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Urheber: schan / 123RF

Spinnmilben an Zimmerpflanzen bekämpfen

Während der Wintermonate treten ganz spezielle Schädlinge in den eigenen vier Wänden insbesondere auf der Fensterbank auf: Spinmilben. Die sehr trockene Heizungsluft sorgt dafür, dass sich die Milben richtig wohl fühlen. Das Problem ist, dass die Milben vor allem an Zimmerpflanzen enormen Schaden anrichten können. Zu den gefährdetsten Zimmerpflanzen gehören in erster Linie Palmenarten wie etwa die Washingtonia.

Anfang Herbst, oder besser gesagt der Zeitpunkt, an dem die Heizungen aufgedreht werden, beginnt die Zeit, in der sich auch die Spinnmilben bemerkbar machen und Zimmerpflanzen befallen. Die Gemeine Spinnmilbe ist die Art von Milbe, die am weitesten verbreitet ist. Man erkennt die Tetranychus urticae, so der wissenschaftliche Name, an ihrem ovalen und hellgelben bis rötlichen Körper. Sie verfügt wie alle Spinnentiere über acht Beine, allerdings ist ihr Körper, der nicht größer als 0,5 Millimeter wird, nicht in Kopf, Brust und Hinterleib aufgeteilt.

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Eine Pflanze, die von der Spinnmilbe befallen ist, erkennt man an dem hierfür typischen Bild. Die Blattoberflächen der Pflanze sind mit hellen Sprenkeln durchzogen. Vor allem unerfahrene Personen unterliegen oft dem Irrtum, dass sie glauben, diese Sprenkelung stelle eine Mangelerscheinung oder gar eine Krankheit dar. Ihren Ursprung hat diese Sprenkelung darin, dass die Spinnmilben die Pflanzenzellen mit ihren Saugorganen, die wie ein Stachel geformt sind, anstechen und aussaugen. Dadurch, dass die Spinnmilben den Pflanzensaft aus den Pflanzen entziehen, trocknen diese sehr schnell aus und werden in der Folge hellgrün bis cremeweiß. Ist der Schaden an dem Blatt zu groß, so trocknet dieses vollständig ein.

Darüber hinaus legt diese Art der Spinnmilben feine Gespinste über die befallenen Zimmerpflanzen, die nur durch feines Bestäuben sichtbar werden. Neben der Gemeinen Spinnmilbe treten vor allem noch die Kakteen-Spinnmilbe, die Orchideen-Spinnmilbe und die Gewächshaus-Spinnmilbe an Zimmerpflanzen auf.

Zu den am meisten von Spinnmilben befallenen Zimmerpflanzen gehören der Zimmer-Efeu, die Zimmer-Azalee, der Gummibaum, das Zypergras, die Schönmalve sowie Fuchsien und einige Palmenarten, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Wie bereit erwähnt ist eine trockene Wärme die optimale Voraussetzung für diese Schädlinge. Diese wird vor allem während der Wintermonate durch die Heizungsluft geboten. Es empfiehlt sich daher, dem Befall vorzubeugen, in dem man die Zimmerpflanzen regelmäßig einsprüht. Ein weiterer wichtiger Punkt sind Untersetzer. Stellen Sie die Pflanzen auf breite Untersetzer und lassen Sie in diesen immer etwas Wasser stehen. Die Heizungsluft lässt dieses Wasser verdunsten und befeuchtet somit die Luft rund um die Pflanze.

Erfolgreiche Bekämpfung von Spinnmilben

Ist der Befall noch nicht zu stark, so kann man die Pflanze in der Badewanne mit einem leichten Wasserstrahl gründlich von oben nach unten hin abspritzen. Hier empfiehlt es sich, den Topf in eine Plastiktüte zu stecken und oben zu verschließen. Das verhindert ein Durchnässen der Blumenerde.
Anschließend die Pflanze mit einer durchsichtigen Folie bzw. Tüte verhüllen und so verschließen, dass im Bereich der Krone der Luftaustausch ausgeschlossen ist. In der Folge bleibt die Pflanze nun mindestens eine Woche so bei normaler Gießtätigkeit auf der Fensterbank stehen. Hierdurch entsteht eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, die dazu führt, dass die Spinnmilben absterben. Es dauert etwa ein bis zwei Wochen, bis die Pflanze sich von dem Befall erholt hat. Da nicht alle Eier so vernichtet werden, kann es durchaus passieren, dass man diesen Vorgang noch einmal wiederholen muss.

Diese Methode ist jedoch sehr aufwendig, wenn mehrere Pflanzen befallen sind. In diesem Fall ist es ratsam, Pflanzen wie beispielsweise den Gummibaum mit Präparaten auf Rapsöl-Basis zu behandeln. Durch das Öl werden die Atemöffnungen der Spinnmilben verklebt, was dazu führt, dass diese in kürzester Zeit verenden. Für die Behandlung empfindlicherer Pflanzen gibt es eine Vielzahl von Produkten der unterschiedlichen Anbieter, die alle das gleiche Ergebnis erzielen.

Keinen Erfolg beim Einsatz gegen Spinnmilben erzielen hingegen Pflanzenschutz-Stäbchen. Für den Einsatz in Gartenhäusern bzw. Gewächshäusern eignen sich vor allem Raubmilben sehr gut. Diese können im Gartenfachhandel geordert werden und werden direkt nach Hause geliefert. Man setzt diese Milben direkt auf den befallenen Pflanzen aus. Die Raubmilben, die nicht größer werden als die Spinnmilben, fangen sofort mit ihrer Arbeit an. Sie saugen sowohl die Eier als auch die Spinnmilben selber aus. Eine Raubmilbe vernichtet ca. 200 Eier und 50 Tiere. Sie vermehren sich selbst und sorgen so für ein Gleichgewicht, so dass die Spinnmilbe keinen Schaden mehr anrichten kann.

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