei der Natur gehört.

Bildnachweis:
Titelbild – Schneckenhaus CC0 Public Domain-Pixabay.com

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