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Schattenpflanzen – der Schattenplatz als kleine Oase

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In jedem Garten gibt es sie: schattige Plätze, an denen viele Pflanzen nur schwer gedeihen können. Nicht immer ist es leicht, Abhilfe zu schaffen. Ein großer Baum kann eventuell gefällt werden, das Nachbarhaus stellt dann doch eine größere Herausforderung dar. Zum Glück hat die Natur vorgesorgt und eine Reihe von Schattenpflanzen hervorgebracht, die auch mit wenig Licht ihre volle Pracht entfalten. So lässt sich jeder schattige Bereich in ein kleines Paradies verwandeln.

Den richtigen Boden schaffen

Ein wenig Vorbereitung ist jedoch nötig, um den Schattenpflanzen einen passenden Untergrund zu bieten. Da die meisten dieser Blumen und Stauden ihre eigentliche Heimat im Wald haben, muss der Boden entsprechend beschaffen sein. Am Besten eignet sich eine mindestens 20 cm dicke Schicht Pflanzerde, gemischt mit Laubkompost.
Wenn dann alle Pflanzen an ihrem vorgesehenen Platz sind, wird der Rest des Bodens mit Rindenmulch bedeckt. Nun muss nur noch ausreichend gewässert werden, da die schattigen Stellen in den meisten Fällen nicht genug Regen abbekommen.

Pflanzen für trockene Böden

Viele Nesseln sind hervorragende, stark wuchernde Bodendecker, sollten also nur bei größeren Flächen gepflanzt werden. Die Goldnessel wird bis zu 60 cm hoch und bereichert den Garten von Mai bis Juli mit ihren goldgelben Blüten. Alpenveilchen bilden mit ihrem Farbspektrum zwischen weiß und purpurrot eine ansprechende Abwechslung; Steinbrech, Elfenblume und Johanniskraut fühlen sich ebenso wie Immergrün und Beinwell auf relativ trockenem Boden wohl und zaubern kleine Farbsprenkel in dunkle Ecken.
Eine unansehnliche Mauer wird mittels Efeu schnell zu einem eindrucksvollen Blickfang. Achte aber darauf, dass er sich nicht an schönen, alten Bäumen hochrankt. Durch seine enorme Wuchshöhe von bis zu 20 Metern erreicht der Efeu ein Gewicht, das jeden Baum schädigen kann.

Blumen im feuchten Untergrund

Wenn du das Glück hast, einen nicht allzu trockenen Boden zu haben oder regelmäßiges Gießen nicht scheust, steht eine weitaus größere Auswahl an Schattenpflanzen zur Verfügung. Alleine in Mitteleuropa sind rund 200 verschiedene Farne beheimatet, von denen einige sehr eindrucksvolle Größen erreichen können. Allen ist die Liebe zu schattigen, feuchten Standorten gemein.
Aber auch Funkien haben sich bestens bewährt. Diese winterharten Stauden sind anspruchslos und ausgesprochen robust. Nicht umsonst wurde die Funkie vom Bund Deutscher Staudengärtner 2009 zur Pflanze des Jahres gewählt.
Waldglockenblumen begeistern mit ihren wunderschönen blauvioletten Blüten im Juni und Juli, während der Waldgeißbart seine feinen, zarten Blütenstände entwickelt. Als gut gedeihende Schattenpflanzen haben sich auch die Pfingstrose, das Tränende Herz und natürlich die Schlüsselblume erwiesen.

Blütenpracht im Frühling

Direkt nach dem Winter tun frische Farben in der Natur dem Auge besonders wohl. Schneeglöckchen, Narzissen, Primeln und Krokusse sind die ersten Frühlingsboten, die sich im Schatten sehr wohl fühlen. Ebenfalls sehr früh sprießt der Bärlauch aus dem Boden. Er bildet schöne, weiße Blütenstände. Der typische Geruch deutet schon seine Verwandtschaft mit Schnittlauch, Knoblauch und Zwiebel an. Wie seine Verwandten erfreut sich auch der Bärlauch großer Beliebtheit in der heimischen Küche.
Im Frühjahr kann man in vielen Laubwäldern das beliebte Buschwindröschen finden, auch im heimischen Schattengarten verbreitet sich die Pflanze leicht und schnell. Optimal ist natürlich ein Standort unter Laubgehölz, da diese Blume vor allem im Frühjahr Licht braucht, um sich gut zu entwickeln. Wenn auf den Bäumen vermehrt Laub wächst, ziehen sich die Blätter des Buschwindröschens wieder zurück.

Bunte Sommerfarben

Die zur Familie der Heidekrautgewächse gehörenden Rhododendren bringen mit ihren unzähligen Arten jede mögliche Farbe in schattige Gärten. Direkte Sonneneinstrahlung vertragen die meisten Sorten gar nicht, optimal ist ein Standort unter Bäumen. Diese Schattenpflanzen sind in so vielen Farben erhältlich, dass die Wahl oft schwer fällt. So manchen Hobbygärtner hat angesichts der schier unendlichen Auswahl eine hoffnungslose Sammelleidenschaft befallen.
Gartenazaleen zählen zu den Rhododendren, verlieren im Gegensatz zu diesen allerdings im Winter ihre Blätter. Sie blühen von Anfang Mai bis etwa Anfang Juni.
Auch Gartenhortensien eignen sich gut für schattige Standorte. Besonders interessant ist, dass die Blütenfarbe vom PH-Wert des Bodens abhängt. In saurer Erde entwickeln sich die Blüten violett, in basischer hingegen von pink bis rot. Im Handel erhältliche blaue Hortensien benötigen regelmäßige Gaben von Aluminiumionen, um diese Farbei beibehalten zu können. Leider sind Gartenhortensien nur bedingt frosthart, manche Exemplare können stark zurückfrieren. Grundsätzlich sind diese Schattenpflanzen pflegeleicht. Zu bedenken ist, dass man sie niemals zurückschneiden darf, da man sonst bereits die Blüten für das Folgejahr entfernt.

Abwechslungsreiche Gestaltung bringt Stimmung in den Garten

Wer einen schattigen Garten bepflanzen und sich lange Zeit daran erfreuen möchte, sollte vorher gut überlegen, wie die jeweiligen Sträucher und Blumen angeordnet werden können. Manche Stauden erreichen eine stolze Höhe und versperren die Sicht auf so manche kleine Blume. Auch die Blütezeit der jeweiligen Pflanze sollte bei der Standortwahl berücksichtigt werden.
Mit ein klein wenig Mühe und viel Spaß an der Sache lässt sich aus jedem Schattenplatz ein kleines Paradies zaubern. Denk auch daran, ein wenig Platz für eine Gartenbank oder Hängematte freizulassen, denn an heißen Sommertagen wirkt so manche Ruhepause in der eigenen, kleinen Schattenoase wie ein erfrischender Kurzurlaub.

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