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Bild Pflanzen im Gewächshaus

Optimales Klima für Pflanzen im Gewächshaus

Pflanzen im Gewächshaus zu ziehen ist eine hervorragende Methode, um die Vegetationsperiode zu verlängern und das ganze Jahr über zu gärtnern. Die Bauweise eines Gewächshauses nutzt die Sonneneinstrahlung, um eine warme Umgebung für Pflanzen zu schaffen – auch wenn es draußen kalt ist.

Idealerweise sollte die Temperatur insgesamt unter 30 Grad bleiben, doch auch die optimale Temperatur variiert je nach Pflanzenart. Mit Blick auf einen maximalen Ertrag wäre es theoretisch möglich, für jede Pflanze und jede Phase ihrer Entwicklung die optimalen Licht- und Temperaturfaktoren zu ermitteln, was jedoch einen immens hohen Aufwand für die Umsetzung bedeuten würde. Die Lösung liegt in einer optimalen Nutzung und Verteilung der Sonneneinstrahlung.

Der richtige Platz für ein Gewächshaus

Der optimale Standort zum Pflanzen züchten in einem Gewächshaus sollte eine maximale Aufnahme von Sonnenlicht auch im Winter ermöglichen, daher sollte vorab der jahreszeitliche Sonnenstand berücksichtigt werden. Gleichzeitig sollte die Schattenbildung benachbarter Bäume einbezogen werden. Laubbäume sorgen im Sommer für natürlichen Schatten und stören die Wintersonne nicht, während Nadelbäume dauerhaft beschatten. Wenn möglich, sollte das Gewächshaus mit der langen Seite nach Süden ausgerichtet werden, um im Winter Wärmeverluste aufgrund der Reflektion zu vermeiden und während extrem heißer Tage nur eine Seite beschatten zu müssen. Durch ständigen Wind kann ein Wärmeverlust hervorgerufen werden, daher empfiehlt sich ein windstiller Platz. Steht kein geeigneter Standort zur Verfügung, kann durch Anpflanzung einer Hecke oder einen Zaun Abhilfe geschaffen werden.

Bildnachweis EME / CC0 Public Domain-Pixabay.com

Temperaturen

Bodentemperatur, Lichteinstrahlung und Lufttemperatur stehen in einer engen Wechselwirkung. Angestrebt werden sollte daher ein ausgewogenes Klima. Zur Überwachung der Temperaturen empfiehlt sich in der Mitte des Gewächshauses die Anbringung eines Thermometers – in Pflanzenhöhe und an einem schattigen Platz. Bei der Aussaat sollten die unterschiedlichen Keimtemperaturen beachtet werden. Salat, Sellerie, Spinat, Rettich oder Kohl benötigen eher niedrige Keimtemperaturen zwischen 6 bis 9 Grad, weshalb sie bereits früher ausgesät werden können. Tomaten, Paprika oder Bohnen brauchen etwas mehr Wärme bis zu 12 Grad und Gurkengewächse sollten am besten auf der warmen Fensterbank gezogen werden.

Generell bleiben diese unterschiedlichen Temperaturbedürfnisse auch in der Wachstumsphase bestehen:
  • robustere Sorten: Tag (20°)/ Nacht (8°)
  • Tomaten / Salat: Tag (24°)/ Nacht (12°)
  • Gurken / Melonen: Tag (28°)/ Nacht (18°)

Belüftung für die Pflanzen im Gewächshaus

Höhere Innentemperaturen provozieren eine stärkere Photosynthese-Aktivität, was zu einer höheren Luftfeuchte führt, die zusätzlicher Belüftung bedarf. Ist der erzeugte Temperaturabfall jedoch zu stark, kann wieder eine zusätzliche Heizung erforderlich sein. Ein optimales Klima zum Pflanzen züchten bedarf also eines ausgeklügelten und der aktuellen Sonneneinstrahlung angemessenen Lüftungssystems. Grundsätzlich kann bereits stehende Luft zur Überhitzung der Pflanzen führen. Können in den Morgenstunden die Türen noch verschlossen gehalten werden, sollten diese am Nachmittag geöffnet werden, um für ausreichende Luftzirkulation zwischen den Pflanzen zu sorgen. Schädlinge und Krankheiten gedeihen in einem warmen, feuchten Klima, eine dauerhafte Luftfeuchtigkeit über 80 Prozent kann Pflanzen daher schädigen.

Ein gut belüftetes Gewächshaus dient demnach auch der Feuchtigkeitsreduzierung. Schon leicht angekippte Fenster können bei durchschnittlicher Sonneneinstrahlung für eine angemessene Luftzirkulation sorgen. Wer nicht die Möglichkeit hat, persönlich die Belüftung zu regulieren, sollte mithilfe einer Zeitsteuerung die Fenstermechanik oder einen Ventilator programmieren. Eine günstige Variante sind automatische Fensterheber, die mit Hilfe von Wachs funktionieren, welches sich bei einer einzustellenden Temperatur ausdehnt und die gewünschte Öffnung des Fensters bewirkt.

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Im Winter vor vor Kälte schützen

Niedrigere Temperaturen verringern die Vitalität der Pflanzen und deren Wachstum. Gerade im Frühjahr sollte man die zarten Sprösslinge noch vor Bodenfrost schützen. Pflanzschalen sollten daher nicht unmittelbar auf dem Boden sondern auf Tischen oder in gehobener Lage platziert werden. Im Winter wird es im Gewächshaus lediglich etwas wärmer gegenüber den Außentemperaturen sein und in der Regel werden nur winterharte Pflanzen das kalte Wetter ohne zusätzlichen Schutz überstehen. Mit einem einfachen Raumheizgerät, Wärme abstrahlenden Wasserleitungen oder sogar mit einen großen Komposthaufen kann man zu überwinternde Pflanzen effizient vor Kälte schützen.

 

Bilder:

massives Gewächshaus – Urheberrecht: countrylens / 123RF Stockfoto

Gewächshaus Vater und Sohn – Urheberrecht: stockbroker / 123RF Stockfoto

Bildnachweis:
Titelbild – Pflanzen im Gewächshaus CC0 Public Domain-Pixabay.com

Ein Kommentar

  1. Matthias Hollander

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich interessiere mich für das Thema „Rund ums Gewächshaus“ unteranderem auch für das optimale Klima, Belüftung und der richtige Standort für ein Gewächshaus.

    Könnten Sie mir hierzu ihren umfassenden Ratgeber zuschicken.

    Ich bedanke mich im bei Ihnen im voraus

    Mit freundlichen Grüßen
    Matthias Hollander

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